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Über Kontrollwahn

Wednesday, January 6th, 2010

Ich hatte neulich die Gelegenheit, bei einer Firma mal in den “Evaluation Process” reinzuschauen, und ich war wirklich schockiert. Da muss ein langjähriger Angestellter im Kundenservice Angst um seinen Bonus haben, weil ihm sein Vorgesetzter beim Punkt “Wasser sparen” leider nur 3 von 5 möglichen Punkten gegeben hat. Angst vor Spitzeln und Überwachung – jetzt also auch schon vor dem Handwaschbecken, meine Damen und Herren! Andere Firma, gleiches Maß an Wahnsinn: Angestellte wird fristlos entlassen, weil sie unerlaubterweise den Internetzugang privat genutzt hat. Warum? Sie hatte freiwillig unbezahlte Überstunden gemacht um einen dringenden Kundenauftrag abzuwickeln, und hatte zu später Stunde geschaut, wann sie einen Bus nach hause erwischen kann. Vor Gericht hätte die Dame die Kündigung sicherlich unwirksam machen können – wollte sie aber garnicht. Wer will schon für so einen Laden arbeiten?

Aber echter Kontrollwahn zeichnet sich nicht nur durch Schikane der Angestellten aus; echter Kontrollwahn hat auch weder Sinn noch Verstand. Ein Praxisbeispiel: Der Außendienst einer Handelsfirma bekommt die Anweisung, jeden Tag genau darüber Buch zu führen, wie viele Cold Calls, Angebote, Servicetelefonate etc.  gemacht wurden. Ganz schön aufwendig. Nicht nur für die Außendienstmitarbeiter, sondern auch für die Vorgesetzten, die diese Zahlen und Vorgaben regelmäßig kontrollieren müssen. Dann hat jemand den Einwand, dass “200 Cold Calls” ja nicht beweisbar sind und hier ja “Raum für Manipulation und Betrug” wäre. Also sollen die Salesleute von nun an auch aufschreiben, welche Firmen angerufen wurden, mit wem man worüber gesprochen hat und die Kontaktdaten hinterlegen, damit gelegentlich stichprobenartige Kontrollen durchgeführt werden können. Das nun ca. 30 bis 40% der Arbeitszeit dieser Verkäufer für Schreibarbeiten draufgeht und eben nicht für das Verkaufen, ist schonmal vom Prinzip her schlecht für ein Handelsunternehmen. Aber weiterhin wird sich hier ganz schnell Frust im Team breit machen: Nicht nur wegen der deutlichen Demonstration fehlenden Vertrauens, sondern auch, weil ein Verkäufer mit stupider Schreibarbeit schlicht und ergreifend nicht glücklich ist. Das ist nicht sein Ding. Sein Ding ist verkaufen.

Liebe Leser, ich bin kein allwissendes Orakel, aber bei der Sache bin ich mir ganz sicher: Mit Überwachung, Kontrolle und Druck erreicht ihr genau das Gegenteil von dem, was ihr wollt. Eure Mitarbeiter werden frustriert, genervt und ängstlich sein, und so erreicht man nichts. Es ist für niemandem, in keinem Beruf, förderlich. Die Konzentration sinkt und damit auch die Effizienz, der Frust steigt und so sinkt das Engagement, und niemand wird sich Mühe geben, einen großartigen Job zu machen für Menschen, die dem weder trauen noch dies schätzen.

“Vertrauen ist gut; Kontrolle ist besser” manifestiert sich in unseren Köpfen leider immer mehr. Heute besteht Mr. 0 8 15 auf einen Ehevertrag; Eltern machen sich falsche Facebook-Accounts, um ihre Kinder auszuspionieren, und Firma XY behält sich vertraglich das Recht vor, alle Angestellten und deren Eigentum zu jedem Zeitpunkt unangemeldet durchsuchen zu können. Was für ein Armutszeugnis für uns und unsere Gesellschaft, und was für eine Sackgasse im Streben nach wirtschaftlichem Erfolg!

