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10 Tipps für Servicekräfte

Tuesday, March 23rd, 2010

Egal ob Restaurant, Nagelstudio oder Bekleidungsgeschäft – diese Regeln sind existenziell und gelten für alle Service-Bereiche.

  1. Körperhaltung
    Wenn man als Servicekraft dem Kunden komatös entgegen schlufft, kann man auch gleich brüllen: “Hier pennen alle; wir haben keinen Bock auf Kundschaft; Hau’ bloß ab!” Aufrechte Haltung, Blick nach vorne, leichter Gang.
  2. Angemessenes Tempo
    Keine hektischen Bewegungen – es sieht unprofessionell aus, und Fehler oder gar Unfälle häufen sich. Gleichzeitig muss man sich aber energisch und aufgeweckt bewegen und nicht den Eindruck erwecken, man hätte die Hände in der Hosentasche.
  3. Sauberkeit
    Ungepflegtes Auftreten ist ein absolutes No-go. Außerdem muss man penibel auf die Sauberkeit und Ordnung der Arbeitsgeräte und -bereiche achten.
  4. Zurückhaltung
    Mit der Zeit entwickelt man ein recht gutes Gespür dafür, mit welchem Kunden man auch mal einen Spaß machen oder einen Small Talk halten kann. Aber generell gilt: Zurückhaltung. Der Kunde ist der Star der Show, nicht du.
  5. Privatperson muss draußen bleiben
    Vor dem Kunden werden keine Privatgespräche geführt. Klar kann man sich in ein Gespräch mit einem Kunden einbringen, aber wer wo wann auf wessen Party war etc. – solche Gespräche dürfen nicht vor den unbeteiligten Kunden stattfinden.
  6. Zuhören
    Das ist tricky, denn der Mensch neigt dazu schon eine Antwort vorzubereiten, anstatt wirklich und bis zum Ende zuzuhören. Aber es ist unendlich wichtig, die Anliegen des Kunden wirklich zu verstehen. Andernfalls ist weder ein guter Kundenservice, noch eine befriedigende Arbeitsleistung möglich.
  7. Bitte und Danke
    Das hört sich einfach an, aber im Praxistest fallen hier viele auf die Nase. Dabei ist es so wichtig: Das “Bitte” impliziert dem Kunden, dass du etwas für ihn tust – das “Danke” impliziert, dass du dich über den Auftrag freust.
  8. Selbstbewusstsein
    Um im Job selbstbewusst aufzutreten, gibt es ein ganz einfaches Rezept: Know your stuff. Kenne deine Produkte, die Angebote, die Details. Wer seinen Job gut macht, tritt automatisch selbstbewusst auf.
  9. Umgangsformen
    Hier geht es nicht darum, einfach nur freundlich und höflich zu sein. Du musst die Regeln kennen! Gehe ich vorweg oder geht der Kunde vorraus? Sagt man nun “Gesundheit”, oder nicht? Wie “nah” darf/soll ich dem Kunden kommen? Diese Regeln sind nicht nur die Ergüsse gelangweilter Bolzen; auch unbewusst haben diese Regeln einen hohen Einfluss. Es geht also nicht nur darum die Kunden zufriedenzustellen, die die Regeln kennen; es geht vor allem darum, den Kunden nicht unangenehm aufzufallen.
  10. Rolling Stone
    Wer rastet, der rostet. Halte dich über News auf dem Laufenden, bilde dich weiter, interessiere dich für das, was du tust. Auch wenn dein Arbeitgeber dies nicht explizit fordert. Es verschafft dir Selbstbewusstsein; sorgt dafür, dass du einen besseren Job machen kannst – und es ist eine wichtige Investition in deine Zukunft.

Klingt eigentlich alles recht einfach. Aber die Praxis zeigt: Es ist nicht einfach. Besonders für das Management gilt: Das Team schulen, motivieren, mit gutem Beispiel vorran gehen – und natürlich kontrollieren, ob das Team die Latte auch über einen längeren Zeitraum hochhalten kann. Es kostet Zeit, Schweiß, Nerven – aber es lohnt sich, versprochen!

Streitpunkt Pausenzeiten

Tuesday, February 2nd, 2010

Wenn jemand von uns mal die Antwort nicht wusste, sagte unser Mathelehrer in der Grundschule gerne “Steh’ mal auf; du scheinst auf deiner Leitung zu sitzen.” Und obwohl wir das für einen blöden Spruch gehalten haben, hat es meistens funktioniert.

