Posts Tagged ‘Management’

Du musst wenigstens besser sein als dein Kunde

Friday, November 20th, 2009

Dieser Post schließt sich fast an den Vorherigen an. Aber keine Angst, es gibt nicht nur das Frisör-Beispiel! :-) Aber weil es sich hier als überbrückende Einleitung so eignet, fange ich damit mal an.

Bis auf das Haare schneiden mache ich alles,  was ich früher beim Frisör habe machen lassen, wie Färben, Augenbrauen zupfen und färben, oder auch mal eine Hochsteckfrisur, selber. Die pure Verzweiflung hat mich dorthin getrieben, und nun kann ich das alles so gut, dass ich kaum noch Frisöre finde, die mich mit ihrem Werk beeindrucken können. Ganz schön traurig, wenn man bedenkt, dass der Kunde durchschnittlich € 60 pro Stunde für dieses “Handwerk” zahlen soll.

Solche Situationen wecken manchmal den tief schlummernden Erschaffer in uns.
Und das kann man doch auf unendliche viele Dienstleistungsbereiche anwenden:
- Ich fühle mich in meinem Fitnessstudio nicht betreut und denke mir “Na dann kann ich ja auch joggen gehen – spart mir Zeit und Geld”.
- Ich habe mir im Copy Shop irre teure Visitenkarten drucken lassen, die so schief gestanzt wurden und so jämmerlich aussehen, dass ich die jetzt lieber selber drucke.
- Die Croissants beim Bäcker schmecken wie Isolierwolle und sollen € 1,25 das Stück kosten, obwohl ein Paket Blätterteig (für 4 Stück) für unter € 1 zu haben ist.
- Die Fotos vom Fotografen, für die ich -ohne Entwickeln!- € 50 bezahlt habe sehen so laienhaft aus, dass das ab jetzt mein Freund mit der Digicam übernimmt. Mit einem Bettlaken und GIMP sieht das Ganze sogar richtig ordentlich aus.

Und ich könnte noch ewig so weiter machen!

Halbherzige Dienstleistungen kann man sich heute nicht mehr teuer bezahlen lassen. Die Zukunft wird euch einholen meine Lieben, und euch ordentlich ins Gesicht spucken. Alleine durch das Internet kannst du deinem Kunden heute kein X mehr für ein U vormachen – der kann _alles_ nachlesen! Inzwischen müssen sich sogar Herzchirurgen regelmäßig Fachwörter von ihren Patienten um die Ohren hauen lassen – es ist ja alles nur einen Klick entfernt. Technik ist gut und günstig wie nie zuvor, “basteln” und “rumschrauben” wird wieder in…
Wer nicht spätestens jetzt auf “Dienst” und “Leistung” umschwenkt, wird gnadenlos vom Markt gefegt werden.

Marktpositionierung: Ja bitte wo denn?

Friday, November 20th, 2009

Ich nehme hier mal wieder mein beliebtes Beispiel Frisör, denn da muss jeder mal hin. Aus meiner Sicht gibt es für einen Frisörbetrieb diese generellen Positionierungsmöglichkeiten:

Low Budget
Frisierplatz reiht sich an Frisierplatz, es geht ein wenig chaotisch zu, schnelle Kundenabfertigung. Bei € 20 für einen Damenschnitt auch durchaus zumutbar. Standards wie Fönen, Frisieren oder ne Haarkur werden (gegen Aufpreis) angeboten.

Standard
Klingt ein wenig negativ, muss es aber nicht sein. Manchmal ist es besser die einfachen Dinge richtig zu können als tausend Dinge halbherzig zu machen. Wer also ein paar nette Extras beherrscht oder anbietet, wie z.B. kostenlosen Kaffee, Hochsteckfrisuren und ein gewisses Maß an Kundenservice, kann sich schnell einen Kundenstamm aufbauen, der auch gerne mehr zahlt.