Freut euch auf den nächsten Post; dann gibt es Tipps und Tricks für sinnvolle Kontrolle der Arbeitsleistung.

“Könntest du kurz mal…”

Friday, December 11th, 2009

Als ich das hier gelesen habe, musste ich herzhaft lachen. Es ist eine krasse Version von einer Tatsache, die wohl jeder Selbstständige kennt: Die Menschen in deinem Umfeld nehmen deine Zeit nicht mehr richtig ernst. Aber meistens meinen sie es garnicht böse. Ich habe das selbst früher mit meinem Freund so gemacht. Ich hatte einen Tag frei, also ging es ab zu Ikea, Großeinkauf beim Supermarkt, danach bitte noch beim Aufbau helfen, und hey! Wäre es nicht klasse, wenn wir jetzt noch die Wohnung mal wieder richtig auf Vordermann bringen? _Er_ kann sich die Zeit ja einteilen.
Jetzt bin ich selbstständig, und dieses Phänomen hat nun auch mich eingeholt. Und es ist schon seltsam. Du kannst dir doch tagsüber mal die Zeit nehmen, x für jemanden zu erledigen – deine Arbeit kannst du dir ja einteilen. Du kannst doch abends mal mit y helfen – du musst ja morgens nicht früh raus. Du hast doch keine Arbeitszeiten!!

Aber solange ich solche Leute wie in dem oben genannten Beispiel von mir fern halten kann, will ich mich ja garnicht beschweren! :)

Kleine Dinge mit viel Wirkung

Thursday, December 3rd, 2009

Ich war letzte Woche auf dem Weihnachtsmarkt in Troisdorf unterwegs. Ich musste mir sehr dringend die Hände waschen, also bin ich ins Restaurant “Steffens Eck” und habe höflich gefragt, ob ich mir ausnahmsweise kurz die Hände waschen darf. Durfte ich nicht. Mal abgesehen davon, dass ich das menschlich ganz furchtbar finde (war nicht jeder schonmal in der Situation, dringend eine Toilette aufsuchen zu müssen?), auch abgesehen davon, dass ich nicht gerne essen würde bei Leuten, die anderen nichtmal das Händewaschen genehmigen: Auch meinen anderen Gästen gegenüber wäre es mir unendlich peinlich, jemandem mit einem solch einfachen und dringenden Gesuch so abzuschmettern. Bei mir als unbeteiligtem Gast würde das einen sehr negativen Eindruck hinterlassen.
Aber es geht ja auch anders: Im Eiskaffee Ecke Kölnstraße / Von-Loe-Straße wurde ich nicht nur sehr nett empfangen und mir der Gang zur Toilette genehmigt; beim Rausgehen hat der Besitzer sogar noch sehr freundlich “Danke und einen schönen Tag noch!” gerufen. Und wisst ihr was? Wann immer ich in Troisdorf bin, und Durst auf einen Kaffee habe, werde ich genau dorthin gehen. Selbst wenn es ein Umweg ist. Die haben mich als ewigen Fan gewonnen! Den Cappuccino, den ich mir später dort noch gegönnt habe, kann ich auch nur empfehlen. Sehr lecker, und ein äußerst fairer Preis. Und alle Angestellten dort sind wirklich auffallend freundlich, ohne das es gekünstelt wirkt. Da hat jemand auch beim Recruitment alles richtig gemacht!

So “einfach” kann man manchmal schon Fans gewinnen.
An dieser Stelle also Danke an das Team dieser Eisdiele, deren Namen ich im Internet leider nicht finden konnte; ihr seid voll cool! :-)
Wenn ihr euch jetzt noch bei Google eintragt (es ist kostenlos!) habe ich garnichts mehr zu meckern! :-)

Du musst wenigstens besser sein als dein Kunde

Friday, November 20th, 2009

Dieser Post schließt sich fast an den Vorherigen an. Aber keine Angst, es gibt nicht nur das Frisör-Beispiel! :-) Aber weil es sich hier als überbrückende Einleitung so eignet, fange ich damit mal an.

