Jaja, alle reden immer davon, wie wichtig motivierte Mitarbeiter sind. Aber wie motiviere ich eigentlich meine Mitarbeiter? Muss es die finanzielle Vergütung sein, oder entsteht die Motivation eines Mitarbeiters garnicht “so einfach”? Eins kann ich euch aus langjähriger Erfahrung garantieren: Den meisten Menschen geht es beim Thema Motivation nicht um Geld. Auch wenn sie manchmal behaupten, dass es so ist. Aber die Motivation, seine “vollen Ressourcen” in die Erfüllung eines Jobs zu stecken, entsteht ganz anders.
Interne Kommunikation
Lesenswert fand ich diesen Artikel von Raum 21, bei dem es darum geht, dass eine gute und funktionierende interne Kommunikation der Schlüssel zu motivierten Mitarbeitern ist. Da ich gerade eine Kommunikations-Software entwickele freut es mich mich natürlich, dass aus anderen Richtungen Werbung für mein Produkt gemacht wird! 
Wichtig hierbei ist, “Kommunikation” nicht als grünes Licht für ellenlange, langweilige und unproduktive Meetings zu sehen, sondern als Chance für aktiven Austausch untereinander. Z.B. kann man einmal wöchentlich ein gemeinsames Frühstück veranstalten. Bei lockerer Atmosphäre ohne blöden Agendazwang fördert man nämlich die tatsächliche Kommunikation untereinander. Ein Team ohne Kommunikation bleibt immer eine Gruppe voller Einzelkämpfer. Und nicht selten wurde ich Zeuge, wie sich solche legeren Treffen zu wahren Brainstorming-Wettbewerben entwickelten, bei dem neue Produkte entwickelt, Arbeitsabläufe verbessert und die Teamarbeit gestärkt wurde. Und an denen auch noch alle Spaß hatten und viel gelacht haben. Veranstaltet Team-Events, eröffne eine “Stammtisch-Kasse”, die du ab und an bezuschusst – die Ideen und Möglichkeiten sind hier unbegrenzt.
Das eigene Verhalten
Das Ziel ist ja, dass unsere Mitarbeiter durch ihren Einsatz mehr Umsatz generieren. Aber mal ganz ehrlich: Wer schuftet sich schon ab, um seinem Arschloch an Chef mehr Kohle auf sein Konto zu schaufeln? Top Dog-Verhalten, Angstmacherei und fehlender Respekt gegenüber seinen Angestellten ist der Killer der Mitarbeiter-Motivation. Zu Recht.
Loben statt schimpfen
Ich kenne Chefs, die ihre Angestellten überhaupt nur wahrnehmen, wenn sie Scheiße gebaut haben. Dann wird wild gestikuliert, gebrüllt, gerne auch mit Kündigung gedroht. Wir stellen jetzt mal eine einfache Regel auf: Wenn du nicht lobst, darfst du auch nicht schimpfen. Warum? Weil deine Angestellten sonst bald in den Sack hauen und weg sind. Und wenn es gute Mitarbeiter waren, ist dies ein unverzeihlicher Fehler. DEIN unverzeihlicher Fehler.
Mit jedem “Anfauchen” deiner Mitarbeiter steigerst du den Frust und senkst die Motivation. Es gilt also auch zu lernen, wann “schimpfen” überhaupt sinnvoll ist. Manchmal ist dein Mitarbeiter auf Grund eines Fehlers von sich selbst so enttäuscht, dass du mit aufbauen, gut zureden und Mut machen (und dem Loben von Leistungen, die gut waren), 1000 mal mehr erreichst als mit einem Anschiss.
Regelmäßige Beurteilungsgespräche
Es gibt Firmen, die das umgesetzt haben, und das sieht dann oft so aus: Alle x Wochen wird der Angestellte ins Büro zitiert, ihm wird aufgezählt, was er in den letzten Wochen alles falsch gemacht hat, und mit ein wenig Pech wird ihm auch noch durch die Blume gesagt, dass sein Job gefährdet ist. Und das in der Hoffnung, dass er jetzt seine Leistung steigert. Völliger Blödsinn! Er wird seine Motivation höchstens darin sehen, sich schnellstens einen neuen Job zu suchen.