High Class
Prosecco, Haarkur, Augenmassage? Wer das Dreifache für einen Haarschnitt bezahlt, kann auch einen entsprechend höheren Mehrwert erwarten. Eine zusätzliche Servicekraft, die ausschließlich für die Betreuung der Kunden und evtl. dem lupenreinen Auftritt des Geschäfts zuständig ist, ist meiner Meinung nach existenziell.

Und was macht der Durchschnitts-Frisör?
Der pickt sich die gewinnbringendsten, billigsten und einfachsten Punkte aus allen 3 Möglichkeiten raus!
Übrig bleibt:

  • Frisierplatz reiht sich an Frisierplatz
  • Es geht chaotisch zu
  • Schnelle Kundenabfertigung
  • Jeder Mist muss extra bezahlt werden
  • Das Angebot ist begrenzt
  • Es gibt höchstens Kaffee kostenlos, und auch nur, wenn lange Wartezeiten entstehen
  • und das Personal guckt dich kaum mit dem A**** an, wenn du rein kommst.

Und das alles dann aber bitte für den dreifachen Wert, der für diese Abfertigung angemessen wäre. Schließlich sind die Sperrholz-Möbel recht nett anzusehen, und man bietet tolle Wella-Produkte an. (Fast) Ein echter High Class Laden eben!!1!

Auf der Meckenheimer Hauptstraße gibt es 6 Frisörgeschäfte auf einer Länge von so 300 m – wie das überhaupt funktioniert ist mir schleierhaft. Wir sind hier ja nicht in Manhatten. Bei 3 von denen war ich jetzt schon, und von denen sieht mich keiner wieder. Ich würde sowohl zu einem High Class Laden als auch so einem Low Budget Geschäft gehen – so lange sie das was sie machen richtig machen, bin ich für alle Richtungen offen. Ich ahne aber nichts gutes – hat halt einen Grund, dass ich die verbleibenden 3 nicht zuerst aufgesucht habe. Und da ich in Bonn alle kenne und keinen schätze wird es wohl oder übel darauf hinaus laufen, dass ich eine Bekannte (und sehr talentierte Frisörin) bezahle 2 x 50 km zu fahren, um meine Haare zu schneiden.
Schon irgendwie traurig, oder?

Business 2.0

Friday, October 16th, 2009

Mit dem Begriff Web 2.0 spricht man vom Wandel der Internetnutzung durch Facebook, MySpace und Co. Denn während man das Internet früher eher zur Informationsbeschaffung genutzt hat, haben diese Anbieter einen deutlichen Wandel geschaffen: Es wird nicht mehr nur konsumiert, es wird aktiv mitgestaltet. Heute kann jeder ganz einfach seine “Fußstapfen” im World Wide Web hinterlassen.

Lasst uns unsere Unternehmen mehr nach diesem Prinzip gestalten!
Während wir uns heute eigentlich nur noch auf die Trendforscher verlassen, bleiben unsere Kunden viel zu sehr außen vor. Dabei würden besonders kleine und mittelständische Unternehmen von der “Beratung” Ihrer Kunden durchaus profitieren:

  • Dein Kunde weiß, was er will
    Trendforschung ist und bleibt ein Glücksspiel. Ein genauer Einbezug deiner Umstände (Standort, Kundenkreis, etc.) bleibt unberücksichtigt. Dein Kundenstamm hält dir aber alle Türen offen, um eine punktgenaue Analyse zu erhalten. Du erhälst die wertvolle Chance, dich vom “Einheitsbrei” der Konkurrenz abzuheben und deinen Kunden exakt das zu bieten, was sie wollen. Nutze diese Chance!
  • Dein Sympathiewert steigt
    Und das gleich aus drei Gründen: Menschen lieben es, nach Ihrer Meinung gefragt zu werden. Es vermittelt Wertschätzung und Vertrauen. Außerdem wird sich dein Kunde zwangsläufig mehr mit deinem Unternehmen beschäftigen – was die soziale Bindung an dein Unternehmen steigert, besonders wenn dein Kunde sich in den Neuerungen tatsächlich wiedererkennen kann. Des weiteren gibt es ein psychisches Phänomen, wenn man jemand um einen Gefallen bittet: Man würde meinen, dass uns derjenige, dem wir einen Gefallen tun, im Anschluss mehr schätzen und mögen wird. In unserem Kopf passiert aber genau das Gegenteil: Unser Sympathiewert für die Person, der wir einen Gefallen getan haben, steigt. Wahnsinn, aber wahr. Man nennt es den Benjamin Franklin Effekt. Changingminds.org hat sich eingehender mit dem Thema beschäftigt.

