Business Tipps von den Top Playern

March 10th, 2010

“Verlierer sind die wahren Gewinner. <> Gewinner sind auch Gewinner. Du kannst ihnen diesen Titel nicht wegnehmen, sie haben ja schließlich gewonnen.” Arthur Spooner, King of Queens (TV)

Und deshalb habe ich mir mal die Erfolgsstorys diverser Top Player aus allen möglichen Bereichen angeschaut. Die haben schließlich auch gewonnen. Und ich habe ein paar echte Schätze an Business Tipps gefunden, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Amazon
* Kleine Teams (8 bis 10 Leute) die schnelle Kommunikationswege haben; denen Verantwortung für ihr Feld übertragen wird und die ermächtigt werden, ihre Aufgaben nach ihrem Verständnis zu bewältigen (“Innovation kommt von der Basis” – die Menschen, die das Problem am besten kennen haben die besten Chancen, es zu lösen).
* Verständnis: Unternehmen, die Innovationen hervorbringen möchten, müssen ein wenig “Chaos” akzeptieren können. Gefolgschaft und  Gehorsam stehen der Innovation im Weg.
* Bei Bewerbungsgesprächen zählt vor allem Enthusiasmus, dann Kreativität und Kompetenz.

Red Bull
* Ausgefeiltes, zielgruppenorientiertes und intensives Marketing (2005 wurde ein Drittel des Umsatzes in Marketing und Sponsoring investiert)
* Ausgegeben wird nur, was eingenommen wurde: Die Firma Red Bull hat keine Bankverbindlichkeiten.

MAC Cosmetics
* Marketing Tool: Zufriedene Kunden. Kaum ein Make Up-Unternehmen gibt so wenig Geld für Werbung aus wie MAC.
* Streben nach Erstklassigkeit: Die Produkte wurden ursprünglich für Visagisten erstellt; durch die hohe Qualität fanden sich schnell Anhänger auch außerhalb der Profi-Branche
* “Make up for everybody” – es gibt keine Zielgruppenorientierung im Produktionsprozess.

IKEA
* “Be a little bit weird.” Ikea scheut sich nicht, die Etikette zu verletzten, und mit einer Portion Selbstironie und Witz aufzutreten. Zudem hat das Möbelhaus Traditionen gebrochen: “Möbel zum Selbstaufbau” – daran hatte sich vor Ingvar Kamprad niemand getraut.

Staples
* Aus eigener Not eine Marktlücke entdecken und nutzen: Staples-Gründer Tom Stemberg hatte Probleme, schnellen Ersatz für ein Drucker-Farbband zu finden. Schon 1 Jahr später eröffnete er den ersten “Megastore” für Büromaterial. Das war 1986. Heute gibt es über 1.600 Filialen auf der ganzen Welt.
* Den hohen Einfluss von gutem Kundenservice erkennen und “Spielregeln” festlegen.

Motel One
* Motto: “Viel Design für wenig Geld”
* Erstklassige, innerstädtische Standorte
* “So viel wie möglich für kleinen Preis bieten”: Doppelbetten als Standard, Getränkeautomat statt Barpersonal, kostenfreies W-Lan, etc.

Burger King
* Durch ein einfaches Rezept gegen den übermächtig erscheinenden Konkurrent antreten: Mach alles anders! Knusprige statt fettige Pommes, flammengegrilltes statt gebratenes Fleisch, “Hausgemachter Geschmack” statt typischer Fast Food-Geschmack – kaum ein “Unternehmerwettkampf” zwischen zwei Konzernen polarisiert so sehr wie dieser.

Otto
* Während die anderen Versandhäuser noch schliefen, wurde bei Otto schon der Online-Shop eingeweiht  – und stetig ausgebaut. Zoom-Funktion, Rundumansicht, Runway-Videos – Otto hat in Sachen Online Distribution neue Maßstäbe gesetzt. 10 Jahre später: Der große (schlafende) Konkurrent ist weg, Otto ist die ungeschlagene Nr. 1.