Echte Beurteilungsgespäche konzentrieren sich auf die Erfolge, nicht auf die Fehler. Im übrigen soll _der Mitarbeiter_ die Möglichkeit bekommen, die Firma, die Zusammenarbeit und seine Arbeit zu beurteilen.
Und wenn es keine Erfolge gibt, über die man reden kann, empfehle ich meinen Post “Wann haben dich deine Mitarbeiter das letzte mal begeistert?”. Du weißt, was zu tun ist.
Zuhören
Du kannst eh alles besser. Du weißt sowieso alles. Dir kann keiner was erzählen. So ein Quatsch! Wenn du deinen Mitarbeiters zuhörst, ihre Ideen schätzt und eigenen Input begrüßt, kannst du den Input für dein Unternehmen ins Unermessliche steigern. Und deine Mitarbeiter fühlen sich für dein Unternehmen auch viel mehr verantwortlich, wenn “ein kleines Stück von ihnen selbst” in deinem Unternehmen steckt. Nur wer sich darauf konzentriert, Input zu bekommen anstatt Output zu geben, kann sein Unternehmen ständig verbessern und weiter entwickeln.
Vorbild sein
Wer als Chef den ganzen Tag nur Zeit verschwendet und unproduktiv ist, kann von seinen Mitarbeitern keine Höchstleistungen erwarten. Du bist der Leithund im Gespann; du gibst das Tempo und die Richtung vor!
Aufbauen
Dein erklärtes Ziel sollte sein, dass _jeder_ deiner Angestellten besser ist als du. DAS ist das Ziel. In der Praxis stolpert man leider immer wieder über Chefs und Vorgesetzte, die die guten Ideen der Mitarbeiter als persönliche Niederlage empfinden. Hier musst du komplett umdenken. Leiste aktive Hilfe, aus deinen Angestellten wahre Champions zu machen. Lass sie – nach deinen Möglichkeiten – so viele Schulungen und Seminare besuchen, wie es nur geht; bemühe dich um ausreichende Lernmittel, die zur Verfügung stehen, und arbeite aktiv mit daran, deine Angestellten besser, erfolgreicher, produktiver, strukturierter zu machen. Sei der Mr. Miyagi deiner Firma!
Und zu guter letzt:
Deine Mitarbeiter müssen mitverdienen
Ich kenne Leute, die unendlich viel Geld verdienen, und sich trotzdem morgens aus dem Bett quälen müssen. Dagegen kenne ich Menschen, die wenig verdienen, etliche unbezahlte Überstunden machen und trotzdem mit Begeisterung dabei sind und für ihren Chef durchs Feuer gehen würden. Wo liegt der Unterschied? Ganz einfach: Die Frage ist, wieviel du von “deinem Kuchen” abgibst. In schweren Zeiten steht man einem sympathischen Chef gerne zur Seite, auch wenn dies finanzielle Einschnitte bedeutet. Aber in guten Zeiten wird dieser Chef auch die Erfolge mit seinen Mitarbeitern teilen. Wenn du, durch die Arbeit deiner Mitarbeiter, etliche Gewinne einsackst, musst du etwas davon weiter geben.
Denke immer daran: Ohne deine Mitarbeiter bist du _garnichts_. Ideen bringen nur dann Geld, wenn man sie umsetzt. Kenntnisse in Wirtschaftswissenschaften bringen nur dann Einnahmen, wenn jemand “wirtschaftet”. Und wenn du deinen Angestellten z.B. am Jahresende einen Bonus zahlst, der einen Anteil des Jahresgewinns wiederspiegelt, was wird dann am 02.01. des neuen Jahres passieren? Deine Mitarbeiter werden sich auf gut deutsch den Arsch aufreißen, um deinen Umsatz weiter zu steigern – sie wollen ja am Ende des Jahres wieder ihren Bonus.
Miyagi Miyagi