Posts Tagged ‘Gesellschaft’

These bestätigt :)

Tuesday, March 9th, 2010

Ihr habt vielleicht meinen Blog “Andere Sprache, anderes Denken?” gelesen. Die Frage: Ist Sprache nicht nur ein Weg, unsere Gedanken auszudrücken, sondern nimmt Sprache auch Einfluss darauf, wie wir denken?

Bei Jecaro wurde dieses Thema aufgegriffen. Da es dort keine Kommentar-Funktion gibt, mache ich auf diesem Wege darauf aufmerksam, wie durch den Artikel die These bestätigt wird.
Es wird auf meinen Blog verwiesen und von “dem Autor”; später von “ihm” gesprochen – Ich bin aber eine AutorIN. :)
Dafür wurde aber mein Corillo-Blog als “Corilla” quasi verweiblicht.

Der Beitrag hat mich sehr gefreut. Lieben Dank an den Verfasser oder die Verfasserin; sowohl für den beabsichtigten, als auch für den unbeabsichtigten Zuspruch. :)

I heart TED

Friday, February 12th, 2010

Ich mag ja tolle Geschichten, und ich mag tolle Menschen, und genau deswegen liebe ich TED. TED ist eine gemeinnützige Organisation mit dem Motto: Ideas worth spreading – zu deutsch: Ideen die es wert sind, verbreitet zu werden.

Auf ted.com finden sich viele viele unglaublich inspirierende Reden von Menschen, die eine Idee hatten, diese Idee verfolgt haben – und, ob nun im kleinen oder großen Stil, unsere Welt mit ihrer Idee verbessert haben.

Gleichzeitig ist TED eine Quelle an Informationen über die Welt in der wir Leben, die Menschen die wir sind und die Möglichkeiten, die wir haben.
Weitesgehend geht es um die Felder Technologie, Entertainment, Design, Business, Wissenschaft und globale Angelegenheiten. Manche Vorträge erzeugen pures Erstaunen, andere machen nachdenklich, andere sind inspirierend, erklärend, mitreißend.

Hier eine Auswahl an Reden und Vorträgen, die mich wirklich von den Socken gehauen haben:

Geht auf ted.com und lasst euch die Welt erklären!
Aber Vorsicht: Totale Suchtgefahr!

Neue Wege der Preisgestaltung

Thursday, February 4th, 2010

Was berechne ich für meine eigene Arbeitskraft? Wieviele Kunden werde ich haben, auf die ich die Kosten der Vorbereitung umlegen kann? Welche Produktionskosten habe ich? Welche Kosten könnten noch auf mich zukommen? Bleibt am Ende überhaupt was übrig? Was berechnen die eventuellen Konkurrenz-Betriebe?

Viele Unternehmer, besonders im Dienstleistungsbereich, kommen dann leider irgendwann auf einen Betrag, der bei “so wenig wie irgend möglich” liegt; das Resultat aus einer heftigen Kalkulation eines Zwischenwertes von “Das brauche ich zum Überleben” und “Das kann ich nehmen, um konkurrenzfähig zu bleiben”. Andere wiederum setzen bewusst auf ein Top Dog-Image oder bieten besondere Qualität, um höhere Preise rechtfertigen zu können. Beim Stichwort “Marktpositionierung” dreht es sich oftmals zusammengefasst eigentlich nur um eine Entscheidung: Wer soll mein Kundenstamm sein? Arm oder reich?

Jetzt gibt es da aber ein paar junge Wilde in der Welt der Unternehmer, die ihre Preise nach einem ganz bestimmtem Prinzip festgelegt haben: Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Und deshalb bieten sie ihren Kunden verschiedene Module, die auf unterschiedliche Bedürfnisse der Kunden ausgelegt sind.

Vom Prinzip her ist diese Herangehensweise nicht neu: Nicht nur die “neue Medien” wie z.B. die Telefongesellschaften oder Softwareunternehmen bieten seit Jahren verschiedene Modelle ihrer Leistungen. Auch Autowaschanlagen, Krankenhäuser, ja selbst die Bahn hat erkannt: Biete deine Leistung für eine lohnend breite Masse an, aber scheuch’ um Himmels Willen nicht die Kunden weg, die mehr zahlen wollen. Das Ziel: Durch möglichst volle Auslastung aller Ressourcen den maximal möglichen Gewinn erwirtschaften.