Wenn wir unsere Kunden um ihre Meinung fragen, können wir ihnen also nicht nur genau das bieten, was sie wollen, sondern sie mögen uns und unser Unternehmen auch noch mehr. Wenn das nicht vielversprechend klingt!

Ich habe vor einiger Zeit für einen Kunden einen Fragebogen für die Mitglieder seines Fitnessstudios erstellt. Bei Interesse findet ihr die unspezifische Version zum PDF-Download hier auf meiner Homepage. Ihr könnt den Fragebogen 1:1 verwenden oder euch Ideen klauen.
Tipp: Ihr könnt die PDF-Datei mit der freien Grafik-Software GIMP öffnen und euer spezifisches Layout und weitere Eingaben als neue Ebene einfügen.

Ran an die Kunden! :-)

Top 5: Aufbau eines bermerkenswerten Kundenservice

Friday, October 16th, 2009

Hier finde ich die Bezeichnung “bemerkenswert” toll – das Ziel ist nämlich, einen so guten Kundenservice zu bieten, dass dieser “bemerkt” wird. Ich habe mit Hilfe von einigen Quellen sowie meinen eigenen Erfahrungen eine Top 5 Liste der wichtigsten Punkte für einen solch bemerkenswerten Kundenservice verfasst:

  1. Kundenanfragen umgehend bearbeiten
    Ich bin immer sehr bemüht, meine täglichen Aufgaben strukturiert abzuarbeiten. Die Vorteile sind klar: Wer auf hundert Baustellen gleichzeitig arbeitet verlieht Fokus, Zeit und Effizienz. Aber es gibt eine große Ausnahme, für die ich alles, was ich gerade mache, umgehend fallen lasse: Kundenanfragen. Nichts hält mich davon ab, Kundenanfragen sofort zu bearbeiten, und eventuelle Probleme sofort zu beheben. Warum? Weil der Kunde wissen soll, dass er meine Priorität ist. Weil er wissen soll, dass ich sein Problem mindestens so ernst nehme wie er. Wer seine Kundenanfragen zu seiner Priorität macht, kann den Kunden nicht nur wieder zufrieden stellen, sondern sogar noch mehr Begeisterung für dein Unternehmen in ihm wecken.
  2. Probleme aus zwei Richtungen angehen
    Kommt auch in den besten Firmen vor: Eine Kunde hat eine Beschwerde. Nun gilt es, dass Problem zunächst umgehend für den Kunden zu beheben -  und im Anschluss eine Lösung zu finden, die dieses Problem _für immer_ aus dem Weg schafft. Von zwei Kunden die gleiche Beschwerde zu erhalten, obwohl man das Problem hätte lösen können, ist ein absolutes Customer Service No Go!
  3. R.E.S.P.E.C.T.
    Richtig schlimm wird es, wenn man dem Kunden Überlegenheit demonstriert. Sei es der wie ein brünftiger Hirsch rumstolzierende Fitnesstrainer, der Besserwisser-Blödmann bei der Telefonhotline oder wie neulich der Typ in dem Baustoffhandel, der mich ausgelacht hat als ich ihm erzählt habe, dass ich meine Küche selber bauen will. Patzig auf schwierige Kunden zu reagieren empfinde ich persönlich schon als undenkbar, aber wer sich so seinen Kunden gegenüber aufspielt, kann sich mit Sicherheit von 70% aller möglichen Aufträge verabschieden. Glaubt es mir: Man kann in irgendwas besser sein als andere, aber Menschen mögen es überhaupt nicht, wenn man noch mit dem Finger drauf zeigt und lacht.
    Schön fand ich dieses Beispiel von Raymond Chen (Microsoft). Es ist das perfekte Handling einer solchen Situation. Der Kunde wart sein Gesicht, das Problem ist gelöst, alle gewinnen.
  4. Vertrauen schaffen
    Große und Mittelständische Unternehmen haben es hier viel schwerer als kleine Unternehmen, wo man automatisch einige wenige Ansprechpartner hat. Um das Vertrauen deines Kunden zu gewinnen, solltest du allen Kunden einen Ansprechpartner zuordnen. Sende allen Kunden eines Mitarbeiters eine Email mit einem Foto, einem netten Brief dieser Person, sowie deren Kontaktdaten zu.
  5. Zufriedene, engagierte und geschulte Mitarbeiter
    Ich kann es halt nicht oft genug sagen. Glückliche Mitarbeiter erzeugen glückliche Kunden; verdrossene Mitarbeiter vertreiben sie. Und wenn du dein Team dann noch gezielt in diesem Bereich fortbildest schaffst du alle Vorraussetzungen, bemerkenswerten Kundenservice anzubieten.