Bis auf das Haare schneiden mache ich alles,  was ich früher beim Frisör habe machen lassen, wie Färben, Augenbrauen zupfen und färben, oder auch mal eine Hochsteckfrisur, selber. Die pure Verzweiflung hat mich dorthin getrieben, und nun kann ich das alles so gut, dass ich kaum noch Frisöre finde, die mich mit ihrem Werk beeindrucken können. Ganz schön traurig, wenn man bedenkt, dass der Kunde durchschnittlich € 60 pro Stunde für dieses “Handwerk” zahlen soll.

Solche Situationen wecken manchmal den tief schlummernden Erschaffer in uns.
Und das kann man doch auf unendliche viele Dienstleistungsbereiche anwenden:
- Ich fühle mich in meinem Fitnessstudio nicht betreut und denke mir “Na dann kann ich ja auch joggen gehen – spart mir Zeit und Geld”.
- Ich habe mir im Copy Shop irre teure Visitenkarten drucken lassen, die so schief gestanzt wurden und so jämmerlich aussehen, dass ich die jetzt lieber selber drucke.
- Die Croissants beim Bäcker schmecken wie Isolierwolle und sollen € 1,25 das Stück kosten, obwohl ein Paket Blätterteig (für 4 Stück) für unter € 1 zu haben ist.
- Die Fotos vom Fotografen, für die ich -ohne Entwickeln!- € 50 bezahlt habe sehen so laienhaft aus, dass das ab jetzt mein Freund mit der Digicam übernimmt. Mit einem Bettlaken und GIMP sieht das Ganze sogar richtig ordentlich aus.

Und ich könnte noch ewig so weiter machen!

Halbherzige Dienstleistungen kann man sich heute nicht mehr teuer bezahlen lassen. Die Zukunft wird euch einholen meine Lieben, und euch ordentlich ins Gesicht spucken. Alleine durch das Internet kannst du deinem Kunden heute kein X mehr für ein U vormachen – der kann _alles_ nachlesen! Inzwischen müssen sich sogar Herzchirurgen regelmäßig Fachwörter von ihren Patienten um die Ohren hauen lassen – es ist ja alles nur einen Klick entfernt. Technik ist gut und günstig wie nie zuvor, “basteln” und “rumschrauben” wird wieder in…
Wer nicht spätestens jetzt auf “Dienst” und “Leistung” umschwenkt, wird gnadenlos vom Markt gefegt werden.

Marktpositionierung: Ja bitte wo denn?

Friday, November 20th, 2009

Ich nehme hier mal wieder mein beliebtes Beispiel Frisör, denn da muss jeder mal hin. Aus meiner Sicht gibt es für einen Frisörbetrieb diese generellen Positionierungsmöglichkeiten:

Low Budget
Frisierplatz reiht sich an Frisierplatz, es geht ein wenig chaotisch zu, schnelle Kundenabfertigung. Bei € 20 für einen Damenschnitt auch durchaus zumutbar. Standards wie Fönen, Frisieren oder ne Haarkur werden (gegen Aufpreis) angeboten.

Standard
Klingt ein wenig negativ, muss es aber nicht sein. Manchmal ist es besser die einfachen Dinge richtig zu können als tausend Dinge halbherzig zu machen. Wer also ein paar nette Extras beherrscht oder anbietet, wie z.B. kostenlosen Kaffee, Hochsteckfrisuren und ein gewisses Maß an Kundenservice, kann sich schnell einen Kundenstamm aufbauen, der auch gerne mehr zahlt.

High Class
Prosecco, Haarkur, Augenmassage? Wer das Dreifache für einen Haarschnitt bezahlt, kann auch einen entsprechend höheren Mehrwert erwarten. Eine zusätzliche Servicekraft, die ausschließlich für die Betreuung der Kunden und evtl. dem lupenreinen Auftritt des Geschäfts zuständig ist, ist meiner Meinung nach existenziell.

Und was macht der Durchschnitts-Frisör?
Der pickt sich die gewinnbringendsten, billigsten und einfachsten Punkte aus allen 3 Möglichkeiten raus!
Übrig bleibt:

  • Frisierplatz reiht sich an Frisierplatz
  • Es geht chaotisch zu
  • Schnelle Kundenabfertigung
  • Jeder Mist muss extra bezahlt werden
  • Das Angebot ist begrenzt
  • Es gibt höchstens Kaffee kostenlos, und auch nur, wenn lange Wartezeiten entstehen
  • und das Personal guckt dich kaum mit dem A**** an, wenn du rein kommst.

Und das alles dann aber bitte für den dreifachen Wert, der für diese Abfertigung angemessen wäre. Schließlich sind die Sperrholz-Möbel recht nett anzusehen, und man bietet tolle Wella-Produkte an. (Fast) Ein echter High Class Laden eben!!1!

Auf der Meckenheimer Hauptstraße gibt es 6 Frisörgeschäfte auf einer Länge von so 300 m – wie das überhaupt funktioniert ist mir schleierhaft. Wir sind hier ja nicht in Manhatten. Bei 3 von denen war ich jetzt schon, und von denen sieht mich keiner wieder. Ich würde sowohl zu einem High Class Laden als auch so einem Low Budget Geschäft gehen – so lange sie das was sie machen richtig machen, bin ich für alle Richtungen offen. Ich ahne aber nichts gutes – hat halt einen Grund, dass ich die verbleibenden 3 nicht zuerst aufgesucht habe. Und da ich in Bonn alle kenne und keinen schätze wird es wohl oder übel darauf hinaus laufen, dass ich eine Bekannte (und sehr talentierte Frisörin) bezahle 2 x 50 km zu fahren, um meine Haare zu schneiden.
Schon irgendwie traurig, oder?

Business 2.0

Friday, October 16th, 2009

Mit dem Begriff Web 2.0 spricht man vom Wandel der Internetnutzung durch Facebook, MySpace und Co. Denn während man das Internet früher eher zur Informationsbeschaffung genutzt hat, haben diese Anbieter einen deutlichen Wandel geschaffen: Es wird nicht mehr nur konsumiert, es wird aktiv mitgestaltet. Heute kann jeder ganz einfach seine “Fußstapfen” im World Wide Web hinterlassen.

Lasst uns unsere Unternehmen mehr nach diesem Prinzip gestalten!
Während wir uns heute eigentlich nur noch auf die Trendforscher verlassen, bleiben unsere Kunden viel zu sehr außen vor. Dabei würden besonders kleine und mittelständische Unternehmen von der “Beratung” Ihrer Kunden durchaus profitieren:

  • Dein Kunde weiß, was er will
    Trendforschung ist und bleibt ein Glücksspiel. Ein genauer Einbezug deiner Umstände (Standort, Kundenkreis, etc.) bleibt unberücksichtigt. Dein Kundenstamm hält dir aber alle Türen offen, um eine punktgenaue Analyse zu erhalten. Du erhälst die wertvolle Chance, dich vom “Einheitsbrei” der Konkurrenz abzuheben und deinen Kunden exakt das zu bieten, was sie wollen. Nutze diese Chance!
  • Dein Sympathiewert steigt
    Und das gleich aus drei Gründen: Menschen lieben es, nach Ihrer Meinung gefragt zu werden. Es vermittelt Wertschätzung und Vertrauen. Außerdem wird sich dein Kunde zwangsläufig mehr mit deinem Unternehmen beschäftigen – was die soziale Bindung an dein Unternehmen steigert, besonders wenn dein Kunde sich in den Neuerungen tatsächlich wiedererkennen kann. Des weiteren gibt es ein psychisches Phänomen, wenn man jemand um einen Gefallen bittet: Man würde meinen, dass uns derjenige, dem wir einen Gefallen tun, im Anschluss mehr schätzen und mögen wird. In unserem Kopf passiert aber genau das Gegenteil: Unser Sympathiewert für die Person, der wir einen Gefallen getan haben, steigt. Wahnsinn, aber wahr. Man nennt es den Benjamin Franklin Effekt. Changingminds.org hat sich eingehender mit dem Thema beschäftigt.