Den klassischen Stechuhr-Firmen stehen Unternehmen gegenüber, für die das Streben nach Steigerung der Produktivität einhergeht mit der Steigerung der Lebensqualität am Arbeitsplatz. Da gibt es eine Wii im Gemeinschaftsraum, im Sommer wird die Terrasse mit Liegestühlen und Eiskühlern zum Sonnendeck erklärt. Niemand wird schief angeguckt, wenn er sich genüsslich einen Obstsalat zusammen schnippelt, und wenn das Privathandy klingelt, darf man raus gehen und den Anruf entgegen nehmen. Pausen und Bewegung werden geradezu gefordert. Und komischerweise funktionieren diese Firmen.

Während der Arbeit kleine Pausen einzulegen, in denen man mal kurz den Kopf frei macht und die müden Knochen bewegt, hat viele positive Eigenschaften auf den Organismus:

  • Durch das Anregen des Kreislaufs nimmt die Konzentration wieder zu, was die Arbeitskraft steigert
  • Regelmäßige Bewegung beugt Verspannungen und Rückenschmerzen vor
  • Trotz hohem Arbeitspensum kommt es seltener zum Burn out

Wenn man sich mal anschaut, welche Firmen so geführt werden, stellt man schnell fest: Es sind hauptsächlich die Neuen aus der Informationswirtschaft, wie IT-Unternehmen oder Marketing-Agenturen, oder Firmen, die ein junges Management haben. Traditionsbetriebe mit einer solch “lockeren” Haltung zur Arbeitszeit finden man leider (noch) viel zu selten.

Dieser Stechuhren-Wahn nimmt in manchen Betrieben sogar noch zu. Regeln bezüglich des Handys, des Internets oder der Pausenzeiten werden nicht selten noch strikter als früher. Da muss es funktionieren wie in einem Bienenstock; da gibt es Vorgaben und Regeln und Verbote für alles.

Ich bin ja mal gespannt, wer bezüglich Erfolg und Produktivität langfristig die Nase vorn haben wird. Ich habe da so eine Vermutung…

Mehr zum Thema Pausen und Wie? Wann? und Warum? findet ihr hier bei Lerntipp.at. Und wer es richtig professionell machen will, sollte sich unbedingt dieses Video ansehen. :)

5 gute Gründe Freelancer zu beschäftigen

Monday, January 25th, 2010
  1. Geschwindigkeit
    Freelancer arbeiten für sich und meist ohne feste Arbeitszeiten. Eine auf 40-Stunden limitierte Arbeitswoche ist den meisten Freelancern fremd. Deshalb können dringende Projekte unter Umständen viel schneller umgesetzt werden. Desweiteren nehmen die meisten Freelancer nur eine überschaubare Menge Kundenaufträge an, um jedem Kunden und deren Projekten angemessene Aufmerksamkeit schenken zu können.
  2. Qualifikation
    Für jedes Projekt kann exakt qualifizierte Arbeitskraft genutzt werden. So entfallen lange Zeiten der Einarbeitung, die Zeit kostet und die der Auftraggeber gegebenenfalls vergüten müsste.
  3. Kosten
    Im Gegensatz zu Agenturen haben Freelancer viel geringere Ausgaben, da sie z.B. oftmals kein gesondertes Büro oder Personal beschäftigen. Aber nicht nur deshalb zahlt der Auftraggeber nur die tatsächliche Leistung: Da nur die Arbeitsstunden vergütet werden, entfallen auch Kosten für Ausfall-, Pausen- oder Wartezeiten.
  4. Erfahrung
    Freelancer haben, zumindest was das Arbeiten mit verschiedenen Kunden, Projekten und Firmen angeht, meist viel Erfahrung. Sie haben viele verschiedene Arten und Weisen gesehen, Projekte umzusetzen. Sie haben ein breites Spektrum von Menschen in der Branche nicht nur kennen gelernt, sondern auch von ihnen abgeguckt. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen können viel neuen und sinnvollen Input einbringen.
  5. Direkte Kommunikation
    Ein einziger Ansprechpartner, der für den Arbeitsablauf verantwortlich ist, der alle Zusammenhänge kennt und einem immer sofort weiter helfen kann. Keine Warteschlangen-Melodien, kein “Den gleichen Sachverhalt 5 Leuten nacheinander erklären” und keine “Das war mein Kollege”-Ausreden. Klingt doch fast zu schön um wahr zu sein!

Natürlich soll das nicht heißen, man soll sein fest angestelltes Team raus kicken und durch einen Haufen Freelancer ergänzen. In den meisten Firmen sind festangestellte Mitarbeiter unerlässlich. Außerdem sieht der Gesetzgeber vor, Vollzeit-Beschäftigungen auch als diese zu entlohnen (siehe Scheinselbständigkeit für mehr Informationen).
Für Start ups, deren Budget geschont werden will, die möglichst flexibel bleiben müssen und/oder bei denen zumindest anfangs keine durchgehende Beschäftigung anfällt, kann die Zusammenarbeit mit Freelancern durchaus sinnvoll sein. Auch bei Projekten, für die man ggf. eine Agentur verpflichten müsste oder das festangestellte Personal nicht ausreichend oder effizient qualifiziert ist, können freie Mitarbeiter einen wertvollen, leistungs- und kostenorientierten Beitrag leisten.

