Archive for March, 2010

Wie steht es um die Schwulmedizin?

Wednesday, March 31st, 2010

Tippfehler? Ja denkste!

Ich habe alle Spracheinstellungen immer auf “English”; deswegen nutze ich für deutsche Publikationen oder andere Texte gerne einen kostenlosen online-Service, z.B. rechtschreibpruefung24.de.
Gerade eben habe ich meinen Artikel über Homöopathie durchlaufen lassen, und das Programm erkannte das Wort “Schulmedizin” nicht. Das an sich ist nicht ungewöhnlich, aber ich habe doch ein wenig dumm geguckt, als ich mir die Vorschläge angeguckt habe:

Schwulmedizin

Habe ich da was verpasst? Kann mich mal jemand aufklären? :)

Warum mir bei “Homöopathie” die Galle hochkommt

Wednesday, March 31st, 2010

Wer ab und an mal meine Zwitschereien auf  Twitter verfolgt, hat sicherlich schon festgestellt: Die Judith hat was gegen Homöopathie. Heute erkläre ich euch, warum.

Die meisten Menschen wissen leider garnicht, was da in diesen Kügelchen steckt. Oder eben nicht steckt. Viele denken, es handelt sich um pflanzliche Medizin. Schön wärs, die funktioniert nämlich. Die gesamte Schulmedizin beruht übrigens auch darauf.
Bei der Homöopathie geht es im Wesentlichen darum, dass medizinische Wirkstoffe in Wasser so sehr verdünnt werden, dass sie kaum oder garnicht mehr nachweisbar sind. Die Behauptung der Homöopathen ist, dass das Wasser eine “Erinnerung” hat und die Wirkung der verdünnten Stoffe vom Wasser “gespeichert” wird.
Mir stellt sich hier direkt mal die Frage, warum sich Wasser nicht an Bakterien “erinnert”, oder an Seuchen. Die Verdünnung, mit der hier gearbeitet wird, ist vergleichbar mit dem Auflösen einer Aspirin im Atlantik. Warum erinnert sich das Wasser nicht daran? Warum gibt es noch Kopfschmerzen auf der Welt?
Das “große Geheimnis” der Zusammensetzung der verschiedenen “Wirkstoffe” ist auch äußerst zweifelhaft: Es werden Wirkstoffe verabreicht, die bei einer gesunden Person die gleichen Symptome hervorrufen würden. Soll heißen: Du hast Kopfschmerzen, und nimmst dagegen etwas, das Kopfschmerzen verursacht – und die Symptome sollen sich so gegenseitig aushebeln. Ja nee, is’ klar.
Bitte macht euch die Mühe, den Wikipedia-Eintrag über Homöopathie zu lesen. Hier werden noch viele weitere Punkte und angebliche Wirkungsweisen angesprochen. Man kommt wirklich ins Grübeln, wenn man das liest.

Aber Homöopathie ist nicht nur Schwachsinn – Homöopathie ist gefährlich.

  • Ernste Erkrankungen werden nicht behandelt
    Neulich wurde beim RTL Mittagsmagazin darüber berichtet, dass ein 2-Jähriger dank dieser Zuckerperlen seine Neurodermitis geheilt hat. Mir wird schlecht bei dem Gedanken, dass sich uninformierte Eltern von solchen Storys belullen lassen und ihre Kinder nicht richtig behandelt werden. Selbst in den armen Ländern der Welt wird inzwischen Geld und Zeit verschwendet – die “Homöopathen ohne Grenzen” versuchen hier Krankheiten wie Malaria, Pilzinfektionen und Leistenbrüche zu heilen; sogar weiblichen Beschneidungsopfern wird Heilung durch Homöopathie versprochen (!).
  • Verdruss gegenüber der Schulmedizin
    Es fängt ganz harmlos an – Kopf- oder Rückenschmerzen, ein Hautausschlag oder eine Erkältung werden mit homöopathischen Mitteln “behandelt”. Nicht selten tritt eine Besserung ein – was auch nicht weiter verwunderlich ist. Der Placebo-Effekt wurde schon in den 50ern wissenschaftlich nachgewiesen, zudem gibt es die Selbstheilung – die gerade bei Schmerzen oder Erkältungen in der Regel auch recht gut funktioniert. Fälschlicherweise erkennt man dies aber nicht – und mit dem steigenden Vertrauen in die Homöopathie sinkt das Vertrauen in die Schulmedizin. Dies wird von den Homöopathen auch mit allen Mitteln gefördert: Es werden wilde Behauptungen aufgestellt, Statistiken gefälscht und Studien falsch zitiert. Und auf einmal wird eben kein Antibiotika eingesetzt, keine echten Untersuchungen durchgeführt – die richtige Mischung Zuckerperlen wirds schon richten.
    Aber es geht sogar noch schlimmer:
  • Der Nocebo-Effekt
    Der Nocebo-Effekt beruht wie auch der Placebo-Effekt auf auf einer bestimmten Erwartungshaltung. Der gläubige Homöopath glaubt nicht an die Wirkung der Schulmedizin; also wirken die Medikamente auf einmal garnicht oder im negativen Sinne. Wenn er sie dann überhaupt zulässt. Traurigerweise treibt dieser Effekt die Menschen noch weiter in die Homöopathie-Ecke – die Schulmedizin hat schließlich nicht funktioniert!
  • Viel Geld für Nichts
    Jetzt müsste man ja meinen, wo doch die medizinischen Wirkstoffe so wahnsinnig krass verdünnt werden, und diese weißen Kügelchen eigentlich nur aus Zucker und Wasser bestehen, sollten sie entsprechend auch nur einen Bruchteil von “echter” Medizin kosten. Das stimmt aber nicht. Homöopathie ist ein Multimillionen-Geschäft. In manchen Ländern zahlt sogar die staatliche Gesundheitskasse für die Behandlungen und “Medikamente”. Kein Wunder, dass die Kassen leer sind.