Wenn wir unsere Kunden um ihre Meinung fragen, können wir ihnen also nicht nur genau das bieten, was sie wollen, sondern sie mögen uns und unser Unternehmen auch noch mehr. Wenn das nicht vielversprechend klingt!

Ich habe vor einiger Zeit für einen Kunden einen Fragebogen für die Mitglieder seines Fitnessstudios erstellt. Bei Interesse findet ihr die unspezifische Version zum PDF-Download hier auf meiner Homepage. Ihr könnt den Fragebogen 1:1 verwenden oder euch Ideen klauen.
Tipp: Ihr könnt die PDF-Datei mit der freien Grafik-Software GIMP öffnen und euer spezifisches Layout und weitere Eingaben als neue Ebene einfügen.

Ran an die Kunden! :-)

Sei froh das du Angestellte hast!

Friday, October 2nd, 2009

Wenn du der Meinung bist “Die sollen froh sein, dass sie einen Job haben!” aufgepasst: Du bist auf dem Holzweg!
Wenn deine Angestellten soviel Umsatz generieren, dass sie dir Gewinne verschaffen, bist DU derjenige, der dankbar sein sollte!

Unternehmer neigen dazu, sich gerne als Wohltäter der Gesellschaft zu fühlen, weil sie Jobs schaffen. Das ist prinzipiell ja auch garnicht so verkehrt – es wird aber tragisch, wenn man tatsächlich der Meinung ist, dass einem deswegen der endlose Dank des Personals gebührt. Warum?

Stellen wir uns mal vor, du hast einen Friseursalon mit 5 angestellten Friseuren. Klar, du hast die Verantwortung, du hast das Risiko, du arbeitest mehr als alle anderen… aber das ist eben auch DEIN Job! Der Job deiner 5 Friseure ist es, dir mehr Umsatz zu generieren. Und wenn sie das schaffen (wenn sie es nicht tun ist es auch deine Schuld!) gebührt ihnen dein Dank. Denn egal was für ein verdammt toller Hund du bist: Alleine könntest du _niemals_ dem Umsatz von 6 Friseuren generieren. Nichtmal ansatzweise. Niemals.
Du könntest den ganzen Tag auf der Couch sitzen, und trotzdem würdest du Geld verdienen. Diese äußerst glückliche Situation wird einzig und alleine durch deine Angestellten möglich.

Deine Angestellten füllen _dein_ Bankkonto, und das regelmäßig! Daher sollst du deine Angestellten mindestens genauso gut behandeln wie deine besten Kunden!

Mach was deine Kunden wollen!

Thursday, September 24th, 2009

Der ein oder andere wird jetzt denken: “Ist doch logisch!”. Sollte es eigentlich auch sein. Und trotzdem gibt es viele populäre Gegenbeispiele, wo dieser Grundsatz nicht nur unberücksichtigt geblieben ist, sondern der zahlende Kunde quasi noch bestraft wird.

Ich nehme mal ein Beispiel, das mich direkt betrifft. Ich habe mir eine DVD gekauft. “American Psycho”, um genau zu sein. Brav habe ich bis zur Dunkelheit gewartet, eine Portion Popkorn vorbereitet, erwartungsvoll die DVD in den Player geschoben… und dann musste ich mir über 10 Minuten einen blöden “Du bist Raubkopierer – Du bist Verbrecher” – Filmchen angucken, das sich _nicht überspringen lässt_. Man kann nicht zum Hauptfilm wechseln, man kann nicht mal vorspulen. Hätte ich mir den Film in Netz besorgt, müsste ich mich mit diesen Problemen nicht rumschlagen. Ich, der zahlende Kunde, werde für die Taten anderer bestraft. Und mir wird auch noch direkt vorgeworfen, ein Raubkopierer zu sein. Obwohl ich das verdammte Teil _gekauft_ habe!
Ich hätte echt große Lust, den Jungs und Mädels der veröffentlichenden Entertainment-Firma die Köpfe auf das nächste Tischbrett zu knallen und ihnen in die Ohren zu brüllen: “Denkt nach! Denkt doch verdammt nochmal nach!!”

Auch krass: Ein Freund von mir hat erzählt, dass er in seinem Fitnessstudio gebeten wurde, seine Tasche durchsuchen zu lassen, “weil derzeit viel geklaut wird”. Ja, haben die denn völlig den Verstand verloren?? Den gesamten Kundenstamm unter Generalverdacht zu stellen, nur weil irgendwer ne billige Flasche Body Lotion aus der Umkleide gemoppst hat?

In diesem Artikel vom Kundenservice Blog wird ein Bericht der Harvard Business Review beschrieben, in welchem dem Leser nahegelegt wird Kunden, die eine Neuerung nicht annehmen wollen (Bsp. Onlineshop etc.), aktiv dafür zu bestrafen. Natürlich ist es kostengünstiger für ein Unternehmen, Anfragen online entgegenzunehmen, anstatt eine hochbesetzte Telefonzentrale zu beschäftigen. Aber: Wenn doch diese Telefon-Kunden ein lohnendes Geschäft generieren, sollte man dies nicht nutzen, anstatt ihnen die Tür vor der Nase zuzuknallen? Außerdem werden langfristig mehr Kunden in die Netzwelt einsteigen. Und wenn man diese dann auch noch für das Nutzen der Online-Lösung _belohnt_ – ist das nicht in den meisten Fällen 1000 mal wirtschaftlicher?

Mach was deine Kunde wollen!
Es gibt kaum einen wichtigeren Grundsatz im Geschäftsleben. Frage dich bei allen Aktionen, Promotions etc. immer: “Ist es das, was meine Kunden wollen?”
Wenn die Antwort kein 100%iges “JA!” ist: Vorhaben dringend überarbeiten!

Wann haben dich deine Mitarbeiter das letzte mal begeistert?

Monday, September 21st, 2009

Wenn die Antwort hier nicht “Erst heute” heißt: Buckle up! Wir haben viel zu tun.

Es ist deine Firma. Niemand kann sich dafür mehr begeistern als du selbst. Wenn du selbst von deinen Mitarbeitern nicht begeistert bist, wie sollen sich deine Kunden für diese begeistern??

Stellen wir uns einmal vor, dass Jeder, der dein Geschäft betritt oder eure Zentrale anruft, begeistert ist. Nicht nur zufrieden, sondern tatsächlich begeistert. Was würde den Kunden dann noch von einem Kauf abhalten, wenn das Produkt und der Preis stimmt? Genau! Garnichts. Begeisterung für etwas oder jemanden ist ein zentraler Punkt für eine Kaufentscheidung.

Für dich heißt das: Aussortieren. Das mag hart klingen, aber du bist Unternehmer. Unternimm was!
Es gibt diese Menschen, die es einfach schaffen, jeden zu begeistern. Konzentriere dich genau darauf, diese Personen zu finden. Verschwende deine Zeit nicht damit, aus einer Kuh einen Elefanten zu machen – es gibt genug Elefanten da draußen, die nur darauf  warten, von dir entdeckt zu werden. Sie werden sich für dich und dein Unternehmen einsetzen, alles daran setzen, erfolgreich zu sein – und dir zufriedenere Kunden und  neue Kunden bescheren.