Kontrolle der Arbeitsleistung

Tuesday, January 12th, 2010

Natürlich ist es wichtig, die Leistung seines Teams zu begutachten und zu beurteilen. Aber nur wer die Balance zwischen Sinnhaftigkeit und Effizienz halten kann, wird sich erfolgreich ein Bild von den Abläufen im Unternehmen machen können.

Alleine zum Thema “Verkaufsteam” könnte man leicht die Seiten eines Buches füllen. Das heißt nicht, dass es unbedingt schwer und zeitaufwendig sein muss, sein Verkaufsteam zu kontrollieren – aber es gibt nicht nur viele verschiedene Formen des Verkaufens, sondern auch viele viele individuelle Gegebenheiten, die alle eine Rolle spielen, wie erfolgreich ein Verkäufer sein kann. Ich will das mal an einem Beispiel veranschaulichen:

Nehmen wir mal an, mein Unternehmen vertreibt deutschlandweit Büromöbel. Ich habe 6 Außendienstmitarbeiter, die alle ein bestimmtes, festgelegtes Gebiet haben, in welchem sie meine Produkte an den Mann bringen sollen. Jetzt möchte ich die Arbeitsleistung dieser Verkäufer beurteilen. Wie mache ich das? Gucken, wer die “größte Hausnummer” an eingegangenen Bestellungen hat, und den zum König krönen? Oder gibt es für mein Unternehmen vielleicht bestimmte Umstände, die in meine Beurteilung einfließen müssen? Das könnten z.B. sein:
1. Die betrieblichen Umstände
Wieviel Gewinn bringt mir mein Verkäufer? Rabatte oder kostenlose Zusatzleistungen, die dein Außendienstmitarbeiter verhandelt, bringen ihm den Auftrag – aber dir den finanziellen Verlust. Deshalb solltest du dich ausschließlich an den Gewinnspannen orientieren, und nicht an der Summe auf einem Bestellschein. Desweiteren entstehen dir laufende Kosten für Dienstfahrten, Mobiltelefon, den Kunden auf einen Kaffee einladen… auch diese Ausgaben muss man vielleicht im Auge haben. Wer den Kunden jedesmal erst ins Ritz einladen muss, um einen Auftrag zu kriegen, ist eventuell nicht der Verkaufsheld, für den du ihn hältst – er kostet dich viel zu viel! Auch nicht außer Acht lassen sollte man, wieviele potenzielle Kunden im Durchschnitt angesprochen werden, bis ein Auftrag erzielt wird. Schließlich entscheiden sich hier potenzielle Kunden tatsächlich gegen dein Unternehmen – die Anzahl deiner potenziellen Kunden verringert sich also. Und hier kommt es auf dein Unternehmen an, wer überhaupt potenzieller Kunde ist. Wenn du ein einzigartiges Produkt hast für eine ganze Branche, und jeder von denen kann dieses Produkt gebrauchen, dann hast du viele potenzielle Kunden. Ich mit meinen Büromöbeln kann aber nicht sagen, dass “alle Büros in Deutschland” potenzielle Kunden sind – ich habe viel Konkurrenz, es gibt die Branche seit Jahrzehnten, und manche Büros kaufen ihre Möbel garnicht bei einem Büroausstatter, sondern beim Privat-Discounter. In meinem Fall wäre die Anzahl Cold Calls gegenüber dem Gewinn also sehr unfair gegenüber meinem Verkäufer – der Vergleich “Anzahl Angebote” gegen “Anzahl Aufträge” wäre da vielleicht schon sinnvoller. Und die Anzahl Servicetelefonate? Dafür ist mein Außendienst viel zu teuer, das sollen die um Himmels Willen an einen Ansprechpartner im Büro übergeben!
2. Die gegebenen Umstände
Hier spielt z.B. das Verkaufsgebiet eine nicht zu unterschätzende Rolle. Jemand, der durch den Schwarzwald fährt, wird sicherlich bei gleichem Zeitaufwand weniger potenzielle Kunden besuchen können als jemand, der in die Kölner Innenstadt fährt und dort einfach mal alle 80 Büros aufsucht, die dort in diesem Monat eröffnet werden. Der Mitarbeiter aus dem Schwarzwald wird sicherlich auch höhere Ausgaben haben, wenn er hunderte Kilometer durch den Schwarzwald fährt. Das kostet ihn auch viel Zeit, die er nicht oder nur sehr begrenzt für weitere Verkaufsgespräche nutzen kann. Aber bei genauerem Hinsehen merkt man vielleicht, dass genau dieser Mitarbeiter eine Erfolgsquote von 80% hat. Wäre der in Köln unterwegs, würdest du dich vielleicht vor Aufträgen kaum noch retten können!