Ich möchte euch noch ein paar weitere Quellen mit vielen Details und tollen und interessanten Geschichten ans Herz legen:

Ich freue mich über Diskussionen und Kommentaren zu diesem Thema.

P.S.: Meine Küche sieht übrigens jetzt schon richtig toll aus – wenn sie fertig ist werde ich hier ein Bild veröffentlichen, und dann sehen wir ja, wer zuletzt lacht, Herr Baustoffhändler. :-P

Sei froh das du Angestellte hast!

Friday, October 2nd, 2009

Wenn du der Meinung bist “Die sollen froh sein, dass sie einen Job haben!” aufgepasst: Du bist auf dem Holzweg!
Wenn deine Angestellten soviel Umsatz generieren, dass sie dir Gewinne verschaffen, bist DU derjenige, der dankbar sein sollte!

Unternehmer neigen dazu, sich gerne als Wohltäter der Gesellschaft zu fühlen, weil sie Jobs schaffen. Das ist prinzipiell ja auch garnicht so verkehrt – es wird aber tragisch, wenn man tatsächlich der Meinung ist, dass einem deswegen der endlose Dank des Personals gebührt. Warum?

Stellen wir uns mal vor, du hast einen Friseursalon mit 5 angestellten Friseuren. Klar, du hast die Verantwortung, du hast das Risiko, du arbeitest mehr als alle anderen… aber das ist eben auch DEIN Job! Der Job deiner 5 Friseure ist es, dir mehr Umsatz zu generieren. Und wenn sie das schaffen (wenn sie es nicht tun ist es auch deine Schuld!) gebührt ihnen dein Dank. Denn egal was für ein verdammt toller Hund du bist: Alleine könntest du _niemals_ dem Umsatz von 6 Friseuren generieren. Nichtmal ansatzweise. Niemals.
Du könntest den ganzen Tag auf der Couch sitzen, und trotzdem würdest du Geld verdienen. Diese äußerst glückliche Situation wird einzig und alleine durch deine Angestellten möglich.

Deine Angestellten füllen _dein_ Bankkonto, und das regelmäßig! Daher sollst du deine Angestellten mindestens genauso gut behandeln wie deine besten Kunden!

Mach was deine Kunden wollen!

Thursday, September 24th, 2009

Der ein oder andere wird jetzt denken: “Ist doch logisch!”. Sollte es eigentlich auch sein. Und trotzdem gibt es viele populäre Gegenbeispiele, wo dieser Grundsatz nicht nur unberücksichtigt geblieben ist, sondern der zahlende Kunde quasi noch bestraft wird.

