Posts Tagged ‘Kunden’

Wenn der Kunde nervt

Friday, April 9th, 2010

Mein Freund braucht dringend einen Haarschnitt. Klar, am Freitag Nachmittag wollen den viele. Aber wenn ich nur bei der Frage “Haben Sie heute noch einen Termin frei?” schon in ein fast entsetztes, aber auf jeden Fall entnervtes Gesicht gucke, könnte ich einen Anfall kriegen.

Ja, eilige Anfragen zum unpassendsten Zeitpunkt sind nervig. Stressige Kunden können einem mächtig auf den Zeiger gehen. Aber: Der Kunde will was von mir, dass er zu entlohnen bereit ist. Diese “Kotz-würg, mein Kunde will was von mir!”-Mentalität macht mich echt stinksauer.

Bei oben genanntem Beispiel gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten:

  • Ich habe die Zeit den Kunden zu bedienen; also kriegt er einen Termin. Ich ärgere mich nicht über die 30 min., die ich länger arbeiten muss, oder das es doch etwas hektisch wird am sonnigen Freitag Nachmittag, sondern freue mich über die zusätzlichen 50 Flocken in der Kasse.
  • Ich habe keine Zeit für den Kunden; also entschuldige ich mich (!) und biete dem Kunden umgehend den nächstmöglichen Termin an. Dabei zeige ich offen und ehrlich, dass mir viel daran liegt, dass der Kunde mir noch eine Chance gibt.

Was ich ganz sicher nicht mache, ist zu sagen “Oh, heute hab ich echt Stress; nachher kommen noch zwei Leute zum Färben. Morgen wärs mir lieber.” Ja, genau das habe ich heute gehört, gepaart mit schlecht unterdrücktem Augen-rollen und einem leidenden Blick.
Was, soll ich mich als Kunde noch entschuldigen, dass ich was von dir will?

Der Respekt vor dem Kunden ist vollständig verloren gegangen. Der Kunde mutiert zum Feindbild, nicht nur was “die Nerverei” angeht.  Wie oft höre ich Geschäftstreibende darüber schimpfen, dass es “schlecht steht”, weil 10% der Kunden ihre Rechnung nicht pünktlich bezahlen. Ich kann den Frust ja verstehen, aber ganz ab und zu sollte man einfach auch mal sagen: “90% meiner Kunden zahlen ihre Rechnung pünktlich. Cool!”. Der Frust über einzelne Kunden wird direkt auf den ganzen Kundenstamm übertragen. Zahlende Kunden zu bestrafen ist ja auch richtig “in” geworden. Wie oft beklagen sich Leute über die Discount-Konkurrenz und schimpfen auf die Kunden, die “für Qualität nichts mehr zu zahlen bereit sind.” So ein Schwachsinn!! Die Wahrheit ist: Der Kunde hat erkannt, dass er für sein Geld nicht genug kriegt. Die Firmen, die wirklich gute Arbeit leisten, können sich das sehr wohl bezahlen lassen. Jeder der versucht, sich was anderes einzureden, belügt sich selbst. Und jeder, der es dem Kunden übel nimmt, weil der nicht für gleiche Leistung mehr zahlen will, sollte sich dank seines ausgeprägtem Wirtschaftsverständnisses (Sarkasmus!) nicht über schlechte Zahlen im Laden wundern.

Übrigens: Frisör Nummer 4 hat sich für Variante 1 entschieden; die anderen haben Variante 3: Garnichts gewählt.
Die schwierige Mission “Männerhaarschnitt” ist nun endlich geglückt. Yay!

10 Tipps für Servicekräfte

Tuesday, March 23rd, 2010

Egal ob Restaurant, Nagelstudio oder Bekleidungsgeschäft – diese Regeln sind existenziell und gelten für alle Service-Bereiche.