Anders sähe es z.B. aus, wenn ich nicht Büro-Möbel, sondern Büro-Verbrauchsmaterialien verkaufe. Dann muss ich nicht nur miteinbeziehen, dass ein neuer Kunde geworben wurde – bleibt er mir auch über einen langen Zeitraum als Kunde erhalten, und wieviel investiert er langfristig in meine Produkte? Wenn mein Verkäufer dem Kunden hier das Blaue vom Himmel verspricht, nur um seinen Bonus zu kriegen, werde ich dem Kunden langfristig viele Zugeständnisse machen müssen oder ihn als Kunden verlieren.

Worauf ich hinaus will ist: Es gibt kein Patentrezept, keine Zauberformel, keinen Supercomputer, der dir auf die Frage “Macht mein Angestellter einen guten Job?” mit einem klaren “Ja” oder “Nein” antwortet. Auch wenn viele Unternehmensberater das Gegenteil behaupten.

Aber wie kontrolliere ich nun in der Praxis?
Mit gesundem Menschenverstand. Mit Kommunikation. Mit “Dabei sein”. Und mit einer guten ERP-Software, die die Pflege und Auswertung der (relevanten!) Zahlen _weitesgehend_ automatisiert.

Ich stehe euch natürlich gerne für Detail-Fragen zur Verfügung und würde mich über einen regen Austausch von Praxiserfahrungen sehr freuen!

Über Kontrollwahn

Wednesday, January 6th, 2010

Ich hatte neulich die Gelegenheit, bei einer Firma mal in den “Evaluation Process” reinzuschauen, und ich war wirklich schockiert. Da muss ein langjähriger Angestellter im Kundenservice Angst um seinen Bonus haben, weil ihm sein Vorgesetzter beim Punkt “Wasser sparen” leider nur 3 von 5 möglichen Punkten gegeben hat. Angst vor Spitzeln und Überwachung – jetzt also auch schon vor dem Handwaschbecken, meine Damen und Herren! Andere Firma, gleiches Maß an Wahnsinn: Angestellte wird fristlos entlassen, weil sie unerlaubterweise den Internetzugang privat genutzt hat. Warum? Sie hatte freiwillig unbezahlte Überstunden gemacht um einen dringenden Kundenauftrag abzuwickeln, und hatte zu später Stunde geschaut, wann sie einen Bus nach hause erwischen kann. Vor Gericht hätte die Dame die Kündigung sicherlich unwirksam machen können – wollte sie aber garnicht. Wer will schon für so einen Laden arbeiten?

Aber echter Kontrollwahn zeichnet sich nicht nur durch Schikane der Angestellten aus; echter Kontrollwahn hat auch weder Sinn noch Verstand. Ein Praxisbeispiel: Der Außendienst einer Handelsfirma bekommt die Anweisung, jeden Tag genau darüber Buch zu führen, wie viele Cold Calls, Angebote, Servicetelefonate etc.  gemacht wurden. Ganz schön aufwendig. Nicht nur für die Außendienstmitarbeiter, sondern auch für die Vorgesetzten, die diese Zahlen und Vorgaben regelmäßig kontrollieren müssen. Dann hat jemand den Einwand, dass “200 Cold Calls” ja nicht beweisbar sind und hier ja “Raum für Manipulation und Betrug” wäre. Also sollen die Salesleute von nun an auch aufschreiben, welche Firmen angerufen wurden, mit wem man worüber gesprochen hat und die Kontaktdaten hinterlegen, damit gelegentlich stichprobenartige Kontrollen durchgeführt werden können. Das nun ca. 30 bis 40% der Arbeitszeit dieser Verkäufer für Schreibarbeiten draufgeht und eben nicht für das Verkaufen, ist schonmal vom Prinzip her schlecht für ein Handelsunternehmen. Aber weiterhin wird sich hier ganz schnell Frust im Team breit machen: Nicht nur wegen der deutlichen Demonstration fehlenden Vertrauens, sondern auch, weil ein Verkäufer mit stupider Schreibarbeit schlicht und ergreifend nicht glücklich ist. Das ist nicht sein Ding. Sein Ding ist verkaufen.