Jetzt gehen die “jungen Wilden” aber einen Schritt weiter: Sie bieten ihren Kunden sehr flexible Möglichkeiten zum Wechseln innerhalb dieser Module. Die Kunden können ohne lange Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen die Angebote ändern – sowohl nach oben, als auch nach unten. Und wer nicht mehr Kunde sein will, der darf auch gehen.
Wenn man sich dann mehr mit dieser Art der Preisgestaltung beschäftigt, stolpert man immer wieder über die Berichte von Managern, die genau diese Preisstrategie als einen der Schlüsselpunkte ihres Erfolges bezeichnen.

Was macht dieses Prinzip so erfolgreich?
Zunächst einmal: Unser Leben heute ist eine Achterbahnfahrt. Mein Opa hat damals eine Ausbildung bei der Bahn gemacht, und war bis zu seiner Rente Angestellter der Bahn. Wer erlebt so etwas heute noch? Es gibt keine Jobsicherheit mehr, für niemanden. Ohne “berufliche Umorientierung” geht es heute oft garnicht mehr. Und dies geht einher mit wechselnden Einkommen und nicht selten auch kurzen Engpässen, in denen man den Gürtel einfach mal enger schnallen muss. Auch die Lebensphasen haben sich in den letzten 50 Jahren drastisch verändert: Heute starten viele erst in ihren 30ern mit der Familienplanung, oder bekommen Kinder im Alter von 20 Jahren und dann nochmal mit 40. Gut verdienende Singles im vorangeschrittenden Erwachsenenalter – vor 50 Jahren eigentlich nicht existent, heute fast schon Usus.
Und: Die meisten Menschen leben nicht in den Schubladen, in die sie das Nachmittagsprogramm vieler Privatsender reinschupsen will. Menschen kaufen ihre Lebensmittel im Reformhaus und ihre Schuhe bei Deichmann. Andere Menschen gehen nie auswärts essen, aber haben einen riesen Flatscreen-Fernseher zu hause. Wer ist denn schon “nur Luxus” oder “nur billig”?

Dies könnte besonders für die Dienstleistungs-Unternehmen eine zukunftsweisende Erkenntnis sein. Egal ob nun Fitnessstudio, Friseur, Restaurant oder Fensterputzer – anstatt sich für eine Richtung entscheiden zu müssen, und schlimmstenfalls damit auf die Nase zu fallen, könnte man seine Kunden langfristig und flexibel auch über wechselnde Lebensumstände und unterschiedliche Prioritäten hinaus begleiten und als nachhaltige und beständige Stammkunden (und Einnahmequelle!) gewinnen. Außerdem kann man genau die Kundenkreise erschließen, die bisher gezögert haben, eben weil sie keine Möglichkeit sehen, sich für Jahre an einen kostspieligen Vertrag zu binden.

Sind diese Preis-Module sinnvoll, und wie könnte eine Umsetzung in die Praxis für die verschiedenen Branchen aussehen?
Diskussion bitte! :)

Andere Sprache, anderes Denken?

Tuesday, January 19th, 2010

Sprache ist unser Werkzeug, unsere Gedanken auszudrücken. Aber hat unsere Sprache auch direkten Einfluss darauf, wie wir denken?

Wer mal eine Fremdsprache gelernt hat, dem ist es sicher aufgefallen: Sprachen unterscheiden sich nicht nur durch verschiedene Vokabeln. Schon lange wird darüber diskutiert, ob verschiedene Sprachen auch die Art und Weise formen, wie wir denken. Eine Assistenz-Professorin der Stanford University ist genau dieser Frage nachgegangen, und hat viele Studien zum Thema Sprache studiert, um eine Antwort auf diese Frage zu finden. Hier findet ihren Bericht (englisch).