  1. Körperhaltung
    Wenn man als Servicekraft dem Kunden komatös entgegen schlufft, kann man auch gleich brüllen: “Hier pennen alle; wir haben keinen Bock auf Kundschaft; Hau’ bloß ab!” Aufrechte Haltung, Blick nach vorne, leichter Gang.
  2. Angemessenes Tempo
    Keine hektischen Bewegungen – es sieht unprofessionell aus, und Fehler oder gar Unfälle häufen sich. Gleichzeitig muss man sich aber energisch und aufgeweckt bewegen und nicht den Eindruck erwecken, man hätte die Hände in der Hosentasche.
  3. Sauberkeit
    Ungepflegtes Auftreten ist ein absolutes No-go. Außerdem muss man penibel auf die Sauberkeit und Ordnung der Arbeitsgeräte und -bereiche achten.
  4. Zurückhaltung
    Mit der Zeit entwickelt man ein recht gutes Gespür dafür, mit welchem Kunden man auch mal einen Spaß machen oder einen Small Talk halten kann. Aber generell gilt: Zurückhaltung. Der Kunde ist der Star der Show, nicht du.
  5. Privatperson muss draußen bleiben
    Vor dem Kunden werden keine Privatgespräche geführt. Klar kann man sich in ein Gespräch mit einem Kunden einbringen, aber wer wo wann auf wessen Party war etc. – solche Gespräche dürfen nicht vor den unbeteiligten Kunden stattfinden.
  6. Zuhören
    Das ist tricky, denn der Mensch neigt dazu schon eine Antwort vorzubereiten, anstatt wirklich und bis zum Ende zuzuhören. Aber es ist unendlich wichtig, die Anliegen des Kunden wirklich zu verstehen. Andernfalls ist weder ein guter Kundenservice, noch eine befriedigende Arbeitsleistung möglich.
  7. Bitte und Danke
    Das hört sich einfach an, aber im Praxistest fallen hier viele auf die Nase. Dabei ist es so wichtig: Das “Bitte” impliziert dem Kunden, dass du etwas für ihn tust – das “Danke” impliziert, dass du dich über den Auftrag freust.
  8. Selbstbewusstsein
    Um im Job selbstbewusst aufzutreten, gibt es ein ganz einfaches Rezept: Know your stuff. Kenne deine Produkte, die Angebote, die Details. Wer seinen Job gut macht, tritt automatisch selbstbewusst auf.
  9. Umgangsformen
    Hier geht es nicht darum, einfach nur freundlich und höflich zu sein. Du musst die Regeln kennen! Gehe ich vorweg oder geht der Kunde vorraus? Sagt man nun “Gesundheit”, oder nicht? Wie “nah” darf/soll ich dem Kunden kommen? Diese Regeln sind nicht nur die Ergüsse gelangweilter Bolzen; auch unbewusst haben diese Regeln einen hohen Einfluss. Es geht also nicht nur darum die Kunden zufriedenzustellen, die die Regeln kennen; es geht vor allem darum, den Kunden nicht unangenehm aufzufallen.
  10. Rolling Stone
    Wer rastet, der rostet. Halte dich über News auf dem Laufenden, bilde dich weiter, interessiere dich für das, was du tust. Auch wenn dein Arbeitgeber dies nicht explizit fordert. Es verschafft dir Selbstbewusstsein; sorgt dafür, dass du einen besseren Job machen kannst – und es ist eine wichtige Investition in deine Zukunft.

Klingt eigentlich alles recht einfach. Aber die Praxis zeigt: Es ist nicht einfach. Besonders für das Management gilt: Das Team schulen, motivieren, mit gutem Beispiel vorran gehen – und natürlich kontrollieren, ob das Team die Latte auch über einen längeren Zeitraum hochhalten kann. Es kostet Zeit, Schweiß, Nerven – aber es lohnt sich, versprochen!

Neue Wege der Preisgestaltung

Thursday, February 4th, 2010

Was berechne ich für meine eigene Arbeitskraft? Wieviele Kunden werde ich haben, auf die ich die Kosten der Vorbereitung umlegen kann? Welche Produktionskosten habe ich? Welche Kosten könnten noch auf mich zukommen? Bleibt am Ende überhaupt was übrig? Was berechnen die eventuellen Konkurrenz-Betriebe?