Liebe Leser, ich bin kein allwissendes Orakel, aber bei der Sache bin ich mir ganz sicher: Mit Überwachung, Kontrolle und Druck erreicht ihr genau das Gegenteil von dem, was ihr wollt. Eure Mitarbeiter werden frustriert, genervt und ängstlich sein, und so erreicht man nichts. Es ist für niemandem, in keinem Beruf, förderlich. Die Konzentration sinkt und damit auch die Effizienz, der Frust steigt und so sinkt das Engagement, und niemand wird sich Mühe geben, einen großartigen Job zu machen für Menschen, die dem weder trauen noch dies schätzen.

“Vertrauen ist gut; Kontrolle ist besser” manifestiert sich in unseren Köpfen leider immer mehr. Heute besteht Mr. 0 8 15 auf einen Ehevertrag; Eltern machen sich falsche Facebook-Accounts, um ihre Kinder auszuspionieren, und Firma XY behält sich vertraglich das Recht vor, alle Angestellten und deren Eigentum zu jedem Zeitpunkt unangemeldet durchsuchen zu können. Was für ein Armutszeugnis für uns und unsere Gesellschaft, und was für eine Sackgasse im Streben nach wirtschaftlichem Erfolg!

Freut euch auf den nächsten Post; dann gibt es Tipps und Tricks für sinnvolle Kontrolle der Arbeitsleistung.

Kleine Dinge mit viel Wirkung

Thursday, December 3rd, 2009

Ich war letzte Woche auf dem Weihnachtsmarkt in Troisdorf unterwegs. Ich musste mir sehr dringend die Hände waschen, also bin ich ins Restaurant “Steffens Eck” und habe höflich gefragt, ob ich mir ausnahmsweise kurz die Hände waschen darf. Durfte ich nicht. Mal abgesehen davon, dass ich das menschlich ganz furchtbar finde (war nicht jeder schonmal in der Situation, dringend eine Toilette aufsuchen zu müssen?), auch abgesehen davon, dass ich nicht gerne essen würde bei Leuten, die anderen nichtmal das Händewaschen genehmigen: Auch meinen anderen Gästen gegenüber wäre es mir unendlich peinlich, jemandem mit einem solch einfachen und dringenden Gesuch so abzuschmettern. Bei mir als unbeteiligtem Gast würde das einen sehr negativen Eindruck hinterlassen.
Aber es geht ja auch anders: Im Eiskaffee Ecke Kölnstraße / Von-Loe-Straße wurde ich nicht nur sehr nett empfangen und mir der Gang zur Toilette genehmigt; beim Rausgehen hat der Besitzer sogar noch sehr freundlich “Danke und einen schönen Tag noch!” gerufen. Und wisst ihr was? Wann immer ich in Troisdorf bin, und Durst auf einen Kaffee habe, werde ich genau dorthin gehen. Selbst wenn es ein Umweg ist. Die haben mich als ewigen Fan gewonnen! Den Cappuccino, den ich mir später dort noch gegönnt habe, kann ich auch nur empfehlen. Sehr lecker, und ein äußerst fairer Preis. Und alle Angestellten dort sind wirklich auffallend freundlich, ohne das es gekünstelt wirkt. Da hat jemand auch beim Recruitment alles richtig gemacht!

So “einfach” kann man manchmal schon Fans gewinnen.
An dieser Stelle also Danke an das Team dieser Eisdiele, deren Namen ich im Internet leider nicht finden konnte; ihr seid voll cool! :-)
Wenn ihr euch jetzt noch bei Google eintragt (es ist kostenlos!) habe ich garnichts mehr zu meckern! :-)

Wo bin ich hier?!

Monday, October 26th, 2009

Im ruhigen und beschaulichen Meckenheim gibt es ein neues Bekleidungsgeschäft. Nichts Spektakuläres; ein bisschen Street One, ein bisschen S. Oliver, ein bisschen Esprit – so wie zig tausende andere Läden auch. Aber schlecht fand ich die Idee nicht, Basics wie Schals, Shirts oder Hosen in der Nähe ersteigern zu können. Gepaart mit einer ordentlichen Portion Kundenbetreuung hat sowas anderswo schon sehr lukrativ funktioniert. Gerade weil die meisten Einkaufsmeilen so überlaufen und chaotisch sind, hat man als kleiner Laden außerhalb echt große Chancen genau diese Kunden anzusprechen, die beraten, bedient oder auch nur irgendwie beachtet werden möchten.
Ich also da rein, natürlich mit super Laune, so wie das halt ist, wenn Frauen ein Geschäft betreten. Außer mir war in dem großen, lichtdurchfluteten Raum nur eine weitere Kundin, eine Verkäuferin sortierte Kleidung in den Regalen, eine weitere war im Kassenbereich mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Es wäre ein Einfaches gewesen, mich beim Betreten des Geschäfts zu begrüßen, aber – nichts. Nichtmal ein Blick in meine Richtung. Ok… ich schau mich mal ein wenig um und warte, was passiert. Aber es passiert nichts. Selbst als ich beim Durchsehen direkt an der einen Verkäuferin vorbei komme – nichts. Kein Aufblicken, keine Reaktion. Null.
Wow, sowas macht mich sauer. Als ich an der anderen Kundin vorbei komme sage ich laut: “Entschuldigen Sie, können Sie mich sehen?” Ich ernte ein zögerliches “Ja?!”. “Gott sei Dank!” erwiedere ich, “ich dachte schon, ich bin unsichtbar!” und raus war ich (auf meine Worte folgte zwar ein erstauntes Aufblicken, aber keine weitere Reaktion). Und Wunder oh Wunder: Ich komme auch nicht wieder.
So schnell kann es gehen. Dumm gelaufen so ganz generell; in einer Kleinstadt mit Produkten, die man überall kaufen kann aber, ist es das Schlimmste, was man falsch machen kann.

