Posts Tagged ‘Fitnessstudio’

Neue Wege der Preisgestaltung

Thursday, February 4th, 2010

Was berechne ich für meine eigene Arbeitskraft? Wieviele Kunden werde ich haben, auf die ich die Kosten der Vorbereitung umlegen kann? Welche Produktionskosten habe ich? Welche Kosten könnten noch auf mich zukommen? Bleibt am Ende überhaupt was übrig? Was berechnen die eventuellen Konkurrenz-Betriebe?

Viele Unternehmer, besonders im Dienstleistungsbereich, kommen dann leider irgendwann auf einen Betrag, der bei “so wenig wie irgend möglich” liegt; das Resultat aus einer heftigen Kalkulation eines Zwischenwertes von “Das brauche ich zum Überleben” und “Das kann ich nehmen, um konkurrenzfähig zu bleiben”. Andere wiederum setzen bewusst auf ein Top Dog-Image oder bieten besondere Qualität, um höhere Preise rechtfertigen zu können. Beim Stichwort “Marktpositionierung” dreht es sich oftmals zusammengefasst eigentlich nur um eine Entscheidung: Wer soll mein Kundenstamm sein? Arm oder reich?

Jetzt gibt es da aber ein paar junge Wilde in der Welt der Unternehmer, die ihre Preise nach einem ganz bestimmtem Prinzip festgelegt haben: Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Und deshalb bieten sie ihren Kunden verschiedene Module, die auf unterschiedliche Bedürfnisse der Kunden ausgelegt sind.

Vom Prinzip her ist diese Herangehensweise nicht neu: Nicht nur die “neue Medien” wie z.B. die Telefongesellschaften oder Softwareunternehmen bieten seit Jahren verschiedene Modelle ihrer Leistungen. Auch Autowaschanlagen, Krankenhäuser, ja selbst die Bahn hat erkannt: Biete deine Leistung für eine lohnend breite Masse an, aber scheuch’ um Himmels Willen nicht die Kunden weg, die mehr zahlen wollen. Das Ziel: Durch möglichst volle Auslastung aller Ressourcen den maximal möglichen Gewinn erwirtschaften.

Jetzt gehen die “jungen Wilden” aber einen Schritt weiter: Sie bieten ihren Kunden sehr flexible Möglichkeiten zum Wechseln innerhalb dieser Module. Die Kunden können ohne lange Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen die Angebote ändern – sowohl nach oben, als auch nach unten. Und wer nicht mehr Kunde sein will, der darf auch gehen.
Wenn man sich dann mehr mit dieser Art der Preisgestaltung beschäftigt, stolpert man immer wieder über die Berichte von Managern, die genau diese Preisstrategie als einen der Schlüsselpunkte ihres Erfolges bezeichnen.

Was macht dieses Prinzip so erfolgreich?
Zunächst einmal: Unser Leben heute ist eine Achterbahnfahrt. Mein Opa hat damals eine Ausbildung bei der Bahn gemacht, und war bis zu seiner Rente Angestellter der Bahn. Wer erlebt so etwas heute noch? Es gibt keine Jobsicherheit mehr, für niemanden. Ohne “berufliche Umorientierung” geht es heute oft garnicht mehr. Und dies geht einher mit wechselnden Einkommen und nicht selten auch kurzen Engpässen, in denen man den Gürtel einfach mal enger schnallen muss. Auch die Lebensphasen haben sich in den letzten 50 Jahren drastisch verändert: Heute starten viele erst in ihren 30ern mit der Familienplanung, oder bekommen Kinder im Alter von 20 Jahren und dann nochmal mit 40. Gut verdienende Singles im vorangeschrittenden Erwachsenenalter – vor 50 Jahren eigentlich nicht existent, heute fast schon Usus.
Und: Die meisten Menschen leben nicht in den Schubladen, in die sie das Nachmittagsprogramm vieler Privatsender reinschupsen will. Menschen kaufen ihre Lebensmittel im Reformhaus und ihre Schuhe bei Deichmann. Andere Menschen gehen nie auswärts essen, aber haben einen riesen Flatscreen-Fernseher zu hause. Wer ist denn schon “nur Luxus” oder “nur billig”?

Dies könnte besonders für die Dienstleistungs-Unternehmen eine zukunftsweisende Erkenntnis sein. Egal ob nun Fitnessstudio, Friseur, Restaurant oder Fensterputzer – anstatt sich für eine Richtung entscheiden zu müssen, und schlimmstenfalls damit auf die Nase zu fallen, könnte man seine Kunden langfristig und flexibel auch über wechselnde Lebensumstände und unterschiedliche Prioritäten hinaus begleiten und als nachhaltige und beständige Stammkunden (und Einnahmequelle!) gewinnen. Außerdem kann man genau die Kundenkreise erschließen, die bisher gezögert haben, eben weil sie keine Möglichkeit sehen, sich für Jahre an einen kostspieligen Vertrag zu binden.