Ich nehme mal ein Beispiel, das mich direkt betrifft. Ich habe mir eine DVD gekauft. “American Psycho”, um genau zu sein. Brav habe ich bis zur Dunkelheit gewartet, eine Portion Popkorn vorbereitet, erwartungsvoll die DVD in den Player geschoben… und dann musste ich mir über 10 Minuten einen blöden “Du bist Raubkopierer – Du bist Verbrecher” – Filmchen angucken, das sich _nicht überspringen lässt_. Man kann nicht zum Hauptfilm wechseln, man kann nicht mal vorspulen. Hätte ich mir den Film in Netz besorgt, müsste ich mich mit diesen Problemen nicht rumschlagen. Ich, der zahlende Kunde, werde für die Taten anderer bestraft. Und mir wird auch noch direkt vorgeworfen, ein Raubkopierer zu sein. Obwohl ich das verdammte Teil _gekauft_ habe!
Ich hätte echt große Lust, den Jungs und Mädels der veröffentlichenden Entertainment-Firma die Köpfe auf das nächste Tischbrett zu knallen und ihnen in die Ohren zu brüllen: “Denkt nach! Denkt doch verdammt nochmal nach!!”

Auch krass: Ein Freund von mir hat erzählt, dass er in seinem Fitnessstudio gebeten wurde, seine Tasche durchsuchen zu lassen, “weil derzeit viel geklaut wird”. Ja, haben die denn völlig den Verstand verloren?? Den gesamten Kundenstamm unter Generalverdacht zu stellen, nur weil irgendwer ne billige Flasche Body Lotion aus der Umkleide gemoppst hat?

In diesem Artikel vom Kundenservice Blog wird ein Bericht der Harvard Business Review beschrieben, in welchem dem Leser nahegelegt wird Kunden, die eine Neuerung nicht annehmen wollen (Bsp. Onlineshop etc.), aktiv dafür zu bestrafen. Natürlich ist es kostengünstiger für ein Unternehmen, Anfragen online entgegenzunehmen, anstatt eine hochbesetzte Telefonzentrale zu beschäftigen. Aber: Wenn doch diese Telefon-Kunden ein lohnendes Geschäft generieren, sollte man dies nicht nutzen, anstatt ihnen die Tür vor der Nase zuzuknallen? Außerdem werden langfristig mehr Kunden in die Netzwelt einsteigen. Und wenn man diese dann auch noch für das Nutzen der Online-Lösung _belohnt_ – ist das nicht in den meisten Fällen 1000 mal wirtschaftlicher?

Mach was deine Kunde wollen!
Es gibt kaum einen wichtigeren Grundsatz im Geschäftsleben. Frage dich bei allen Aktionen, Promotions etc. immer: “Ist es das, was meine Kunden wollen?”
Wenn die Antwort kein 100%iges “JA!” ist: Vorhaben dringend überarbeiten!

Wann haben dich deine Mitarbeiter das letzte mal begeistert?

Monday, September 21st, 2009

Wenn die Antwort hier nicht “Erst heute” heißt: Buckle up! Wir haben viel zu tun.

Es ist deine Firma. Niemand kann sich dafür mehr begeistern als du selbst. Wenn du selbst von deinen Mitarbeitern nicht begeistert bist, wie sollen sich deine Kunden für diese begeistern??

Stellen wir uns einmal vor, dass Jeder, der dein Geschäft betritt oder eure Zentrale anruft, begeistert ist. Nicht nur zufrieden, sondern tatsächlich begeistert. Was würde den Kunden dann noch von einem Kauf abhalten, wenn das Produkt und der Preis stimmt? Genau! Garnichts. Begeisterung für etwas oder jemanden ist ein zentraler Punkt für eine Kaufentscheidung.

