I heart AFRICA

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Ich erinnere mich noch als wäre es gestern gewesen, als ich an unserem ersten Abend in Afrika auf dem Balkon unseres Hotelzimmers in Malabo stand. Mich überkam ein seltsames Gefühl von Heimkehr. Sehr seltsam, denn ich war vorher nie in Afrika gewesen, und alles war anders, als ich es kannte. Die Häuser, die Menschen, der große Haufen Müll auf dem Dach des Hauses gegenüber, die knatternden Autos, die sich durch den Verkehr schoben… und der Dschungel, der die ganze Stadt einrahmte. Zudem machte mir die hohe Luftfeuchtigkeit sehr zu schaffen, und die seltsamen Sicherheitskontrollen am Flughafen hatten mich doch etwas beunruhigt.
Und trotzdem: Da stand ich nun, auf diesem Balkon, und ich fühlte eine augenblickliche Zugehörigkeit. Ich hatte das seltsame Gefühl, dass ich “nach hause” gekommen bin.
Ich bin eigentlich jemand der sich der Wissenschaft, nicht der Spiritualität, verpflichtet fühlt. Trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen!) hat mich dieses Gefühl in großes Staunen versetzt.

Unsere Zeit in Afrika war die wohl schönste Zeit meines Lebens. Noch nie habe ich das Leben so in vollen Zügen genossen. Warum?

  • Weil die Menschen auf offener Straße singen und tanzen. Auch wenn keine Musik spielt.
  • Weil man keine 2 Minuten vor dem Supermarkt stehen kann, ohne neue Menschen kennen zu lernen
  • Weil nur 200m unser Haus vom Strand getrennt haben
  • Weil man garnicht anders kann, als jede freie Minute zu nutzen
  • Weil es frischen gegrillten Fisch an jeder Ecke gibt
  • Weil überall Hunde rumrennen
  • Weil die Sonne scheint. Wenn es regnet, dann im coolen Monsun-Style. :)
  • Weil die Menschen dort sehr viel mehr lachen, obwohl sie viel weniger Grund dazu haben
  • Weil wir dort Menschen kennengelernt haben, deren Freundschaft  für die Ewigkeit ist

Wir haben mehr als 1 1/2 Jahre in Bata gelebt. Wenn die politische Situation dort anders wäre – wer weiß, ob wir jemals zurück nach Deutschland gekommen wären.

Bata

Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an unsere Zeit dort denke. An die vielen Freunde, zu denen ich dank Facebook noch Kontakt habe, aber auch an die vielen Menschen, die wir “zurück lassen” mussten, und von denen ich nicht weiß, wie es ihnen heute geht. Ich denke an die vielen Partys und BBQs, an die Wochenenden am Strand, an die Ausflüge auf der Ladefläche eines Pickups, an die Taxifahrten, wo wir mit manchmal 9 Insassen in einem Nissan unterwegs waren.
Es ist schon irre wie frei man sich in einem Land fühlen kann, in dem man an jeder Ecke aufpassen muss, was man sagt, und wo man dank zahlreicher Check Points keine 5 km fahren kann, ohne Rede und Antwort zu stehen wo man herkommt, wo man hin will, wo man arbeitet und für wen. Trotz alldem überkommt mich ein Gefühl von Freiheit, wenn ich an die Zeit in Afrika zurück denke. Und eins weiß ich sicher: Mein Afrika-Abenteuer ist noch nicht vorbei. Es hat gerade erst angefangen.

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