Viele Unternehmer, besonders im Dienstleistungsbereich, kommen dann leider irgendwann auf einen Betrag, der bei “so wenig wie irgend möglich” liegt; das Resultat aus einer heftigen Kalkulation eines Zwischenwertes von “Das brauche ich zum Überleben” und “Das kann ich nehmen, um konkurrenzfähig zu bleiben”. Andere wiederum setzen bewusst auf ein Top Dog-Image oder bieten besondere Qualität, um höhere Preise rechtfertigen zu können. Beim Stichwort “Marktpositionierung” dreht es sich oftmals zusammengefasst eigentlich nur um eine Entscheidung: Wer soll mein Kundenstamm sein? Arm oder reich?

Jetzt gibt es da aber ein paar junge Wilde in der Welt der Unternehmer, die ihre Preise nach einem ganz bestimmtem Prinzip festgelegt haben: Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Und deshalb bieten sie ihren Kunden verschiedene Module, die auf unterschiedliche Bedürfnisse der Kunden ausgelegt sind.

Vom Prinzip her ist diese Herangehensweise nicht neu: Nicht nur die “neue Medien” wie z.B. die Telefongesellschaften oder Softwareunternehmen bieten seit Jahren verschiedene Modelle ihrer Leistungen. Auch Autowaschanlagen, Krankenhäuser, ja selbst die Bahn hat erkannt: Biete deine Leistung für eine lohnend breite Masse an, aber scheuch’ um Himmels Willen nicht die Kunden weg, die mehr zahlen wollen. Das Ziel: Durch möglichst volle Auslastung aller Ressourcen den maximal möglichen Gewinn erwirtschaften.

Jetzt gehen die “jungen Wilden” aber einen Schritt weiter: Sie bieten ihren Kunden sehr flexible Möglichkeiten zum Wechseln innerhalb dieser Module. Die Kunden können ohne lange Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen die Angebote ändern – sowohl nach oben, als auch nach unten. Und wer nicht mehr Kunde sein will, der darf auch gehen.
Wenn man sich dann mehr mit dieser Art der Preisgestaltung beschäftigt, stolpert man immer wieder über die Berichte von Managern, die genau diese Preisstrategie als einen der Schlüsselpunkte ihres Erfolges bezeichnen.

Was macht dieses Prinzip so erfolgreich?
Zunächst einmal: Unser Leben heute ist eine Achterbahnfahrt. Mein Opa hat damals eine Ausbildung bei der Bahn gemacht, und war bis zu seiner Rente Angestellter der Bahn. Wer erlebt so etwas heute noch? Es gibt keine Jobsicherheit mehr, für niemanden. Ohne “berufliche Umorientierung” geht es heute oft garnicht mehr. Und dies geht einher mit wechselnden Einkommen und nicht selten auch kurzen Engpässen, in denen man den Gürtel einfach mal enger schnallen muss. Auch die Lebensphasen haben sich in den letzten 50 Jahren drastisch verändert: Heute starten viele erst in ihren 30ern mit der Familienplanung, oder bekommen Kinder im Alter von 20 Jahren und dann nochmal mit 40. Gut verdienende Singles im vorangeschrittenden Erwachsenenalter – vor 50 Jahren eigentlich nicht existent, heute fast schon Usus.
Und: Die meisten Menschen leben nicht in den Schubladen, in die sie das Nachmittagsprogramm vieler Privatsender reinschupsen will. Menschen kaufen ihre Lebensmittel im Reformhaus und ihre Schuhe bei Deichmann. Andere Menschen gehen nie auswärts essen, aber haben einen riesen Flatscreen-Fernseher zu hause. Wer ist denn schon “nur Luxus” oder “nur billig”?

Dies könnte besonders für die Dienstleistungs-Unternehmen eine zukunftsweisende Erkenntnis sein. Egal ob nun Fitnessstudio, Friseur, Restaurant oder Fensterputzer – anstatt sich für eine Richtung entscheiden zu müssen, und schlimmstenfalls damit auf die Nase zu fallen, könnte man seine Kunden langfristig und flexibel auch über wechselnde Lebensumstände und unterschiedliche Prioritäten hinaus begleiten und als nachhaltige und beständige Stammkunden (und Einnahmequelle!) gewinnen. Außerdem kann man genau die Kundenkreise erschließen, die bisher gezögert haben, eben weil sie keine Möglichkeit sehen, sich für Jahre an einen kostspieligen Vertrag zu binden.