Für dich heißt das: Aussortieren. Das mag hart klingen, aber du bist Unternehmer. Unternimm was!
Es gibt diese Menschen, die es einfach schaffen, jeden zu begeistern. Konzentriere dich genau darauf, diese Personen zu finden. Verschwende deine Zeit nicht damit, aus einer Kuh einen Elefanten zu machen – es gibt genug Elefanten da draußen, die nur darauf  warten, von dir entdeckt zu werden. Sie werden sich für dich und dein Unternehmen einsetzen, alles daran setzen, erfolgreich zu sein – und dir zufriedenere Kunden und  neue Kunden bescheren.

Ich kenne Unternehmer, die ein Restaurant aufmachen, aus 10 Bewerbern 4 Kellner aussuchen, und denken “So, das wäre geschafft.”
Recruitment ist ein ständiger Prozess. Höre niemals auf, nach gutem Personal zu suchen. Das heißt das du, wo immer du bist und was immer du machst, die Augen offen halten musst. So kenne ich z.B. einen Versicherungsmakler, der seinen Assistenten-Job mit der Sprechstundenhilfe seines Zahnarztes besetzt hat. Weil er bei seinem Termin so begeistert von ihr war, dass er sie unbedingt an Bord haben wollte.  Einfach lies sie sich auch nicht abwerben – er hat ihr ganze 20% mehr Geld angeboten, bevor sie zugesagt hat. Jetzt, nach ca. 2 Jahren, freut er sich immer noch wie ein kleines Kind, wenn man ihn nach seinem “Fund” fragt. Ob er zufrieden ist? Er ist begeistert! Und seine Kunden auch. Was sind schon 20% mehr Lohn, wenn du die Wahl hast zwischen Mittelklasse und Top? Was ist nun Geldverschwendung; die 20% mehr Gehalt für deine Top-Kraft, oder ist es nicht eher das komplette Gehalt für eine durchschnittliche Kraft?

Der Schlüssel ist, das Maximale aus deinen Möglichkeiten herraus zu holen. Das heißt natürlich auch, dass du deine Angestellten, wenn sie ihren Job überdurchschnittlich gut machen, halten musst. Anerkennung, nicht nur finanziell sondern auch im Generellen, sind der Schlüssel, um deine “Pferdchen” auch in deinem Stall zu halten. Mehr zu diesem Thema gibt es im nächsten Post.

Hier steht und fällt es im Dienstleistungssektor: Recruitment für den Service

Monday, August 31st, 2009

Kundenservice. Nur wenige Bereiche im Dienstleistungssektor haben so viel Macht, eine echte Abgrenzung zur Konkurrenz zu erzeugen. Aber viele Geschäftsbetreibende erkennen dies scheinbar nicht. Ich sehe es sowohl im geschäftlichen, als auch im privaten Leben immer wieder. Da wird eine Verkäuferin eingestellt, und es wird ihr mit auf den Weg gegeben: “Sag’ guten Tag, wenn jemand rein kommt.” “Frag’ den Kunden, ob du ihm helfen kannst.” “Kümmer’ dich um den Kunden”. Klingt doch gut, oder?
Und dann steht Sie vor mir. Ihr “Guten Tag” klingt eher wie “Oh Gott, Kundschaft!”.  Zügig dackelt sie zu dem Kleiderständer, an welchem ich erst vor 2 Sekunden angekommen bin und es tönt energisch: “Kann ich Ihnen helfen?” Mmm, ich fühle mich ein wenig ungeschätzt. Ist ja nicht so, das ich den Laden ausrauben will. “Ich suche nichts Spezielles; ich sehe mich erstmal ein wenig um.”
Tja, und dann steht sie da. Sie soll sich ja um mich kümmern. Unter so viel argwöhnischer Beobachtung vergeht mir schnell die Lust am Shoppen. Ich meine, würdet ihr der Frau für irgendwas Geld geben wollen? Leute, meine Kiosk-Frau macht besseres CRM!! Soll ich die mal vorbei schicken?