Ich kenne Unternehmer, die ein Restaurant aufmachen, aus 10 Bewerbern 4 Kellner aussuchen, und denken “So, das wäre geschafft.”
Recruitment ist ein ständiger Prozess. Höre niemals auf, nach gutem Personal zu suchen. Das heißt das du, wo immer du bist und was immer du machst, die Augen offen halten musst. So kenne ich z.B. einen Versicherungsmakler, der seinen Assistenten-Job mit der Sprechstundenhilfe seines Zahnarztes besetzt hat. Weil er bei seinem Termin so begeistert von ihr war, dass er sie unbedingt an Bord haben wollte.  Einfach lies sie sich auch nicht abwerben – er hat ihr ganze 20% mehr Geld angeboten, bevor sie zugesagt hat. Jetzt, nach ca. 2 Jahren, freut er sich immer noch wie ein kleines Kind, wenn man ihn nach seinem “Fund” fragt. Ob er zufrieden ist? Er ist begeistert! Und seine Kunden auch. Was sind schon 20% mehr Lohn, wenn du die Wahl hast zwischen Mittelklasse und Top? Was ist nun Geldverschwendung; die 20% mehr Gehalt für deine Top-Kraft, oder ist es nicht eher das komplette Gehalt für eine durchschnittliche Kraft?

Der Schlüssel ist, das Maximale aus deinen Möglichkeiten herraus zu holen. Das heißt natürlich auch, dass du deine Angestellten, wenn sie ihren Job überdurchschnittlich gut machen, halten musst. Anerkennung, nicht nur finanziell sondern auch im Generellen, sind der Schlüssel, um deine “Pferdchen” auch in deinem Stall zu halten. Mehr zu diesem Thema gibt es im nächsten Post.

Fitnessstudio und Webauftritt – Was ist wichtig?

Monday, August 31st, 2009

Hallo zusammen,

entschuldigt meine drastische Wortwahl, aber ich stolpere immer wieder über Webauftritte von Studios, die wirklich erbärmlich sind. Und da dachte ich mir, ich schreibe mal ein paar Punkte auf, die mir existenziell erscheinen.

Informationen
Kurz, präzise und doch vollständig, verständlich und _werbewirksam_.
Ein Beispiel, dass ich schon hunderte von Malen gesehen habe:
“BODYPUMP – Kraft- und Ausdauertraining mit einer Langhantel”
Warum sagt ihr euren Kunden nicht, dass es sich um ein weltweit verbreitetes Programm handelt, an dessen Entwicklung ein riesen Team an Trainern und Sportmedizinern beteiligt ist? Dass wöchentlich 1,5 Mio. Menschen an diesem Kurs teilnehmen? Wie soll ein normaler Interessent das wissen?
So ein Webauftritt, wenn er auch nur irgendwie vorteilhaft sein soll, lässt sich nicht “mal so eben” dahinkritzeln; man muss schon ein wenig Zeit investieren.

Übersicht
Je weniger Klicks der Kunde braucht, um zu den von ihm gewünschten Informationen zu kommen, desto besser. Macht nicht den Fehler, alles und Jeden in irgendeine Kategorie unterzuordnen. Anfragen, die immer wieder gestellt werden, sollten direkt von der Homepage erreichbar sein, z.B. der Kursplan, die Öffnungszeiten und die Kontaktdaten. Schaut euch unbedingt mal andere Webseiten an, nicht nur aus der Fitness-Branche! Webseiten können heute ganz anders aussehen als das typische Webseiten-Layout. Lasst eure Phantasie spielen, alles ist erlaubt! :-)

Wer seid ihr denn überhaupt?
Teamvorstellung – finde ich super wichtig. Schon ein Blick auf das Foto und den Namen ein Person, bestenfalls ergänzt mit Angaben zu Tätigkeit und Hobbys, knüpfen soziale Bindung – ob man will oder nicht! Nutzt das aus!!

Sauber machen!
Wenn man die ein oder andere Webseite sieht, kann man fast schon den Staub darauf riechen. Ihr müsst in Bewegung bleiben, auch im Netz! Und wenn es nur ein News-Post ist oder eine kleine Sammlung Trainingstipps, die sich regelmäßig erweitert – zeigt den Menschen, dass bei euch was los ist!

Ich hoffe, hier waren ein paar nützliche Tipps dabei, die den ein oder anderen zumindest ins Grübeln versetzen, wie man den eigenen Webauftritt aus- oder umbauen kann. Ich freue mich über Kommentare und Diskussions-Anstöße.