Vor einiger Zeit wurde ja die “Lebensmittel-Ampel” diskutiert – Lebensmittel sollten mit Hilfe der Ampelfarben nach Zucker- und Fettgehalt gekennzeichnet werden. Jetzt ist das mit der Ernährungslehre aber doch nicht ganz so einfach – Nüsse z.B. würden in den “bösen Bereich” fallen, obwohl deren Inhaltsstoffe, besonders die ungesättigten Fettsäuren, viele positive Eigenschaften auf den Organismus haben. Cola light wiederum läge im “grünen Bereich”, trotz seiner künstlichen Herstellung und fehlender Nährstoffe.
Es gilt also, Menschen ihre Ernährung näher zu bringen und sie über gesundes Essen aufzuklären – der “einfache Weg” der Ampel kann dies nicht ersetzen. Das hat sogar die EU jüngst erkannt.
Eine neue Idee, diesmal aus der Ecke der Umwelt-Schützer, soll den Emissionsaufwand der verschiedenen Lebensmittel kennzeichnen. Denn nach den “versteckten Kalorien” kommen jetzt die “versteckten Emissionen”. Nordseekrabben zum Beispiel. Die kommen in der Regel aus Holland oder Belgien, wenn nicht aus Deutschland, und können mehr oder weniger als “Region-nahes” Produkt angesehen werden. Im Vergleich mit dem Norwegischen Fjordlachs auf jeden Fall. Sollte man meinen. Aber leider sieht die Realität anders aus: Fast ausschließlich werden Nordseekrabben in Marokko gepuhlt. Sie werden in Kühl-LKWs verladen und machen eine Reise um die halbe Welt, bevor sie wieder in unseren Kühlregalen landen. Als Verbraucher kann man dies nicht erkennen. Nur das Ursprungsland muss angegeben werden; die vielen Zwischenstationen auf dem Weg zu unserem Einkaufswagen bleiben weitesgehend unerkannt.
Die britische Initiative “Product Carbon Footprint” ist in Deutschland gescheitert. Als Grund nannte das Bundesumweltministerium, dass doch tatsächlich Emissions-ausstoßende Produkte wie PKWs oder Heizungen einer viel dringenderen Handlung bedürfen, und die pro Kopf verursachten Emissionen nur zu 20% durch Lebensmittel entstehen.
Aber da muss man sich doch fragen: Sind es 20% nicht wert, darüber zu sprechen und Menschen aufzuklären? Das wir durch Auto fahren und heizen viel Energie verbrauchen und die Luft belasten, ist uns doch klar. Aber das Rindfleisch 10 mal mehr Emissionen als Geflügelfleisch verursacht – Wusstest du das?
Während es bei der PCF-Initiative um den Erhalt oder Nicht-Erhalt einer kennzeichnenden Plakette geht, gehen Umweltschützer aus Belgien einen Schritt weiter: Der Vorschlag zu der Emissions-Ampel sieht vor, die Produkte nach Flug-, Auto- und Schiffsweg zu unterteilen. Denn verschiffte Produkte zum Beispiel verursachen in der Regel 40% weniger Emissionsausstoß als Produkte der Luftfracht. Als Verbraucher könnte man so eine vernünftigere Auswahl treffen und tatsächlich etwas für den Umweltschutz tun.
Sinnvoller Vorstoß oder Blödsinn? Interessiert das den Verbraucher überhaupt?
Ich freue mich auf eure Kommentare!