Auch wenn die Homöopathen es gerne behaupten: Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis für die Wirkung von Homöopathie. Obwohl mehrfach und teilweise sogar Millionenbeträge für den Beweis der Wirkung angeboten wurden – das Geld ist noch da, keiner hat es abgeholt.

Meine Bitte an dich: Lass die Finger von dem Zeug. Warne deine Familie und Freunde davor; kläre sie auf darüber, was sie da schlucken wollen.
Es kann sein, dass ich mit diesem Artikel potenzielle Kunden abschrecke. Das ist natürlich doof. Aber ich muss halt morgens auch in den Spiegel gucken können. Und das heißt eben auch, manchmal den Mund aufzumachen, auch wenn nicht jedem das Gesagte gefällt.

“Wasser hat Erinnerung” – lass das ruhig nochmal sacken. Und denk’ daran: Anekdoten sagen nichts über die Statistik aus.

I heart AFRICA

Saturday, March 27th, 2010

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Ich erinnere mich noch als wäre es gestern gewesen, als ich an unserem ersten Abend in Afrika auf dem Balkon unseres Hotelzimmers in Malabo stand. Mich überkam ein seltsames Gefühl von Heimkehr. Sehr seltsam, denn ich war vorher nie in Afrika gewesen, und alles war anders, als ich es kannte. Die Häuser, die Menschen, der große Haufen Müll auf dem Dach des Hauses gegenüber, die knatternden Autos, die sich durch den Verkehr schoben… und der Dschungel, der die ganze Stadt einrahmte. Zudem machte mir die hohe Luftfeuchtigkeit sehr zu schaffen, und die seltsamen Sicherheitskontrollen am Flughafen hatten mich doch etwas beunruhigt.
Und trotzdem: Da stand ich nun, auf diesem Balkon, und ich fühlte eine augenblickliche Zugehörigkeit. Ich hatte das seltsame Gefühl, dass ich “nach hause” gekommen bin.
Ich bin eigentlich jemand der sich der Wissenschaft, nicht der Spiritualität, verpflichtet fühlt. Trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen!) hat mich dieses Gefühl in großes Staunen versetzt.

Unsere Zeit in Afrika war die wohl schönste Zeit meines Lebens. Noch nie habe ich das Leben so in vollen Zügen genossen. Warum?

  • Weil die Menschen auf offener Straße singen und tanzen. Auch wenn keine Musik spielt.
  • Weil man keine 2 Minuten vor dem Supermarkt stehen kann, ohne neue Menschen kennen zu lernen
  • Weil nur 200m unser Haus vom Strand getrennt haben
  • Weil man garnicht anders kann, als jede freie Minute zu nutzen
  • Weil es frischen gegrillten Fisch an jeder Ecke gibt
  • Weil überall Hunde rumrennen
  • Weil die Sonne scheint. Wenn es regnet, dann im coolen Monsun-Style. :)
  • Weil die Menschen dort sehr viel mehr lachen, obwohl sie viel weniger Grund dazu haben
  • Weil wir dort Menschen kennengelernt haben, deren Freundschaft  für die Ewigkeit ist

Wir haben mehr als 1 1/2 Jahre in Bata gelebt. Wenn die politische Situation dort anders wäre – wer weiß, ob wir jemals zurück nach Deutschland gekommen wären.

