Posts Tagged ‘Mitarbeiter-Motivation’

10 Tipps für Servicekräfte

Tuesday, March 23rd, 2010

Egal ob Restaurant, Nagelstudio oder Bekleidungsgeschäft – diese Regeln sind existenziell und gelten für alle Service-Bereiche.

  1. Körperhaltung
    Wenn man als Servicekraft dem Kunden komatös entgegen schlufft, kann man auch gleich brüllen: “Hier pennen alle; wir haben keinen Bock auf Kundschaft; Hau’ bloß ab!” Aufrechte Haltung, Blick nach vorne, leichter Gang.
  2. Angemessenes Tempo
    Keine hektischen Bewegungen – es sieht unprofessionell aus, und Fehler oder gar Unfälle häufen sich. Gleichzeitig muss man sich aber energisch und aufgeweckt bewegen und nicht den Eindruck erwecken, man hätte die Hände in der Hosentasche.
  3. Sauberkeit
    Ungepflegtes Auftreten ist ein absolutes No-go. Außerdem muss man penibel auf die Sauberkeit und Ordnung der Arbeitsgeräte und -bereiche achten.
  4. Zurückhaltung
    Mit der Zeit entwickelt man ein recht gutes Gespür dafür, mit welchem Kunden man auch mal einen Spaß machen oder einen Small Talk halten kann. Aber generell gilt: Zurückhaltung. Der Kunde ist der Star der Show, nicht du.
  5. Privatperson muss draußen bleiben
    Vor dem Kunden werden keine Privatgespräche geführt. Klar kann man sich in ein Gespräch mit einem Kunden einbringen, aber wer wo wann auf wessen Party war etc. – solche Gespräche dürfen nicht vor den unbeteiligten Kunden stattfinden.
  6. Zuhören
    Das ist tricky, denn der Mensch neigt dazu schon eine Antwort vorzubereiten, anstatt wirklich und bis zum Ende zuzuhören. Aber es ist unendlich wichtig, die Anliegen des Kunden wirklich zu verstehen. Andernfalls ist weder ein guter Kundenservice, noch eine befriedigende Arbeitsleistung möglich.
  7. Bitte und Danke
    Das hört sich einfach an, aber im Praxistest fallen hier viele auf die Nase. Dabei ist es so wichtig: Das “Bitte” impliziert dem Kunden, dass du etwas für ihn tust – das “Danke” impliziert, dass du dich über den Auftrag freust.
  8. Selbstbewusstsein
    Um im Job selbstbewusst aufzutreten, gibt es ein ganz einfaches Rezept: Know your stuff. Kenne deine Produkte, die Angebote, die Details. Wer seinen Job gut macht, tritt automatisch selbstbewusst auf.
  9. Umgangsformen
    Hier geht es nicht darum, einfach nur freundlich und höflich zu sein. Du musst die Regeln kennen! Gehe ich vorweg oder geht der Kunde vorraus? Sagt man nun “Gesundheit”, oder nicht? Wie “nah” darf/soll ich dem Kunden kommen? Diese Regeln sind nicht nur die Ergüsse gelangweilter Bolzen; auch unbewusst haben diese Regeln einen hohen Einfluss. Es geht also nicht nur darum die Kunden zufriedenzustellen, die die Regeln kennen; es geht vor allem darum, den Kunden nicht unangenehm aufzufallen.
  10. Rolling Stone
    Wer rastet, der rostet. Halte dich über News auf dem Laufenden, bilde dich weiter, interessiere dich für das, was du tust. Auch wenn dein Arbeitgeber dies nicht explizit fordert. Es verschafft dir Selbstbewusstsein; sorgt dafür, dass du einen besseren Job machen kannst – und es ist eine wichtige Investition in deine Zukunft.

Klingt eigentlich alles recht einfach. Aber die Praxis zeigt: Es ist nicht einfach. Besonders für das Management gilt: Das Team schulen, motivieren, mit gutem Beispiel vorran gehen – und natürlich kontrollieren, ob das Team die Latte auch über einen längeren Zeitraum hochhalten kann. Es kostet Zeit, Schweiß, Nerven – aber es lohnt sich, versprochen!

Über Kontrollwahn

Wednesday, January 6th, 2010

Ich hatte neulich die Gelegenheit, bei einer Firma mal in den “Evaluation Process” reinzuschauen, und ich war wirklich schockiert. Da muss ein langjähriger Angestellter im Kundenservice Angst um seinen Bonus haben, weil ihm sein Vorgesetzter beim Punkt “Wasser sparen” leider nur 3 von 5 möglichen Punkten gegeben hat. Angst vor Spitzeln und Überwachung – jetzt also auch schon vor dem Handwaschbecken, meine Damen und Herren! Andere Firma, gleiches Maß an Wahnsinn: Angestellte wird fristlos entlassen, weil sie unerlaubterweise den Internetzugang privat genutzt hat. Warum? Sie hatte freiwillig unbezahlte Überstunden gemacht um einen dringenden Kundenauftrag abzuwickeln, und hatte zu später Stunde geschaut, wann sie einen Bus nach hause erwischen kann. Vor Gericht hätte die Dame die Kündigung sicherlich unwirksam machen können – wollte sie aber garnicht. Wer will schon für so einen Laden arbeiten?

Aber echter Kontrollwahn zeichnet sich nicht nur durch Schikane der Angestellten aus; echter Kontrollwahn hat auch weder Sinn noch Verstand. Ein Praxisbeispiel: Der Außendienst einer Handelsfirma bekommt die Anweisung, jeden Tag genau darüber Buch zu führen, wie viele Cold Calls, Angebote, Servicetelefonate etc.  gemacht wurden. Ganz schön aufwendig. Nicht nur für die Außendienstmitarbeiter, sondern auch für die Vorgesetzten, die diese Zahlen und Vorgaben regelmäßig kontrollieren müssen. Dann hat jemand den Einwand, dass “200 Cold Calls” ja nicht beweisbar sind und hier ja “Raum für Manipulation und Betrug” wäre. Also sollen die Salesleute von nun an auch aufschreiben, welche Firmen angerufen wurden, mit wem man worüber gesprochen hat und die Kontaktdaten hinterlegen, damit gelegentlich stichprobenartige Kontrollen durchgeführt werden können. Das nun ca. 30 bis 40% der Arbeitszeit dieser Verkäufer für Schreibarbeiten draufgeht und eben nicht für das Verkaufen, ist schonmal vom Prinzip her schlecht für ein Handelsunternehmen. Aber weiterhin wird sich hier ganz schnell Frust im Team breit machen: Nicht nur wegen der deutlichen Demonstration fehlenden Vertrauens, sondern auch, weil ein Verkäufer mit stupider Schreibarbeit schlicht und ergreifend nicht glücklich ist. Das ist nicht sein Ding. Sein Ding ist verkaufen.

Liebe Leser, ich bin kein allwissendes Orakel, aber bei der Sache bin ich mir ganz sicher: Mit Überwachung, Kontrolle und Druck erreicht ihr genau das Gegenteil von dem, was ihr wollt. Eure Mitarbeiter werden frustriert, genervt und ängstlich sein, und so erreicht man nichts. Es ist für niemandem, in keinem Beruf, förderlich. Die Konzentration sinkt und damit auch die Effizienz, der Frust steigt und so sinkt das Engagement, und niemand wird sich Mühe geben, einen großartigen Job zu machen für Menschen, die dem weder trauen noch dies schätzen.

“Vertrauen ist gut; Kontrolle ist besser” manifestiert sich in unseren Köpfen leider immer mehr. Heute besteht Mr. 0 8 15 auf einen Ehevertrag; Eltern machen sich falsche Facebook-Accounts, um ihre Kinder auszuspionieren, und Firma XY behält sich vertraglich das Recht vor, alle Angestellten und deren Eigentum zu jedem Zeitpunkt unangemeldet durchsuchen zu können. Was für ein Armutszeugnis für uns und unsere Gesellschaft, und was für eine Sackgasse im Streben nach wirtschaftlichem Erfolg!

Freut euch auf den nächsten Post; dann gibt es Tipps und Tricks für sinnvolle Kontrolle der Arbeitsleistung.

Sei froh das du Angestellte hast!

Friday, October 2nd, 2009

Wenn du der Meinung bist “Die sollen froh sein, dass sie einen Job haben!” aufgepasst: Du bist auf dem Holzweg!
Wenn deine Angestellten soviel Umsatz generieren, dass sie dir Gewinne verschaffen, bist DU derjenige, der dankbar sein sollte!

Unternehmer neigen dazu, sich gerne als Wohltäter der Gesellschaft zu fühlen, weil sie Jobs schaffen. Das ist prinzipiell ja auch garnicht so verkehrt – es wird aber tragisch, wenn man tatsächlich der Meinung ist, dass einem deswegen der endlose Dank des Personals gebührt. Warum?

Stellen wir uns mal vor, du hast einen Friseursalon mit 5 angestellten Friseuren. Klar, du hast die Verantwortung, du hast das Risiko, du arbeitest mehr als alle anderen… aber das ist eben auch DEIN Job! Der Job deiner 5 Friseure ist es, dir mehr Umsatz zu generieren. Und wenn sie das schaffen (wenn sie es nicht tun ist es auch deine Schuld!) gebührt ihnen dein Dank. Denn egal was für ein verdammt toller Hund du bist: Alleine könntest du _niemals_ dem Umsatz von 6 Friseuren generieren. Nichtmal ansatzweise. Niemals.
Du könntest den ganzen Tag auf der Couch sitzen, und trotzdem würdest du Geld verdienen. Diese äußerst glückliche Situation wird einzig und alleine durch deine Angestellten möglich.

Deine Angestellten füllen _dein_ Bankkonto, und das regelmäßig! Daher sollst du deine Angestellten mindestens genauso gut behandeln wie deine besten Kunden!