Sind diese Preis-Module sinnvoll, und wie könnte eine Umsetzung in die Praxis für die verschiedenen Branchen aussehen?
Diskussion bitte! :)

Yoga ungleich Sternendeutung

Friday, January 15th, 2010

Bei scienceblogs.de wurde zum Thema Yoga dieser Bericht veröffentlicht, der mich dazu inspiriert hat darüber zu schreiben, dass Yoga in erster Linie Sport ist, und auch von vielen Anhängern als genau das angesehen wird.
Das es nun im Feld der Esoterik durchschnittlich mehr Yoga-Anhänger gibt als beim Rest der Bevölkerung im Allgemeinen überrascht nicht. Yoga passt halt besser ins Bild als Eishockey, Motocross oder Fußball. Wer aber Yoga z.B. in einem Fitness Studio betreibt wird schnell feststellen, dass es dort um sportive, nicht spirituelle Ziele geht. Noch nie habe ich einen Yoga-Lehrer sagen hören “Mit dieser Übung setzt ihr euren Geist frei” sondern eher “Diese Übung dehnt die Knöchel-, Leisten- und Rumpfmuskulatur”.
Fitness Studios bieten ihre Kurse in der Regel innerhalb des regulären Kursangebots an, so dass die Kosten wie für alle anderen Trainings-Angebote auch durch den Mitgliedsbeitrag gedeckt sind. Es handelt sich hier auch nicht um ein schnelles Profitcenter – die Studios müssen schon auf Grund der hohen Ausbildungskosten auf Kurse setzen, die langfristig bestand haben. Und den haben sie nur, wenn die teilnehmenden Mitglieder mit den Ergebnissen zufrieden sind. Und das sind sie: Kaum ein Studio mit Kursbereich bietet heute nicht auch Yoga an.

Meine subjektiven Erfahrungen mit Yoga habe ich hier schon mal beschrieben.
Bin ich jetzt der Meinung, dass Yoga generell entspannender oder gesünder ist als z.B. andere Sportarten? Wohl kaum. Wer einfach keinen Bock hat auf nicht-actionreiche Stretch-Übungen und die ruhige  Stimme des Lehrers, der wird sich wohl kaum entspannen, sondern zum kochen wütend und sehr genervt sein.
Wer sich also wirklich ein Bild über Yoga machen will, dem bleibt nur eins: Ausprobieren. :)

Business 2.0

Friday, October 16th, 2009

Mit dem Begriff Web 2.0 spricht man vom Wandel der Internetnutzung durch Facebook, MySpace und Co. Denn während man das Internet früher eher zur Informationsbeschaffung genutzt hat, haben diese Anbieter einen deutlichen Wandel geschaffen: Es wird nicht mehr nur konsumiert, es wird aktiv mitgestaltet. Heute kann jeder ganz einfach seine “Fußstapfen” im World Wide Web hinterlassen.

Lasst uns unsere Unternehmen mehr nach diesem Prinzip gestalten!
Während wir uns heute eigentlich nur noch auf die Trendforscher verlassen, bleiben unsere Kunden viel zu sehr außen vor. Dabei würden besonders kleine und mittelständische Unternehmen von der “Beratung” Ihrer Kunden durchaus profitieren:

  • Dein Kunde weiß, was er will
    Trendforschung ist und bleibt ein Glücksspiel. Ein genauer Einbezug deiner Umstände (Standort, Kundenkreis, etc.) bleibt unberücksichtigt. Dein Kundenstamm hält dir aber alle Türen offen, um eine punktgenaue Analyse zu erhalten. Du erhälst die wertvolle Chance, dich vom “Einheitsbrei” der Konkurrenz abzuheben und deinen Kunden exakt das zu bieten, was sie wollen. Nutze diese Chance!
  • Dein Sympathiewert steigt
    Und das gleich aus drei Gründen: Menschen lieben es, nach Ihrer Meinung gefragt zu werden. Es vermittelt Wertschätzung und Vertrauen. Außerdem wird sich dein Kunde zwangsläufig mehr mit deinem Unternehmen beschäftigen – was die soziale Bindung an dein Unternehmen steigert, besonders wenn dein Kunde sich in den Neuerungen tatsächlich wiedererkennen kann. Des weiteren gibt es ein psychisches Phänomen, wenn man jemand um einen Gefallen bittet: Man würde meinen, dass uns derjenige, dem wir einen Gefallen tun, im Anschluss mehr schätzen und mögen wird. In unserem Kopf passiert aber genau das Gegenteil: Unser Sympathiewert für die Person, der wir einen Gefallen getan haben, steigt. Wahnsinn, aber wahr. Man nennt es den Benjamin Franklin Effekt. Changingminds.org hat sich eingehender mit dem Thema beschäftigt.