Ein paar Beispiele die ich toll fand:

  • Im Deutschen heißt es “der Schlüssel” – im Spanischen aber “la llave”; es ist ein weibliches Nomen. Wenn man nun deutschsprachige Menschen nach Adjektiven fragt, um einen Schlüssel zu beschreiben, erhält man hauptsächlich “starke” Beschreibungen wie “metallisch“, “hart” oder “gezackt“. Fragt man spanischsprachige Menschen nach Adjektiven, hört man “klein“, “glänzend” oder “winzig“. Bei dem Wort “Brücke” ist es anders: Unsere “weibliche Brücke” wird mit “fragil“, “elegant” oder “schlank” beschrieben, während die Spanier ihre “männliche Brücke” mit “groß“, “robust” oder “kräftig” assoziieren.
  • Viele Stämme der Aborigines, z.B. in Pormpuraaw im Norden Australiens, nutzen keine Wörter wie “vorne”, “rechts” oder “links”, um Positionen zu beschreiben; sie geben Positionen und Richtungen durch die Bestimmung der Himmelsrichtung an. Sie sagen also nicht “An der nächsten Kreuzung rechts” sondern “An der nächsten Kreuzung nach Westen.” Sogar wenn sie sagen möchten “Da ist ein Käfer auf deinem linken Bein” würde es eher klingen wie “Auf deinem südwestlichen Bein ist ein Käfer”. Der Vorteil: Das totale Bewusstsein, wo sie gerade sind – immer und überall.
  • Im Türkischen (und wenn ich nicht falsch liege auch im Arabischen) kann man nicht sagen: “Judith schreibt gerade einen Blog.” – man muss immer angeben, woher man diese Information hat, also “Ich habe gesehen, dass Judith gerade einen Blog schreibt” oder “Judith hat mir erzählt, dass sie gerade einen Blog schreibt.”

Das letzte Beispiel hat mich sehr gefreut, weil es mich an meinen Freund Walid erinnert hat. Walid kommt aus dem Libanon, und da ich kaum noch französisch spreche, und leider nur 6 Wörter arabisch, kommunizieren wir ausschließlich auf englisch. Er sagt immer so Sachen wie: “Judith, I see you are feeling better” oder “I feel you are having a good time”. Wir haben ihn immer veralbert, dass er sich anhört wie ein alter englischer Lord. Jetzt weiß ich es besser! :)

Die beschriebenen Beispiele lassen durchaus den Schluss zu, dass es gravierende Unterschiede in den Weltsprachen gibt, die sicher auch in irgendeiner Weise unser Denken beeinflussen. Ich merke es im Spanischen manchmal z.B. an der Tatsache, dass es keine Nominalkompositionen gibt – weder in der Sprache, noch in meinem Kopf! Wenn ich vom “Vorhang der Dusche” spreche, denke ich erst an den Vorhang, dann an die Dusche.

Ich bin gespannt, welche Ergebnisse uns die Linguistiker in den nächsten Jahren zu diesem Thema präsentieren werden. Schließlich gibt es mehr als 6.000 erfasste Sprachen auf dieser Welt!

Nominalkompositum

Kleine Dinge mit viel Wirkung

Thursday, December 3rd, 2009

Ich war letzte Woche auf dem Weihnachtsmarkt in Troisdorf unterwegs. Ich musste mir sehr dringend die Hände waschen, also bin ich ins Restaurant “Steffens Eck” und habe höflich gefragt, ob ich mir ausnahmsweise kurz die Hände waschen darf. Durfte ich nicht. Mal abgesehen davon, dass ich das menschlich ganz furchtbar finde (war nicht jeder schonmal in der Situation, dringend eine Toilette aufsuchen zu müssen?), auch abgesehen davon, dass ich nicht gerne essen würde bei Leuten, die anderen nichtmal das Händewaschen genehmigen: Auch meinen anderen Gästen gegenüber wäre es mir unendlich peinlich, jemandem mit einem solch einfachen und dringenden Gesuch so abzuschmettern. Bei mir als unbeteiligtem Gast würde das einen sehr negativen Eindruck hinterlassen.
Aber es geht ja auch anders: Im Eiskaffee Ecke Kölnstraße / Von-Loe-Straße wurde ich nicht nur sehr nett empfangen und mir der Gang zur Toilette genehmigt; beim Rausgehen hat der Besitzer sogar noch sehr freundlich “Danke und einen schönen Tag noch!” gerufen. Und wisst ihr was? Wann immer ich in Troisdorf bin, und Durst auf einen Kaffee habe, werde ich genau dorthin gehen. Selbst wenn es ein Umweg ist. Die haben mich als ewigen Fan gewonnen! Den Cappuccino, den ich mir später dort noch gegönnt habe, kann ich auch nur empfehlen. Sehr lecker, und ein äußerst fairer Preis. Und alle Angestellten dort sind wirklich auffallend freundlich, ohne das es gekünstelt wirkt. Da hat jemand auch beim Recruitment alles richtig gemacht!