Sind diese Preis-Module sinnvoll, und wie könnte eine Umsetzung in die Praxis für die verschiedenen Branchen aussehen?
Diskussion bitte! :)

Auf die Sprache kommt es an!

Friday, January 29th, 2010

Diesen Bericht vom Start Up Blog fand ich super. Steve erzählt, dass der Umzugsunternehmer seines Cousins während der Ablaufbesprechung Folgendes zu ihm gesagt hat:

“Pass auf, ich weiß du machst so etwas nicht jeden Tag; ich aber schon. Ich werde dafür sorgen, dass alles glatt läuft und ihr gut betreut seid.”

Kompetent, einfühlend, beruhigend, sympathisch, vertrauenserweckend. Und das alles in nur 2 Sätzen!

Wie wir mit unseren Kunden sprechen, ist ein ganz wichtiger Faktor für einen guten Kundenservice, die Kundenzufriedenheit und den entsprechenden wirtschaftlichen Erfolg.
Verabschiedet euch von Telefonleitfäden, Handbuch-Zitaten oder dem Herunterleiern von Fachbegriffen – “redet” einfach mal wieder mit euren Kunden. Lasst sie wissen, dass am anderen Ende der Leitung ein Mensch sitzt. Der zuhören kann, Verständnis hat und helfen will.

Wann hat euch das letzte mal jemand durch Sprache richtig begeistert?

Kleine Dinge mit viel Wirkung

Thursday, December 3rd, 2009

Ich war letzte Woche auf dem Weihnachtsmarkt in Troisdorf unterwegs. Ich musste mir sehr dringend die Hände waschen, also bin ich ins Restaurant “Steffens Eck” und habe höflich gefragt, ob ich mir ausnahmsweise kurz die Hände waschen darf. Durfte ich nicht. Mal abgesehen davon, dass ich das menschlich ganz furchtbar finde (war nicht jeder schonmal in der Situation, dringend eine Toilette aufsuchen zu müssen?), auch abgesehen davon, dass ich nicht gerne essen würde bei Leuten, die anderen nichtmal das Händewaschen genehmigen: Auch meinen anderen Gästen gegenüber wäre es mir unendlich peinlich, jemandem mit einem solch einfachen und dringenden Gesuch so abzuschmettern. Bei mir als unbeteiligtem Gast würde das einen sehr negativen Eindruck hinterlassen.
Aber es geht ja auch anders: Im Eiskaffee Ecke Kölnstraße / Von-Loe-Straße wurde ich nicht nur sehr nett empfangen und mir der Gang zur Toilette genehmigt; beim Rausgehen hat der Besitzer sogar noch sehr freundlich “Danke und einen schönen Tag noch!” gerufen. Und wisst ihr was? Wann immer ich in Troisdorf bin, und Durst auf einen Kaffee habe, werde ich genau dorthin gehen. Selbst wenn es ein Umweg ist. Die haben mich als ewigen Fan gewonnen! Den Cappuccino, den ich mir später dort noch gegönnt habe, kann ich auch nur empfehlen. Sehr lecker, und ein äußerst fairer Preis. Und alle Angestellten dort sind wirklich auffallend freundlich, ohne das es gekünstelt wirkt. Da hat jemand auch beim Recruitment alles richtig gemacht!

So “einfach” kann man manchmal schon Fans gewinnen.
An dieser Stelle also Danke an das Team dieser Eisdiele, deren Namen ich im Internet leider nicht finden konnte; ihr seid voll cool! :-)
Wenn ihr euch jetzt noch bei Google eintragt (es ist kostenlos!) habe ich garnichts mehr zu meckern! :-)

Du musst wenigstens besser sein als dein Kunde

Friday, November 20th, 2009

Dieser Post schließt sich fast an den Vorherigen an. Aber keine Angst, es gibt nicht nur das Frisör-Beispiel! :-) Aber weil es sich hier als überbrückende Einleitung so eignet, fange ich damit mal an.

Bis auf das Haare schneiden mache ich alles,  was ich früher beim Frisör habe machen lassen, wie Färben, Augenbrauen zupfen und färben, oder auch mal eine Hochsteckfrisur, selber. Die pure Verzweiflung hat mich dorthin getrieben, und nun kann ich das alles so gut, dass ich kaum noch Frisöre finde, die mich mit ihrem Werk beeindrucken können. Ganz schön traurig, wenn man bedenkt, dass der Kunde durchschnittlich € 60 pro Stunde für dieses “Handwerk” zahlen soll.