Bata

Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an unsere Zeit dort denke. An die vielen Freunde, zu denen ich dank Facebook noch Kontakt habe, aber auch an die vielen Menschen, die wir “zurück lassen” mussten, und von denen ich nicht weiß, wie es ihnen heute geht. Ich denke an die vielen Partys und BBQs, an die Wochenenden am Strand, an die Ausflüge auf der Ladefläche eines Pickups, an die Taxifahrten, wo wir mit manchmal 9 Insassen in einem Nissan unterwegs waren.
Es ist schon irre wie frei man sich in einem Land fühlen kann, in dem man an jeder Ecke aufpassen muss, was man sagt, und wo man dank zahlreicher Check Points keine 5 km fahren kann, ohne Rede und Antwort zu stehen wo man herkommt, wo man hin will, wo man arbeitet und für wen. Trotz alldem überkommt mich ein Gefühl von Freiheit, wenn ich an die Zeit in Afrika zurück denke. Und eins weiß ich sicher: Mein Afrika-Abenteuer ist noch nicht vorbei. Es hat gerade erst angefangen.

A fight we can win

Thursday, March 25th, 2010

Today is World Malaria Day, and since this is a matter of international importance, I proudly present to you my first English blog entry!
I signed up on Twitter a few weeks ago in order to have some English “distribution” on the net besides my Facebook page, which I only use for private matters (read: Spreading stupid jokes). But let’s be honest here for a second: Getting me to shut up after only 140 characters is pretty much impossible. At least when it comes to important topics like the Malaria issue.

About 2,5 Mio. people die from Malaria each year. 75% of them are African children, most of them under 5 years old.

I lived in West-Africa for some 1 1/2 years, and before this time I never really thought about Malaria and the problems it is causing in many parts of this world. Because I never had to deal with it.
Before our trip we got vaccines for pretty much everything: Yellow fever, typhus fever, hepatitis… but eliminating the Malaria risk is much harder then getting a shot in the bum.  There is no vaccine. Malaria is caused by single-celled parasites, that reach the human body through the sting of the (infected) female Anopheles mosquito. The human body functions as secondary host – with every new sting of an infected person, more mosquitos catch an spread the disease.

About two weeks after our arrival, my boyfriend got really sick. Within a few hours he went from “everything is totally fine” to some 40°c of fever. He couldn’t move, he was in terrible pain, and days later, after he went trough the toughest time, he even told me he thought he was going to die. Fortunately for us: We had medicine. Malarone, to be exact. The problem: One treatment is about € 80,00. This is more than an average monthly wage in many parts of the countries facing this insidious disease. There is cheaper medicine from China available, but with about € 15,00 it is still a lot of money, and I heard many people telling stories about how the medication failed. Malarone is also used as prophylaxis, but it is not only way to expensive to solve this problem globally (about € 6 per day and person); it is also very damaging to the internal organs, and it is highly recommended to avoid taking it for more than 4 weeks.

The pharmaceutical industry is searching for a vaccine, and there are some promising results raising the hope for a future cure, but right now, people are still very helpless in this battle. One reason might be that the pharmaceutical industry is said to be spending much more money on research in fields as erection problems or hair loss – because customers of those fields promise a much higher revenue.

So is there anything that can be done?
The best way to not only help yourself, but also helping to stop the disease from spreading, is to avoid getting stung. Light, covering clothes, Indoor sprays and insect repellents are very helpful. But there is one thing proven to be the most effective protection: Insecticide-treated mosquito nets. They cost about $ 3 a piece, and they offer protection for a very long time. Even if the Insecticide washes off after some time, the net itself still keeps the dangerous mosquitos away.

With contributing one net for a few bucks, you have a very high chance of actually saving someones life. Making a tremendous change has never been easier.

Please support WHO and other institutions of your trust and join the battle against Malaria. Thank you.

10 Tipps für Servicekräfte

Tuesday, March 23rd, 2010

Egal ob Restaurant, Nagelstudio oder Bekleidungsgeschäft – diese Regeln sind existenziell und gelten für alle Service-Bereiche.