So “einfach” kann man manchmal schon Fans gewinnen.
An dieser Stelle also Danke an das Team dieser Eisdiele, deren Namen ich im Internet leider nicht finden konnte; ihr seid voll cool! :-)
Wenn ihr euch jetzt noch bei Google eintragt (es ist kostenlos!) habe ich garnichts mehr zu meckern! :-)

Die Zukunft: Segen? Fluch? Beides?

Wednesday, November 25th, 2009

Wie wird unser Leben aussehen in 20, 40, 60 Jahren? Wie werden wir leben, wo werden wir leben, wie lange werden wir leben?

Fälschlicherweise denken wir oft “Die Zukunft ist jetzt”. Unsere jetzige Situation, Gesellschaft und Welt – SO werden wir unser Leben leben. Dabei vergessen wir oft, dass viele ganz fundamentale Bausteine unserer Zeit recht späte Errungenschaften unserer Geschichte sind. Darwins The Orgin of Species zum Beispiel ist erst im Jahre 1859 veröffentlicht wurden. Eigentlich unfassbar: Vor 150 Jahren war der Begriff “Evolution” noch garnicht erfunden; die Beweisführung lag selbst mit Darwins Werk noch in den Kinderschuhen. Die Rassentrennung ist in Amerika erst in den späten 60ern, in Südafrika erst 1990 abgeschafft worden. Ganz abgesehen davon, dass in so vielen Köpfen der Grundgedanke, dass verschiedene Rassen und/oder Religionen nicht friedlich miteinander leben können, immernoch manifestiert ist. Werden sich so unfassbar menschenverachtende Szenarien wie die Teilung Deutschlands, das 3. Reich oder Hiroshima wiederholen? Das Frauenwahlrecht wurde im Kanton Appenzell Innerrhoden (Gliedstaat der Schweiz) erst 1990 eingeführt. Schweiz, meine lieben Leser, nicht Takatuka-Land!

Betrachten wir die Geschichte der Menschheit ist es eigentlich unmöglich, dass wir uns aus derselben Welt verabschieden werden, in die wir hinein geboren wurden. Die Frage ist also nicht, ob sich etwas ändern wird, die Frage ist: Was wird sich verändern?

Werden wir als Welt näher aneinander rücken, oder werden wir uns gar noch mehr von unseren Mitmenschen entfernen? Wie wird unser Weltbild in den nächsten Jahren aussehen? Wird es geprägt sein von mehr Toleranz, Verständnis und Miteinander, oder werden die Kluften zwischen uns noch größer? Werden wir als Gesellschaft an einer besseren Welt arbeiten? Wollen wir diese bessere Welt für alle Menschen erschaffen, oder eben doch “nur für uns”? Oder werden wir alles nur noch schlimmer machen? Und werden wir überhaupt erkennen, das wir die Welt besser oder schlechter gemacht haben?

Werden wir erleben wie jemand, ähnlich wie Darwin oder Kepler, unser Weltbild für immer verändern wird?  Für welche bahnbrechenden Errungenschaften wie damals von Dalton oder Blalock und Thomas werden wir Zeuge sein? Werden wir etwas ähnlich Spektakuläres erleben wie die Mondlandung oder die Erfindung der Dampfmaschine? Und werden uns diese Errungenschaften positiv oder negativ beeinflussen?

Mein ganzes Weltbild baut sich auf auf dem Glauben auf, dass alle Menschen gleich sind. Das Gewalt, Hass, Intoleranz und Bildungsmangel alles Ergebnisse unserer Gesellschaft sind. Werde ich es verkraften können, wenn irgendein Molekularbiologe auf einmal das Gegenteil beweist? Wird die Welt das verkraften können? Wird die zwangsläufig daraus resultierende “Selektion” den Anfang vom Ende für die Menschheit einläuten? Oder wird die Welt so vielleicht auf einmal viel fairer, weil es eben nicht mehr auf Nebensächlichkeiten wie Herkunft und sozialen Status ankommen wird?
Die Zukunft – Ich finde nichts so erschreckend und so faszinierend zugleich.

Wie stellt ihr euch unsere Zukunft vor? Wie wünscht ihr euch eure Zukunft?
Ich freue mich sehr auf eure Kommentare!

Kanton Appenzell Innerrhoden

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