Welche dieser Strategien sind auch branchenübergreifend sinnvoll? Gibt es Strategien, die bei anderen Firmen böse “nach hinten losgehen” könnten? Ich freue mich über Kommentare und Ergänzungen!

These bestätigt :)

March 9th, 2010

Ihr habt vielleicht meinen Blog “Andere Sprache, anderes Denken?” gelesen. Die Frage: Ist Sprache nicht nur ein Weg, unsere Gedanken auszudrücken, sondern nimmt Sprache auch Einfluss darauf, wie wir denken?

Bei Jecaro wurde dieses Thema aufgegriffen. Da es dort keine Kommentar-Funktion gibt, mache ich auf diesem Wege darauf aufmerksam, wie durch den Artikel die These bestätigt wird.
Es wird auf meinen Blog verwiesen und von “dem Autor”; später von “ihm” gesprochen – Ich bin aber eine AutorIN. :)
Dafür wurde aber mein Corillo-Blog als “Corilla” quasi verweiblicht.

Der Beitrag hat mich sehr gefreut. Lieben Dank an den Verfasser oder die Verfasserin; sowohl für den beabsichtigten, als auch für den unbeabsichtigten Zuspruch. :)

Schluss mit Fraktionszwang!

March 9th, 2010

Achtung Leute, es wird politisch!

Nach Artikel 38 des Grundgesetzes sind die Abgeordneten „Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen“.
Das macht einen Großteil unserer Demokratie aus. Deswegen entscheiden 622 Abgeordnete über Gesetzesentwürfe und -änderungen; nicht 4 oder 5. Keine Alleingänge einiger Einzelner. Das ist es, was uns von den Diktaturen dieser Welt unterscheidet. Unterscheiden sollte.

Wer behauptet, es gäbe keinen Fraktionszwang, der sollte sich z.B. mal mit der Abstimmung zur Internetzensur, Herrn Schröders Neuwahlen oder der Wiederwahl von Herrn Köhler beschäftigen. Hier ging es nicht um die eigene Meinung, oder um eine von Vernunft bestimmte Lösung, oder gar um die Vertretung der Meinung des Volkes; und manchmal ging es sogar gegen Mitglieder der eigenen Reihen. Wie auch immer es gerade in den fraktionspolitischen Kram passt, eben.
Klar, keinem Abgeordneten wird die Pistole an den Kopf gehalten, während er sein Kreuzchen macht. Aber wer den Parteikern gegen sich aufhetzt, kann seine politische Karriere gleich an den Nagel hängen. Und genau deswegen gibt es scheinbar nur noch Ja-Sager im Bundestag: Politiker mit eigener Meinung werden auf dem Weg nach oben systematisch ausgesiebt.

Ich habe mal ein bisschen gegoogelt, und bin unter anderem hier auf einen Kommentar gestoßen, wo von “Fraktionsdisziplin” gesprochen wird und es heißt, man “bräuche sonst ja keine Parteien mehr”. Vielleicht gar kein schlechter Ansatz, meiner Meinung nach. :P
Aber mal ehrlich: Das ist doch Quatsch. Die Welt ist nicht nur schwarz und weiß. Warum sollte ein CDU-Abgeordneter nicht gegen die Internetsperre stimmen können, wenn er doch verstanden hat, dass hier in keinster Weise Probleme gelöst werden? Damit verrät er doch weder seine politischen noch seine religiösen Ansichten. Er würde einfach nur das Richtige, das Vernünftige, tun.

Eine auch gerne vorgeschobene Ausrede ist, Abstimmungen müssen in gewisser Weise vorhersehbar sein, da die Parteien andernfalls ihre Interessen nicht voran bringen können. Aber wenn doch die Mehrheit der Partei eben nicht diese Meinung vertritt (oder vertreten würde), wie kann eine Partei dann überhaupt von “ihren Interessen” sprechen?! Demokratie sieht für mich anders aus.

Wofür zahlen wir denn für 622 Abgeordnete, wenn nur 5 Meinungen zählen? Da könnte man auch pro Partei einen Vertreter einsetzen, dessen Stimme einfach mit Faktor X multipliziert wird. Man würde das gleiche Ergebnis erhalten, aber Millionen sparen. Wie viele Hartz 4 – Empfänger wir “durchfüttern” könnten, lieber Herr Westerwelle, wenn ihre eh nur zu 50% anwesenden Vertreter ihren Hut nehmen würden!

Aber: Es gibt eine einfache Lösung!
Mein Freund hatte die Idee, Abstimmungen nur noch anonym durchzuführen. Ich war erst dagegen: Ich will eigentlich schon wissen, welchem Abgeordneten ich in die Kniescheibe treten muss, wenn wir uns in der Hölle treffen. ABER: Es ist eine Möglichkeit, endlich mit dem Fraktionszwang Schluss zu machen. Ohne lange Vorbereitung, ohne Investments, von heute auf morgen problemlos umsetzbar.
Wir haben damals in der 6. Klasse unseren Klassensprecher in einer geheimen Wahl gewählt, damit eben nicht der Meinung der Kids gefolgt wird, “die am lautesten brüllen können”. Das waren die Worte unserer Lehrerin.

Anonyme Abstimmungen – klingt für mich nach einer verdammt guten Lösung. Das ist ja nun auch nichts, was nur den Interessen einer bestimmten politischen Richtung entspricht. Egal ob konservativ, liberal oder überhaupt nicht politisch interessiert: Vom Prinzip her müssten wir doch alle ein Interesse daran haben, dass nicht ausschließlich die Meinung einzelner Parteibosse zählt.
Übersehe ich hier was? Ist irgendwas an dieser Idee fundamental schwachsinnig? Ich freue mich über eure Meinung!

Überblick über Nahrungsergänzung

March 4th, 2010

“Anekdoten sagen nichts über die Statistik aus”.

Wer sich mal mit Nahrungsergänzung aus wissenschaftlicher Sicht beschäftigen will, aber weder Zeit noch Lust hat, die endlosen Studien und Nicht-Studien zu studieren, dem wird – mal wieder – bei Information is beautiful weitergeholfen.
Hier findet ihr eine aufschlussreiche Übersicht über die bewiesenen, die zumindest vermuteten und die unbewiesenen Wirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln.

Wir ändern unser Leben – Runde 3

February 21st, 2010

Wir brauchen mehr Sonnenlicht.

Lichtschutzfaktor 15 in jeder Tagescreme, Sonnencreme ab März, ab April gerne auch mit Hut und im Mai bringen sich die Leute zum BBQ ihren eigenen Sonnenschirm mit. Vorrausgesetzt, sie gehen überhaupt mal raus, versteht sich. Wir denken, dass wir unserem Körper damit einen Dienst erweisen. Schließlich wurden wir alle über die Risiken von den bösen Sonnenstrahlen aufgeklärt. Aber leider, wie so oft: Wir scheinen es zu übertreiben.

Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts haben Kinder zwischen 6 und 11 Jahren durchschnittlich nicht mal 1/3 des vom DGE empfohlenen Wertes an Vitamin D in sich. Es ist der niedrigste Wert aller untersuchten Nährstoffe in Bezug zum jeweils empfohlenen Wert. Und das, obwohl wir in Deutschland jährlich 1 Milliarde Euro für Nahrungsergänzung ausgeben.

Warum ist Vitamin D so wichtig?

  • Vitamin D spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Calciumspiegels und beim Knochenaufbau, sowie bei der Entwicklung und Funktion des Muskel- und Nervensystems
  • Vitamin D-Mangel kann bei Kindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu Osteomalazie führen
  • Eine Unterversorgung ist Risiko-Faktor für Autoimmunkrankheiten wie Multiple Sklerose, Diabetes Typ 1 oder  Rheumatoide Arthritis; für Infektionskrankheiten wie Tuberkolose oder Athemwegsinfekte; für Bluthochdruck, Brustkrebs, Osteopenie oder Osteoporose

Vitamin D entsteht durch Photolyse (verursacht durch UVB-Strahlen) des körpereigenen 7-Dehydrocholesterol. Extremer Sonnenschutz, unser generelles modernes Innenraum-Leben sowie die auf unseren Breitengraden vorherrschenden Wintermonate mit wenig UVB-Bestrahlung sind alles Auslöser für die extremen Vitamin D-Mängel.
In der Nahrung kommt ein nennenswerter Vitamin D -Gehalt nur in Fettfischen vor. Dieser kann nur in hohen Mengen positive Wirkung auf unseren Vitamin D-Gehalt haben. Manchen Lebensmitteln wird Vitamin D zugefügt, zum Beispiel einigen Margarine-Sorten. Auch Nahrungsergänzungsmittel bietet der Markt an.
Das Problem: Eine unregelmäßige oder sogar übermäßige Versorgung mit Vitam D, die z.B. zu Nierenschäden bis hin zur Niereninsuffizienz führen kann.

Warum also nicht doch das Sonnenlicht nutzen?
UVB-strahlen haben noch viele weitere positive Auswirkungen auf uns: Sie regen Atmung, Durchblutung, Stoffwechsel und Drüsenfunktion an, stärken die Abwehrkräfte, senken Blutdruck und Cholesterinspiegel, und sorgen für eine vermehrte Hormonausschüttung, was unsere Laune hebt und entspannend wirkt.
Je nach Hauttyp reichen schon 5 bis 15 Minuten Sonnenbestrahlung (ohne Nutzung von Lichtschutzfaktoren) auf der Haut täglich aus, um den Vitamin D-Bedarf zu decken. Dies übersteigt nicht die Eigenschutzzeit der Haut und kann daher selbst bei der berechtigten Vorsicht vor UV-Strahlung als unbedenklich betrachtet werden.
Und im Winter? Wer die Sommermonate nutzt, hat einen guten Vitamin D-Speicher für den Winter. Der Verzehr von Fettfischen wie Makrele, Lachs und Forelle sowie Kalbfleisch und Eigelb unterstützen, da sie zusätzliches Vitam D liefern.
Beim Thema Solarium scheiden sich die Geister: Mäßiges Sonnen im Solarium (auf hochwertigen, gut gewarteten und UVB-geeigneten Sonnenbänken mit allen wichtigen Schutzmaßnahmen) alle 1 bis 2 Wochen bei niedriger Strahlung und kurzer Zeit soll nach neuen Studien keine Auswirkung auf die Melanom-Bildung (sprich Hautkrebs) haben. Allerdings gibt es Ausnahmen: Menschen mit sehr heller, lichtempfindlicher Haut, bereits eingetretener Melanom-Bildung oder Hautkrebs-Fällen in der Familie sollten keine Solarien besuchen. Generell empfiehlt sich, den Solarien-Besuch nicht als kosmetische sondern medizinische Behandlung zu betrachten und mit entsprechender Vorsicht und Bedacht anzuwenden. In jedem Fall sollte vorher ein Hautarzt konsultiert werden.

Zugegeben, dies ist ein etwas kontroverses Thema. Ich freue mich auf Diskussionen und Meinungen! :)

http://de.wikipedia.org/wiki/Autoimmunkrankheit

10 interessante Fakten über das Karnevals-Fest

February 15th, 2010

Frohen Rosenmontag miteinander!