  1. Körperhaltung
    Wenn man als Servicekraft dem Kunden komatös entgegen schlufft, kann man auch gleich brüllen: “Hier pennen alle; wir haben keinen Bock auf Kundschaft; Hau’ bloß ab!” Aufrechte Haltung, Blick nach vorne, leichter Gang.
  2. Angemessenes Tempo
    Keine hektischen Bewegungen – es sieht unprofessionell aus, und Fehler oder gar Unfälle häufen sich. Gleichzeitig muss man sich aber energisch und aufgeweckt bewegen und nicht den Eindruck erwecken, man hätte die Hände in der Hosentasche.
  3. Sauberkeit
    Ungepflegtes Auftreten ist ein absolutes No-go. Außerdem muss man penibel auf die Sauberkeit und Ordnung der Arbeitsgeräte und -bereiche achten.
  4. Zurückhaltung
    Mit der Zeit entwickelt man ein recht gutes Gespür dafür, mit welchem Kunden man auch mal einen Spaß machen oder einen Small Talk halten kann. Aber generell gilt: Zurückhaltung. Der Kunde ist der Star der Show, nicht du.
  5. Privatperson muss draußen bleiben
    Vor dem Kunden werden keine Privatgespräche geführt. Klar kann man sich in ein Gespräch mit einem Kunden einbringen, aber wer wo wann auf wessen Party war etc. – solche Gespräche dürfen nicht vor den unbeteiligten Kunden stattfinden.
  6. Zuhören
    Das ist tricky, denn der Mensch neigt dazu schon eine Antwort vorzubereiten, anstatt wirklich und bis zum Ende zuzuhören. Aber es ist unendlich wichtig, die Anliegen des Kunden wirklich zu verstehen. Andernfalls ist weder ein guter Kundenservice, noch eine befriedigende Arbeitsleistung möglich.
  7. Bitte und Danke
    Das hört sich einfach an, aber im Praxistest fallen hier viele auf die Nase. Dabei ist es so wichtig: Das “Bitte” impliziert dem Kunden, dass du etwas für ihn tust – das “Danke” impliziert, dass du dich über den Auftrag freust.
  8. Selbstbewusstsein
    Um im Job selbstbewusst aufzutreten, gibt es ein ganz einfaches Rezept: Know your stuff. Kenne deine Produkte, die Angebote, die Details. Wer seinen Job gut macht, tritt automatisch selbstbewusst auf.
  9. Umgangsformen
    Hier geht es nicht darum, einfach nur freundlich und höflich zu sein. Du musst die Regeln kennen! Gehe ich vorweg oder geht der Kunde vorraus? Sagt man nun “Gesundheit”, oder nicht? Wie “nah” darf/soll ich dem Kunden kommen? Diese Regeln sind nicht nur die Ergüsse gelangweilter Bolzen; auch unbewusst haben diese Regeln einen hohen Einfluss. Es geht also nicht nur darum die Kunden zufriedenzustellen, die die Regeln kennen; es geht vor allem darum, den Kunden nicht unangenehm aufzufallen.
  10. Rolling Stone
    Wer rastet, der rostet. Halte dich über News auf dem Laufenden, bilde dich weiter, interessiere dich für das, was du tust. Auch wenn dein Arbeitgeber dies nicht explizit fordert. Es verschafft dir Selbstbewusstsein; sorgt dafür, dass du einen besseren Job machen kannst – und es ist eine wichtige Investition in deine Zukunft.

Klingt eigentlich alles recht einfach. Aber die Praxis zeigt: Es ist nicht einfach. Besonders für das Management gilt: Das Team schulen, motivieren, mit gutem Beispiel vorran gehen – und natürlich kontrollieren, ob das Team die Latte auch über einen längeren Zeitraum hochhalten kann. Es kostet Zeit, Schweiß, Nerven – aber es lohnt sich, versprochen!

Eine Marke entwickeln

Sunday, March 21st, 2010

Ein toller Name, ein cooles Logo, attraktives Marketing, ein geniales, vielleicht sogar einzigartiges Produkt – das sind alles gute Vorraussetzungen für ein erfolgreiches Geschäft, aber es ist nicht der Schlüssel zur Entwicklung einer Marke.

Diese Veröffentlichung von dachmarke.de beschreibt an vielen Praxisbeispielen, was die großen Marken so erfolgreich gemacht hat: Sie haben eine “Marke” in den Köpfen der Menschen gesetzt.

Light Cola – Jeder denkt sofort an Coca Cola, auch wenn es zig andere light-Nachfolger im Softdrink-Segment gab. Von denen hat übrigens auch keiner Erfolg gehabt. Der Absatz von Pepsi light ist lächerlich im Vergleich zum Absatz von Coca Cola light. Weil sie die ersten waren. Ihnen gehört die Marke “Light Cola” in unseren Köpfen.
Aber es  muss nicht immer gleich ein neues Produkt sein – manchmal reicht auch ein einziges Wort. In den 60er Jahren war HB die führende Zigaretten-Marke Deutschlands. Weil sie das Wort “Genuss” in ihre Werbung aufgenommen hatten. In einer Zeit, in der dieses Wort noch nicht von jedem x-beliebigen Produkt ausgelutscht war, und die Menschen – nach den schrecklichen Kriegszeiten – großes Begehren nach “Genuss” hatten, hat dieses eine Wort HB zum Absatz-Olymp geführt.

Gleichzeitig zu den vielen erfolgreichen Beispielen dieser “Marken”-Strategie werden auch Fälle aufgezeigt, in denen eigentlich erfolgreiche Marken ganz schön auf die Nase gefallen sind, weil sie von ihrer Originalität abgesehen haben.
Hier wird z.B. die Marke Milka analysiert. Milka war Marktführer für Riegelschokolade. Und auch heute ist es noch so: Wenn man an Riegelschokolade denkt, denkt man an Milka. Aber Milka wollte mehr. