Judith im Zwiespalt: Der Demeter-Hof

Was für ein schöner Zufall: Ich habe erst vorhin überlegt, meine Überlegungen bezüglich Demeter-Höfen und -Produkten mal öffentlich auf meinem Blog zu diskutieren, und gerade (re-) twittert der Holgi das Foto eines Schnittkäses, produziert von einem Demeterhof, mit dem Kommentar “Käse für Schwachsinnige”. Was man ihm, wenn man sich die Texte auf der Verpackung durchließt, wirklich nicht übel nehmen kann. Diese Demeter-Höfe und ihre Betreiber, die sind schon irgendwie abgedreht.

Für alle die jetzt denken “Demeterhof? Häh?” – guckt einfach selbst in die Wikipedia, dafür gibt es sie ja.

In Meckenheim und Umgebung gibt es ja sehr viele landwirtschaftliche Betriebe, und in direkter Umgebung gibt es zwei Demeterhöfe. Vor ein paar Monaten habe ich zufällig eine Reportage im Fernsehen gesehen, in der es um solche Höfe und ihre Art der “biologisch-dynamischen” Landwirtschaft ging. Was man den Demeter-Höfen lassen muss: Die Produkte sind biologisch angebaut und frei von Pestiziden etc.; die Tiere werden vorbildlich gehalten und gefüttert, und alles in allem macht das Ganze einen sehr natürlichen und positiven Eindruck. Ich war auch schon auf “Erkundungsgang” in einem Demeter-Markt in Meckenheim, und ich muss sagen: Das ist eine ganz andere Art des Einkaufens, als im Supermarkt vor dem belichteten Regal mit Obst und Gemüse zu stehen. Ich habe einen Apfel geschenkt bekommen. Der sah zwar nicht so hübsch aus wie die aus dem Supermarkt, aber Himmel, war der lecker. Und der Hof ist gleich um die Ecke. Das ist ein weiterer Vorteil der Demeter-Produkte: Sie können nicht nur objektiv als qualitativer als das Zeug “von der Stange” angesehen werden; sie sind auch noch super frisch und durch die kurzen Transport-Wege super ökologisch.

Und trotzdem ist da diese fade Beigeschmack von “Kosmos” und dieser ganzen spirituellen Weltanschauung, die dem analytischen Teil meines Kopfes überhaupt gar nicht passt und die er nicht gedenkt, finanziell zu unterstützen. Aber irgendwo in mir schlummert auch ein Teil, der echt gerne mal wieder einen “echten” Apfel essen würde.

Ihr habt die vielleicht einmalige Gelegenheit, mich mit euren Argumenten zu überzeugen. Bring it on! :)
Ich muss mir eigentlich mal die Mühe machen, die ganzen Höfe hier abzuwandern – aber es sind soooo viele! Und die sind alle recht klein – ich würde ungern jeden Samstag 12 Höfe abfahren, um meine Einkäufe zusammen zu tragen. Das wird wieder unökologisch… :)
Falls jemand aus der Gegend kommt – ich bin für jeden Tipp dankbar!

83 Responses to “Judith im Zwiespalt: Der Demeter-Hof”

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