  • Das Wort “Karneval” stammt vom latainischen Wort “carnelevale” (carne + levare) und heißt frei übersetzt soviel wie “Fleisch leb’ wohl!”
  • Die ersten “Vorläufer” des Karnevals-Festes wurden bereits 5.000 Jahre v.Chr. im Zweistromland gefeiert
  • Beim babylonischen Karneval um 3.000 v.Chr. wurde zum ersten Mal das Gleichheitsprinzip bei großen Festen eingeführt – dies erlaubte Menschen jedes Standes, das Fest gemeinsam zu feiern
  • Die Römer zeichnen sich für die bunten Umzüge verantwortlich. Sie waren es auch, die sich zur Feier mit Rosen überschütteten – der Vorläufer des heutigen Konfettis
  • Schon im Europa des Mittelalters war es Brauch, das “Narrenfest” zu feiern: Rang und Privilegien gingen vorübergehend an das einfache Volk über, die Kirche wurde parodiert, es wurde sogar ein “Pseudo-Papst” gekürt
  • Die Kirche ließ die Narren gewähren – allerdings nur bis zum Aschermittwoch (Beginn der Fastenzeit). So sollte das Fest die Vergänglichkeit des Bösen und die unausweichliche Umkehr zu Gott verdeutlichen. Eine Verlängerung der Narrentage über den Aschermittwoch hinaus wurde verfolgt und schwer bestraft
  • Die Karnevalsfeiern wären nach der Französischen Revolution fast ausgestorben – zwar wurde das Fest noch von den Bürgern gefeiert, aber die Zeiten des Straßenkarnevals waren vorbei. Die Kölner haben das Fest 1823 wiederbelebt
  • Bereits seit 1860 gab es Geisterzüge in Köln – im 1. Weltkrieg verboten, seit 1991 offiziell. Damals unter dem Motto “Kamelle statt Bomben” als Reaktion auf den Golfkrieg hat der Geisterzug heute wieder feste Tradition
  • Die Sache mit dem Nubbel: Der Nubbel ist eine Strohpuppe und wird im Kölner Karneval traditionell am späten Dienstag Abend mit allen Sünden der Karnevalstage beladen und dann verbrannt
  • Der Kölner liebt seinen Karneval, egal ob bei Wind oder Schnee. Erst einmal, nämlich 1868, musste der Kölner Rosenmontagszug wegen schlechtem Wetter entfallen

I heart TED

February 12th, 2010

Ich mag ja tolle Geschichten, und ich mag tolle Menschen, und genau deswegen liebe ich TED. TED ist eine gemeinnützige Organisation mit dem Motto: Ideas worth spreading – zu deutsch: Ideen die es wert sind, verbreitet zu werden.

Auf ted.com finden sich viele viele unglaublich inspirierende Reden von Menschen, die eine Idee hatten, diese Idee verfolgt haben – und, ob nun im kleinen oder großen Stil, unsere Welt mit ihrer Idee verbessert haben.

Gleichzeitig ist TED eine Quelle an Informationen über die Welt in der wir Leben, die Menschen die wir sind und die Möglichkeiten, die wir haben.
Weitesgehend geht es um die Felder Technologie, Entertainment, Design, Business, Wissenschaft und globale Angelegenheiten. Manche Vorträge erzeugen pures Erstaunen, andere machen nachdenklich, andere sind inspirierend, erklärend, mitreißend.

Hier eine Auswahl an Reden und Vorträgen, die mich wirklich von den Socken gehauen haben:

Geht auf ted.com und lasst euch die Welt erklären!
Aber Vorsicht: Totale Suchtgefahr!

Neue Wege der Preisgestaltung

February 4th, 2010

Was berechne ich für meine eigene Arbeitskraft? Wieviele Kunden werde ich haben, auf die ich die Kosten der Vorbereitung umlegen kann? Welche Produktionskosten habe ich? Welche Kosten könnten noch auf mich zukommen? Bleibt am Ende überhaupt was übrig? Was berechnen die eventuellen Konkurrenz-Betriebe?

Viele Unternehmer, besonders im Dienstleistungsbereich, kommen dann leider irgendwann auf einen Betrag, der bei “so wenig wie irgend möglich” liegt; das Resultat aus einer heftigen Kalkulation eines Zwischenwertes von “Das brauche ich zum Überleben” und “Das kann ich nehmen, um konkurrenzfähig zu bleiben”. Andere wiederum setzen bewusst auf ein Top Dog-Image oder bieten besondere Qualität, um höhere Preise rechtfertigen zu können. Beim Stichwort “Marktpositionierung” dreht es sich oftmals zusammengefasst eigentlich nur um eine Entscheidung: Wer soll mein Kundenstamm sein? Arm oder reich?

Jetzt gibt es da aber ein paar junge Wilde in der Welt der Unternehmer, die ihre Preise nach einem ganz bestimmtem Prinzip festgelegt haben: Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Und deshalb bieten sie ihren Kunden verschiedene Module, die auf unterschiedliche Bedürfnisse der Kunden ausgelegt sind.

Vom Prinzip her ist diese Herangehensweise nicht neu: Nicht nur die “neue Medien” wie z.B. die Telefongesellschaften oder Softwareunternehmen bieten seit Jahren verschiedene Modelle ihrer Leistungen. Auch Autowaschanlagen, Krankenhäuser, ja selbst die Bahn hat erkannt: Biete deine Leistung für eine lohnend breite Masse an, aber scheuch’ um Himmels Willen nicht die Kunden weg, die mehr zahlen wollen. Das Ziel: Durch möglichst volle Auslastung aller Ressourcen den maximal möglichen Gewinn erwirtschaften.

Jetzt gehen die “jungen Wilden” aber einen Schritt weiter: Sie bieten ihren Kunden sehr flexible Möglichkeiten zum Wechseln innerhalb dieser Module. Die Kunden können ohne lange Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen die Angebote ändern – sowohl nach oben, als auch nach unten. Und wer nicht mehr Kunde sein will, der darf auch gehen.
Wenn man sich dann mehr mit dieser Art der Preisgestaltung beschäftigt, stolpert man immer wieder über die Berichte von Managern, die genau diese Preisstrategie als einen der Schlüsselpunkte ihres Erfolges bezeichnen.

Was macht dieses Prinzip so erfolgreich?
Zunächst einmal: Unser Leben heute ist eine Achterbahnfahrt. Mein Opa hat damals eine Ausbildung bei der Bahn gemacht, und war bis zu seiner Rente Angestellter der Bahn. Wer erlebt so etwas heute noch? Es gibt keine Jobsicherheit mehr, für niemanden. Ohne “berufliche Umorientierung” geht es heute oft garnicht mehr. Und dies geht einher mit wechselnden Einkommen und nicht selten auch kurzen Engpässen, in denen man den Gürtel einfach mal enger schnallen muss. Auch die Lebensphasen haben sich in den letzten 50 Jahren drastisch verändert: Heute starten viele erst in ihren 30ern mit der Familienplanung, oder bekommen Kinder im Alter von 20 Jahren und dann nochmal mit 40. Gut verdienende Singles im vorangeschrittenden Erwachsenenalter – vor 50 Jahren eigentlich nicht existent, heute fast schon Usus.
Und: Die meisten Menschen leben nicht in den Schubladen, in die sie das Nachmittagsprogramm vieler Privatsender reinschupsen will. Menschen kaufen ihre Lebensmittel im Reformhaus und ihre Schuhe bei Deichmann. Andere Menschen gehen nie auswärts essen, aber haben einen riesen Flatscreen-Fernseher zu hause. Wer ist denn schon “nur Luxus” oder “nur billig”?

Dies könnte besonders für die Dienstleistungs-Unternehmen eine zukunftsweisende Erkenntnis sein. Egal ob nun Fitnessstudio, Friseur, Restaurant oder Fensterputzer – anstatt sich für eine Richtung entscheiden zu müssen, und schlimmstenfalls damit auf die Nase zu fallen, könnte man seine Kunden langfristig und flexibel auch über wechselnde Lebensumstände und unterschiedliche Prioritäten hinaus begleiten und als nachhaltige und beständige Stammkunden (und Einnahmequelle!) gewinnen. Außerdem kann man genau die Kundenkreise erschließen, die bisher gezögert haben, eben weil sie keine Möglichkeit sehen, sich für Jahre an einen kostspieligen Vertrag zu binden.

Sind diese Preis-Module sinnvoll, und wie könnte eine Umsetzung in die Praxis für die verschiedenen Branchen aussehen?
Diskussion bitte! :)

Streitpunkt Pausenzeiten

February 2nd, 2010

Wenn jemand von uns mal die Antwort nicht wusste, sagte unser Mathelehrer in der Grundschule gerne “Steh’ mal auf; du scheinst auf deiner Leitung zu sitzen.” Und obwohl wir das für einen blöden Spruch gehalten haben, hat es meistens funktioniert.

Den klassischen Stechuhr-Firmen stehen Unternehmen gegenüber, für die das Streben nach Steigerung der Produktivität einhergeht mit der Steigerung der Lebensqualität am Arbeitsplatz. Da gibt es eine Wii im Gemeinschaftsraum, im Sommer wird die Terrasse mit Liegestühlen und Eiskühlern zum Sonnendeck erklärt. Niemand wird schief angeguckt, wenn er sich genüsslich einen Obstsalat zusammen schnippelt, und wenn das Privathandy klingelt, darf man raus gehen und den Anruf entgegen nehmen. Pausen und Bewegung werden geradezu gefordert. Und komischerweise funktionieren diese Firmen.

Während der Arbeit kleine Pausen einzulegen, in denen man mal kurz den Kopf frei macht und die müden Knochen bewegt, hat viele positive Eigenschaften auf den Organismus:

  • Durch das Anregen des Kreislaufs nimmt die Konzentration wieder zu, was die Arbeitskraft steigert
  • Regelmäßige Bewegung beugt Verspannungen und Rückenschmerzen vor
  • Trotz hohem Arbeitspensum kommt es seltener zum Burn out

Wenn man sich mal anschaut, welche Firmen so geführt werden, stellt man schnell fest: Es sind hauptsächlich die Neuen aus der Informationswirtschaft, wie IT-Unternehmen oder Marketing-Agenturen, oder Firmen, die ein junges Management haben. Traditionsbetriebe mit einer solch “lockeren” Haltung zur Arbeitszeit finden man leider (noch) viel zu selten.

Dieser Stechuhren-Wahn nimmt in manchen Betrieben sogar noch zu. Regeln bezüglich des Handys, des Internets oder der Pausenzeiten werden nicht selten noch strikter als früher. Da muss es funktionieren wie in einem Bienenstock; da gibt es Vorgaben und Regeln und Verbote für alles.

Ich bin ja mal gespannt, wer bezüglich Erfolg und Produktivität langfristig die Nase vorn haben wird. Ich habe da so eine Vermutung…

Mehr zum Thema Pausen und Wie? Wann? und Warum? findet ihr hier bei Lerntipp.at. Und wer es richtig professionell machen will, sollte sich unbedingt dieses Video ansehen. :)

Auf die Sprache kommt es an!

January 29th, 2010

Diesen Bericht vom Start Up Blog fand ich super. Steve erzählt, dass der Umzugsunternehmer seines Cousins während der Ablaufbesprechung Folgendes zu ihm gesagt hat:

“Pass auf, ich weiß du machst so etwas nicht jeden Tag; ich aber schon. Ich werde dafür sorgen, dass alles glatt läuft und ihr gut betreut seid.”

Kompetent, einfühlend, beruhigend, sympathisch, vertrauenserweckend. Und das alles in nur 2 Sätzen!

Wie wir mit unseren Kunden sprechen, ist ein ganz wichtiger Faktor für einen guten Kundenservice, die Kundenzufriedenheit und den entsprechenden wirtschaftlichen Erfolg.
Verabschiedet euch von Telefonleitfäden, Handbuch-Zitaten oder dem Herunterleiern von Fachbegriffen – “redet” einfach mal wieder mit euren Kunden. Lasst sie wissen, dass am anderen Ende der Leitung ein Mensch sitzt. Der zuhören kann, Verständnis hat und helfen will.

Wann hat euch das letzte mal jemand durch Sprache richtig begeistert?