Egal ob Restaurant, Fitness Studio, Friseur Salon oder Bekleidungsgeschäft – die Servicewüste Deutschland ist sehr viel größer, als so mancher vermutet. Aber es gibt sie ja, die (wenigen aber umwerfenden) Gegenbeispiele. Wo man den Servicemitarbeiter direkt sympathisch fand, sich gut betreut und beraten fühlte und die Kaufentscheidung so viel leichter war. Wem ist das noch nicht passiert? Das man nur “mal schauen” wollte, und bevor man sich versieht, hat man den neuen LCD-Fernseher schon in den Kofferraum geladen. Und weil einem nichts aufgeschwatzt wurde, sondern der Verkäufer “nur” einen echt guten Job gemacht hat, ist man auch noch happy darüber!

Was muss ich beim Recruitment von Servicepersonal beachten?

  1. Die 30 Sekunden – Chance
    Wie ist das Auftreten der Person, die sich da bei mir vorstellt? Schafft er/sie es, trotz verständlicher Nervosität, offen, freundlich und ohne Scheu auf mich zu zugehen? Ist mir die Person sofort sympathisch? Würde ich dieser Person mein Vertrauen schenken? Schon die ersten 30 Sekunden eines Vorstellungsgespräch treffen eine sehr wichtige Aussage über die Aussichten auf eine spätere, erfolgreiche Performance dieser Person. Alles andere, wirklich alles, was diese Person für den Job können muss, kann man fast ausnahmslos lernen. Aber verschwenden Sie um Himmels Willen keine Energie in dem Sie versuchen, einer Person Freundlichkeit, Zuvorkommenheit und Menschenoffenheit beizubringen. Die Erfolgsaussichten sind undenkbar schlecht.
  2. Umgangsformen und soziale Kompetenz
    Beginnen Sie z.B. mit der Durchsicht des Lebenslaufs. Lassen Sie die Person gewisse Punkte erläutern; stellen Sie Fragen zu den vorherigen Positionen. Worauf Sie hierbei achten sollten: Kann sich die Person schnell, verständlich und präzise ausdrücken? Sind diese Antworten offen und ehrlich, oder klingen Sie eher wie Seite 17 aus einem Buch über Bewerbungsgespräche? Werden Umgangsformen beachtet? Finde ich die Person immer noch sympathisch, aufgeschlossen, freundlich? Wenn ich Fragen stelle, die eine Stresssituation hervorrufen (Warum waren Sie nur 3 Monate bei Ihrer letzten Anstellung? Warum haben Sie kein Arbeitszeugnis von Betrieb XY?); schafft die Person es, Ruhe zu bewahren und die Verhältnisse zufriedenstellend und souverän zu erläutern?
  3. Keine Alleingänge
    Im Anschluss an das Vorstellungsgespräch ist es immer sinnvoll, die Person den Kollegen vorzustellen. Geben sie allen die Möglichkeit, sich und ihre Aufgaben im Betrieb kurz unter vier Augen zu erläutern. Die Person soll ja nicht nur Ihnen sympathisch sein. Diskutieren Sie im Anschluss mit Ihren Mitarbeitern. Wir war der Eindruck? Ist die Person sympathisch? Oder fand jemand das Lächeln zu aufgesetzt, kam die Person eingebildet und desinteressiert rüber? Schien sie interessiert an den betrieblichen Abläufen? Hat sie alles nur abgenickt oder einen echten Beitrag zu den Gesprächen geleistet?

Wenn Sie diese Punkte beachten, stehen Ihre Chancen, einen echten Gewinn für Ihren Kundenservice an Board zu holen, schon relativ gut. Wie Sie die Einarbeitung gestalten sollten, und worauf Sie während der Probezeit unbedingt achten müssen, erläutere ich in einem folgenden Post.

Bis dahin hoffe ich auf Kommentare, die Diskussionen zu diesem Thema anregen.