Wenn wir unsere Kunden um ihre Meinung fragen, können wir ihnen also nicht nur genau das bieten, was sie wollen, sondern sie mögen uns und unser Unternehmen auch noch mehr. Wenn das nicht vielversprechend klingt!

Ich habe vor einiger Zeit für einen Kunden einen Fragebogen für die Mitglieder seines Fitnessstudios erstellt. Bei Interesse findet ihr die unspezifische Version zum PDF-Download hier auf meiner Homepage. Ihr könnt den Fragebogen 1:1 verwenden oder euch Ideen klauen.
Tipp: Ihr könnt die PDF-Datei mit der freien Grafik-Software GIMP öffnen und euer spezifisches Layout und weitere Eingaben als neue Ebene einfügen.

Ran an die Kunden! :-)

Es mangelt an der Betreuung

Tuesday, September 29th, 2009

Die Stiftung Warentest hat im Bereicht 10/2009 acht große Fitnessketten unter die Lupe genommen, darunter Meridian Spa, Fitness First (ehem. Fitness Company) und McFit.
In diesem Artikel des Tagesspiegels erfährt man mehr zu den Ergebnissen.

An dieser Stelle möchte ich nochmal um Kommentare und Meinungen zu meinem Post “Menschen für Fitness begeistern” bitten – eure Meinung, Erfahrung und Kritik hilft hier immerhin einer Branche, deren Ziel die Gesundheit unserer Bevölkerung ist.
Also her mit deiner Meinung!

Fitnessstudio und Webauftritt – Was ist wichtig?

Monday, August 31st, 2009

Hallo zusammen,

entschuldigt meine drastische Wortwahl, aber ich stolpere immer wieder über Webauftritte von Studios, die wirklich erbärmlich sind. Und da dachte ich mir, ich schreibe mal ein paar Punkte auf, die mir existenziell erscheinen.

Informationen
Kurz, präzise und doch vollständig, verständlich und _werbewirksam_.
Ein Beispiel, dass ich schon hunderte von Malen gesehen habe:
“BODYPUMP – Kraft- und Ausdauertraining mit einer Langhantel”
Warum sagt ihr euren Kunden nicht, dass es sich um ein weltweit verbreitetes Programm handelt, an dessen Entwicklung ein riesen Team an Trainern und Sportmedizinern beteiligt ist? Dass wöchentlich 1,5 Mio. Menschen an diesem Kurs teilnehmen? Wie soll ein normaler Interessent das wissen?
So ein Webauftritt, wenn er auch nur irgendwie vorteilhaft sein soll, lässt sich nicht “mal so eben” dahinkritzeln; man muss schon ein wenig Zeit investieren.

Übersicht
Je weniger Klicks der Kunde braucht, um zu den von ihm gewünschten Informationen zu kommen, desto besser. Macht nicht den Fehler, alles und Jeden in irgendeine Kategorie unterzuordnen. Anfragen, die immer wieder gestellt werden, sollten direkt von der Homepage erreichbar sein, z.B. der Kursplan, die Öffnungszeiten und die Kontaktdaten. Schaut euch unbedingt mal andere Webseiten an, nicht nur aus der Fitness-Branche! Webseiten können heute ganz anders aussehen als das typische Webseiten-Layout. Lasst eure Phantasie spielen, alles ist erlaubt! :-)

Wer seid ihr denn überhaupt?
Teamvorstellung – finde ich super wichtig. Schon ein Blick auf das Foto und den Namen ein Person, bestenfalls ergänzt mit Angaben zu Tätigkeit und Hobbys, knüpfen soziale Bindung – ob man will oder nicht! Nutzt das aus!!

Sauber machen!
Wenn man die ein oder andere Webseite sieht, kann man fast schon den Staub darauf riechen. Ihr müsst in Bewegung bleiben, auch im Netz! Und wenn es nur ein News-Post ist oder eine kleine Sammlung Trainingstipps, die sich regelmäßig erweitert – zeigt den Menschen, dass bei euch was los ist!

Ich hoffe, hier waren ein paar nützliche Tipps dabei, die den ein oder anderen zumindest ins Grübeln versetzen, wie man den eigenen Webauftritt aus- oder umbauen kann. Ich freue mich über Kommentare und Diskussions-Anstöße.