Sei froh das du Angestellte hast!

Friday, October 2nd, 2009

Wenn du der Meinung bist “Die sollen froh sein, dass sie einen Job haben!” aufgepasst: Du bist auf dem Holzweg!
Wenn deine Angestellten soviel Umsatz generieren, dass sie dir Gewinne verschaffen, bist DU derjenige, der dankbar sein sollte!

Unternehmer neigen dazu, sich gerne als Wohltäter der Gesellschaft zu fühlen, weil sie Jobs schaffen. Das ist prinzipiell ja auch garnicht so verkehrt – es wird aber tragisch, wenn man tatsächlich der Meinung ist, dass einem deswegen der endlose Dank des Personals gebührt. Warum?

Stellen wir uns mal vor, du hast einen Friseursalon mit 5 angestellten Friseuren. Klar, du hast die Verantwortung, du hast das Risiko, du arbeitest mehr als alle anderen… aber das ist eben auch DEIN Job! Der Job deiner 5 Friseure ist es, dir mehr Umsatz zu generieren. Und wenn sie das schaffen (wenn sie es nicht tun ist es auch deine Schuld!) gebührt ihnen dein Dank. Denn egal was für ein verdammt toller Hund du bist: Alleine könntest du _niemals_ dem Umsatz von 6 Friseuren generieren. Nichtmal ansatzweise. Niemals.
Du könntest den ganzen Tag auf der Couch sitzen, und trotzdem würdest du Geld verdienen. Diese äußerst glückliche Situation wird einzig und alleine durch deine Angestellten möglich.

Deine Angestellten füllen _dein_ Bankkonto, und das regelmäßig! Daher sollst du deine Angestellten mindestens genauso gut behandeln wie deine besten Kunden!

Motivierte Mitarbeiter

Tuesday, September 22nd, 2009

Jaja, alle reden immer davon, wie wichtig motivierte Mitarbeiter sind. Aber wie motiviere ich eigentlich meine Mitarbeiter? Muss es die finanzielle Vergütung sein, oder entsteht die Motivation eines Mitarbeiters garnicht “so einfach”? Eins kann ich euch aus langjähriger Erfahrung garantieren: Den meisten Menschen geht es beim Thema Motivation nicht um Geld. Auch wenn sie manchmal behaupten, dass es so ist. Aber die Motivation, seine “vollen Ressourcen” in die Erfüllung eines Jobs zu stecken, entsteht ganz anders.

Interne Kommunikation
Lesenswert fand ich diesen Artikel von Raum 21, bei dem es darum geht, dass eine gute und funktionierende interne Kommunikation der Schlüssel zu motivierten Mitarbeitern ist. Da ich gerade eine Kommunikations-Software entwickele freut es mich mich natürlich, dass aus anderen Richtungen Werbung für mein Produkt gemacht wird! :-)
Wichtig hierbei ist, “Kommunikation” nicht als grünes Licht für ellenlange, langweilige und unproduktive Meetings zu sehen, sondern als Chance für aktiven Austausch untereinander. Z.B. kann man einmal wöchentlich ein gemeinsames Frühstück veranstalten. Bei lockerer Atmosphäre ohne blöden Agendazwang fördert man nämlich die tatsächliche Kommunikation untereinander. Ein Team ohne Kommunikation bleibt immer eine Gruppe voller Einzelkämpfer. Und nicht selten wurde ich Zeuge, wie sich solche legeren Treffen zu wahren Brainstorming-Wettbewerben entwickelten, bei dem neue Produkte entwickelt, Arbeitsabläufe verbessert und die Teamarbeit gestärkt wurde. Und an denen auch noch alle Spaß hatten und viel gelacht haben. Veranstaltet Team-Events, eröffne eine “Stammtisch-Kasse”, die du ab und an bezuschusst – die Ideen und Möglichkeiten sind hier unbegrenzt.

Das eigene Verhalten
Das Ziel ist ja, dass unsere Mitarbeiter durch ihren Einsatz mehr Umsatz generieren. Aber mal ganz ehrlich: Wer schuftet sich schon ab, um seinem Arschloch an Chef mehr Kohle auf sein Konto zu schaufeln? Top Dog-Verhalten, Angstmacherei und fehlender Respekt gegenüber seinen Angestellten ist der Killer der Mitarbeiter-Motivation. Zu Recht.

Loben statt schimpfen
Ich kenne Chefs, die ihre Angestellten überhaupt nur wahrnehmen, wenn sie Scheiße gebaut haben. Dann wird wild gestikuliert, gebrüllt, gerne auch mit Kündigung gedroht. Wir stellen jetzt mal eine einfache Regel auf: Wenn du nicht lobst, darfst du auch nicht schimpfen. Warum? Weil deine Angestellten sonst bald in den Sack hauen und weg sind. Und wenn es gute Mitarbeiter waren, ist dies ein unverzeihlicher Fehler. DEIN unverzeihlicher Fehler.
Mit jedem “Anfauchen” deiner Mitarbeiter steigerst du den Frust und senkst die Motivation. Es gilt also auch zu lernen, wann “schimpfen” überhaupt sinnvoll ist. Manchmal ist dein Mitarbeiter auf Grund eines Fehlers von sich selbst so enttäuscht, dass du mit aufbauen, gut zureden und Mut machen (und dem Loben von Leistungen, die gut waren), 1000 mal mehr erreichst als mit einem Anschiss.

Regelmäßige Beurteilungsgespräche
Es gibt Firmen, die das umgesetzt haben, und das sieht dann oft so aus: Alle x Wochen wird der Angestellte ins Büro zitiert, ihm wird aufgezählt, was er in den letzten Wochen alles falsch gemacht hat, und mit ein wenig Pech wird ihm auch noch durch die Blume gesagt, dass sein Job gefährdet ist. Und das in der Hoffnung, dass er jetzt seine Leistung steigert. Völliger Blödsinn! Er wird seine Motivation höchstens darin sehen, sich schnellstens einen neuen Job zu suchen.
Echte Beurteilungsgespäche konzentrieren sich auf die Erfolge, nicht auf die Fehler. Im übrigen soll _der Mitarbeiter_ die Möglichkeit bekommen, die Firma, die Zusammenarbeit und seine Arbeit zu beurteilen.
Und wenn es keine Erfolge gibt, über die man reden kann, empfehle ich meinen Post “Wann haben dich deine Mitarbeiter das letzte mal begeistert?”. Du weißt, was zu tun ist.

Zuhören
Du kannst eh alles besser. Du weißt sowieso alles. Dir kann keiner was erzählen. So ein Quatsch! Wenn du deinen Mitarbeiters zuhörst, ihre Ideen schätzt und eigenen Input begrüßt, kannst du den Input für dein Unternehmen ins Unermessliche steigern. Und deine Mitarbeiter fühlen sich für dein Unternehmen auch viel mehr verantwortlich, wenn “ein kleines Stück von ihnen selbst” in deinem Unternehmen steckt. Nur wer sich darauf konzentriert, Input zu bekommen anstatt Output zu geben, kann sein Unternehmen ständig verbessern und weiter entwickeln.

Vorbild sein
Wer als Chef den ganzen Tag nur Zeit verschwendet und unproduktiv ist, kann von seinen Mitarbeitern keine Höchstleistungen erwarten. Du bist der Leithund im Gespann; du gibst das Tempo und die Richtung vor!

Aufbauen
Dein erklärtes Ziel sollte sein, dass _jeder_ deiner Angestellten besser ist als du. DAS ist das Ziel. In der Praxis stolpert man leider immer wieder über Chefs und Vorgesetzte, die die guten Ideen der Mitarbeiter als persönliche Niederlage empfinden. Hier musst du komplett umdenken. Leiste aktive Hilfe, aus deinen Angestellten wahre Champions zu machen. Lass sie – nach deinen Möglichkeiten – so viele Schulungen und Seminare besuchen, wie es nur geht; bemühe dich um ausreichende Lernmittel, die zur Verfügung stehen, und arbeite aktiv mit daran, deine Angestellten besser, erfolgreicher, produktiver, strukturierter zu machen. Sei der Mr. Miyagi deiner Firma!