Solche Situationen wecken manchmal den tief schlummernden Erschaffer in uns.
Und das kann man doch auf unendliche viele Dienstleistungsbereiche anwenden:
- Ich fühle mich in meinem Fitnessstudio nicht betreut und denke mir “Na dann kann ich ja auch joggen gehen – spart mir Zeit und Geld”.
- Ich habe mir im Copy Shop irre teure Visitenkarten drucken lassen, die so schief gestanzt wurden und so jämmerlich aussehen, dass ich die jetzt lieber selber drucke.
- Die Croissants beim Bäcker schmecken wie Isolierwolle und sollen € 1,25 das Stück kosten, obwohl ein Paket Blätterteig (für 4 Stück) für unter € 1 zu haben ist.
- Die Fotos vom Fotografen, für die ich -ohne Entwickeln!- € 50 bezahlt habe sehen so laienhaft aus, dass das ab jetzt mein Freund mit der Digicam übernimmt. Mit einem Bettlaken und GIMP sieht das Ganze sogar richtig ordentlich aus.

Und ich könnte noch ewig so weiter machen!

Halbherzige Dienstleistungen kann man sich heute nicht mehr teuer bezahlen lassen. Die Zukunft wird euch einholen meine Lieben, und euch ordentlich ins Gesicht spucken. Alleine durch das Internet kannst du deinem Kunden heute kein X mehr für ein U vormachen – der kann _alles_ nachlesen! Inzwischen müssen sich sogar Herzchirurgen regelmäßig Fachwörter von ihren Patienten um die Ohren hauen lassen – es ist ja alles nur einen Klick entfernt. Technik ist gut und günstig wie nie zuvor, “basteln” und “rumschrauben” wird wieder in…
Wer nicht spätestens jetzt auf “Dienst” und “Leistung” umschwenkt, wird gnadenlos vom Markt gefegt werden.

Wo bin ich hier?!

Monday, October 26th, 2009

Im ruhigen und beschaulichen Meckenheim gibt es ein neues Bekleidungsgeschäft. Nichts Spektakuläres; ein bisschen Street One, ein bisschen S. Oliver, ein bisschen Esprit – so wie zig tausende andere Läden auch. Aber schlecht fand ich die Idee nicht, Basics wie Schals, Shirts oder Hosen in der Nähe ersteigern zu können. Gepaart mit einer ordentlichen Portion Kundenbetreuung hat sowas anderswo schon sehr lukrativ funktioniert. Gerade weil die meisten Einkaufsmeilen so überlaufen und chaotisch sind, hat man als kleiner Laden außerhalb echt große Chancen genau diese Kunden anzusprechen, die beraten, bedient oder auch nur irgendwie beachtet werden möchten.
Ich also da rein, natürlich mit super Laune, so wie das halt ist, wenn Frauen ein Geschäft betreten. Außer mir war in dem großen, lichtdurchfluteten Raum nur eine weitere Kundin, eine Verkäuferin sortierte Kleidung in den Regalen, eine weitere war im Kassenbereich mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Es wäre ein Einfaches gewesen, mich beim Betreten des Geschäfts zu begrüßen, aber – nichts. Nichtmal ein Blick in meine Richtung. Ok… ich schau mich mal ein wenig um und warte, was passiert. Aber es passiert nichts. Selbst als ich beim Durchsehen direkt an der einen Verkäuferin vorbei komme – nichts. Kein Aufblicken, keine Reaktion. Null.
Wow, sowas macht mich sauer. Als ich an der anderen Kundin vorbei komme sage ich laut: “Entschuldigen Sie, können Sie mich sehen?” Ich ernte ein zögerliches “Ja?!”. “Gott sei Dank!” erwiedere ich, “ich dachte schon, ich bin unsichtbar!” und raus war ich (auf meine Worte folgte zwar ein erstauntes Aufblicken, aber keine weitere Reaktion). Und Wunder oh Wunder: Ich komme auch nicht wieder.
So schnell kann es gehen. Dumm gelaufen so ganz generell; in einer Kleinstadt mit Produkten, die man überall kaufen kann aber, ist es das Schlimmste, was man falsch machen kann.

Business 2.0

Friday, October 16th, 2009

Mit dem Begriff Web 2.0 spricht man vom Wandel der Internetnutzung durch Facebook, MySpace und Co. Denn während man das Internet früher eher zur Informationsbeschaffung genutzt hat, haben diese Anbieter einen deutlichen Wandel geschaffen: Es wird nicht mehr nur konsumiert, es wird aktiv mitgestaltet. Heute kann jeder ganz einfach seine “Fußstapfen” im World Wide Web hinterlassen.

Lasst uns unsere Unternehmen mehr nach diesem Prinzip gestalten!
Während wir uns heute eigentlich nur noch auf die Trendforscher verlassen, bleiben unsere Kunden viel zu sehr außen vor. Dabei würden besonders kleine und mittelständische Unternehmen von der “Beratung” Ihrer Kunden durchaus profitieren:

  • Dein Kunde weiß, was er will
    Trendforschung ist und bleibt ein Glücksspiel. Ein genauer Einbezug deiner Umstände (Standort, Kundenkreis, etc.) bleibt unberücksichtigt. Dein Kundenstamm hält dir aber alle Türen offen, um eine punktgenaue Analyse zu erhalten. Du erhälst die wertvolle Chance, dich vom “Einheitsbrei” der Konkurrenz abzuheben und deinen Kunden exakt das zu bieten, was sie wollen. Nutze diese Chance!
  • Dein Sympathiewert steigt
    Und das gleich aus drei Gründen: Menschen lieben es, nach Ihrer Meinung gefragt zu werden. Es vermittelt Wertschätzung und Vertrauen. Außerdem wird sich dein Kunde zwangsläufig mehr mit deinem Unternehmen beschäftigen – was die soziale Bindung an dein Unternehmen steigert, besonders wenn dein Kunde sich in den Neuerungen tatsächlich wiedererkennen kann. Des weiteren gibt es ein psychisches Phänomen, wenn man jemand um einen Gefallen bittet: Man würde meinen, dass uns derjenige, dem wir einen Gefallen tun, im Anschluss mehr schätzen und mögen wird. In unserem Kopf passiert aber genau das Gegenteil: Unser Sympathiewert für die Person, der wir einen Gefallen getan haben, steigt. Wahnsinn, aber wahr. Man nennt es den Benjamin Franklin Effekt. Changingminds.org hat sich eingehender mit dem Thema beschäftigt.

Wenn wir unsere Kunden um ihre Meinung fragen, können wir ihnen also nicht nur genau das bieten, was sie wollen, sondern sie mögen uns und unser Unternehmen auch noch mehr. Wenn das nicht vielversprechend klingt!

Ich habe vor einiger Zeit für einen Kunden einen Fragebogen für die Mitglieder seines Fitnessstudios erstellt. Bei Interesse findet ihr die unspezifische Version zum PDF-Download hier auf meiner Homepage. Ihr könnt den Fragebogen 1:1 verwenden oder euch Ideen klauen.
Tipp: Ihr könnt die PDF-Datei mit der freien Grafik-Software GIMP öffnen und euer spezifisches Layout und weitere Eingaben als neue Ebene einfügen.

Ran an die Kunden! :-)

Top 5: Aufbau eines bermerkenswerten Kundenservice

Friday, October 16th, 2009

Hier finde ich die Bezeichnung “bemerkenswert” toll – das Ziel ist nämlich, einen so guten Kundenservice zu bieten, dass dieser “bemerkt” wird. Ich habe mit Hilfe von einigen Quellen sowie meinen eigenen Erfahrungen eine Top 5 Liste der wichtigsten Punkte für einen solch bemerkenswerten Kundenservice verfasst:

  1. Kundenanfragen umgehend bearbeiten
    Ich bin immer sehr bemüht, meine täglichen Aufgaben strukturiert abzuarbeiten. Die Vorteile sind klar: Wer auf hundert Baustellen gleichzeitig arbeitet verlieht Fokus, Zeit und Effizienz. Aber es gibt eine große Ausnahme, für die ich alles, was ich gerade mache, umgehend fallen lasse: Kundenanfragen. Nichts hält mich davon ab, Kundenanfragen sofort zu bearbeiten, und eventuelle Probleme sofort zu beheben. Warum? Weil der Kunde wissen soll, dass er meine Priorität ist. Weil er wissen soll, dass ich sein Problem mindestens so ernst nehme wie er. Wer seine Kundenanfragen zu seiner Priorität macht, kann den Kunden nicht nur wieder zufrieden stellen, sondern sogar noch mehr Begeisterung für dein Unternehmen in ihm wecken.
  2. Probleme aus zwei Richtungen angehen
    Kommt auch in den besten Firmen vor: Eine Kunde hat eine Beschwerde. Nun gilt es, dass Problem zunächst umgehend für den Kunden zu beheben -  und im Anschluss eine Lösung zu finden, die dieses Problem _für immer_ aus dem Weg schafft. Von zwei Kunden die gleiche Beschwerde zu erhalten, obwohl man das Problem hätte lösen können, ist ein absolutes Customer Service No Go!
  3. R.E.S.P.E.C.T.
    Richtig schlimm wird es, wenn man dem Kunden Überlegenheit demonstriert. Sei es der wie ein brünftiger Hirsch rumstolzierende Fitnesstrainer, der Besserwisser-Blödmann bei der Telefonhotline oder wie neulich der Typ in dem Baustoffhandel, der mich ausgelacht hat als ich ihm erzählt habe, dass ich meine Küche selber bauen will. Patzig auf schwierige Kunden zu reagieren empfinde ich persönlich schon als undenkbar, aber wer sich so seinen Kunden gegenüber aufspielt, kann sich mit Sicherheit von 70% aller möglichen Aufträge verabschieden. Glaubt es mir: Man kann in irgendwas besser sein als andere, aber Menschen mögen es überhaupt nicht, wenn man noch mit dem Finger drauf zeigt und lacht.
    Schön fand ich dieses Beispiel von Raymond Chen (Microsoft). Es ist das perfekte Handling einer solchen Situation. Der Kunde wart sein Gesicht, das Problem ist gelöst, alle gewinnen.
  4. Vertrauen schaffen
    Große und Mittelständische Unternehmen haben es hier viel schwerer als kleine Unternehmen, wo man automatisch einige wenige Ansprechpartner hat. Um das Vertrauen deines Kunden zu gewinnen, solltest du allen Kunden einen Ansprechpartner zuordnen. Sende allen Kunden eines Mitarbeiters eine Email mit einem Foto, einem netten Brief dieser Person, sowie deren Kontaktdaten zu.
  5. Zufriedene, engagierte und geschulte Mitarbeiter
    Ich kann es halt nicht oft genug sagen. Glückliche Mitarbeiter erzeugen glückliche Kunden; verdrossene Mitarbeiter vertreiben sie. Und wenn du dein Team dann noch gezielt in diesem Bereich fortbildest schaffst du alle Vorraussetzungen, bemerkenswerten Kundenservice anzubieten.

Ich möchte euch noch ein paar weitere Quellen mit vielen Details und tollen und interessanten Geschichten ans Herz legen:

Ich freue mich über Diskussionen und Kommentaren zu diesem Thema.

P.S.: Meine Küche sieht übrigens jetzt schon richtig toll aus – wenn sie fertig ist werde ich hier ein Bild veröffentlichen, und dann sehen wir ja, wer zuletzt lacht, Herr Baustoffhändler. :-P

Es mangelt an der Betreuung

Tuesday, September 29th, 2009

Die Stiftung Warentest hat im Bereicht 10/2009 acht große Fitnessketten unter die Lupe genommen, darunter Meridian Spa, Fitness First (ehem. Fitness Company) und McFit.
In diesem Artikel des Tagesspiegels erfährt man mehr zu den Ergebnissen.

An dieser Stelle möchte ich nochmal um Kommentare und Meinungen zu meinem Post “Menschen für Fitness begeistern” bitten – eure Meinung, Erfahrung und Kritik hilft hier immerhin einer Branche, deren Ziel die Gesundheit unserer Bevölkerung ist.
Also her mit deiner Meinung!