Und zu guter letzt:

Deine Mitarbeiter müssen mitverdienen
Ich kenne Leute, die unendlich viel Geld verdienen, und sich trotzdem morgens aus dem Bett quälen müssen. Dagegen kenne ich Menschen, die wenig verdienen, etliche unbezahlte Überstunden machen und trotzdem mit Begeisterung dabei sind und für ihren Chef durchs Feuer gehen würden. Wo liegt der Unterschied? Ganz einfach: Die Frage ist, wieviel du von “deinem Kuchen” abgibst. In schweren Zeiten steht man einem sympathischen Chef gerne zur Seite, auch wenn dies finanzielle Einschnitte bedeutet. Aber in guten Zeiten wird dieser Chef auch die Erfolge mit seinen Mitarbeitern teilen. Wenn du, durch die Arbeit deiner Mitarbeiter, etliche Gewinne einsackst, musst du etwas davon weiter geben.

Denke immer daran: Ohne deine Mitarbeiter bist du _garnichts_. Ideen bringen nur dann Geld, wenn man sie umsetzt. Kenntnisse in Wirtschaftswissenschaften bringen nur dann Einnahmen, wenn jemand “wirtschaftet”. Und wenn du deinen Angestellten z.B. am Jahresende einen Bonus zahlst, der einen Anteil des Jahresgewinns wiederspiegelt, was wird dann am 02.01. des neuen Jahres passieren? Deine Mitarbeiter werden sich auf gut deutsch den Arsch aufreißen, um deinen Umsatz weiter zu steigern – sie wollen ja am Ende des Jahres wieder ihren Bonus.

Miyagi Miyagi

Wann haben dich deine Mitarbeiter das letzte mal begeistert?

Monday, September 21st, 2009

Wenn die Antwort hier nicht “Erst heute” heißt: Buckle up! Wir haben viel zu tun.

Es ist deine Firma. Niemand kann sich dafür mehr begeistern als du selbst. Wenn du selbst von deinen Mitarbeitern nicht begeistert bist, wie sollen sich deine Kunden für diese begeistern??

Stellen wir uns einmal vor, dass Jeder, der dein Geschäft betritt oder eure Zentrale anruft, begeistert ist. Nicht nur zufrieden, sondern tatsächlich begeistert. Was würde den Kunden dann noch von einem Kauf abhalten, wenn das Produkt und der Preis stimmt? Genau! Garnichts. Begeisterung für etwas oder jemanden ist ein zentraler Punkt für eine Kaufentscheidung.

Für dich heißt das: Aussortieren. Das mag hart klingen, aber du bist Unternehmer. Unternimm was!
Es gibt diese Menschen, die es einfach schaffen, jeden zu begeistern. Konzentriere dich genau darauf, diese Personen zu finden. Verschwende deine Zeit nicht damit, aus einer Kuh einen Elefanten zu machen – es gibt genug Elefanten da draußen, die nur darauf  warten, von dir entdeckt zu werden. Sie werden sich für dich und dein Unternehmen einsetzen, alles daran setzen, erfolgreich zu sein – und dir zufriedenere Kunden und  neue Kunden bescheren.

Ich kenne Unternehmer, die ein Restaurant aufmachen, aus 10 Bewerbern 4 Kellner aussuchen, und denken “So, das wäre geschafft.”
Recruitment ist ein ständiger Prozess. Höre niemals auf, nach gutem Personal zu suchen. Das heißt das du, wo immer du bist und was immer du machst, die Augen offen halten musst. So kenne ich z.B. einen Versicherungsmakler, der seinen Assistenten-Job mit der Sprechstundenhilfe seines Zahnarztes besetzt hat. Weil er bei seinem Termin so begeistert von ihr war, dass er sie unbedingt an Bord haben wollte.  Einfach lies sie sich auch nicht abwerben – er hat ihr ganze 20% mehr Geld angeboten, bevor sie zugesagt hat. Jetzt, nach ca. 2 Jahren, freut er sich immer noch wie ein kleines Kind, wenn man ihn nach seinem “Fund” fragt. Ob er zufrieden ist? Er ist begeistert! Und seine Kunden auch. Was sind schon 20% mehr Lohn, wenn du die Wahl hast zwischen Mittelklasse und Top? Was ist nun Geldverschwendung; die 20% mehr Gehalt für deine Top-Kraft, oder ist es nicht eher das komplette Gehalt für eine durchschnittliche Kraft?

Der Schlüssel ist, das Maximale aus deinen Möglichkeiten herraus zu holen. Das heißt natürlich auch, dass du deine Angestellten, wenn sie ihren Job überdurchschnittlich gut machen, halten musst. Anerkennung, nicht nur finanziell sondern auch im Generellen, sind der Schlüssel, um deine “Pferdchen” auch in deinem Stall zu halten. Mehr zu diesem Thema gibt es im nächsten Post.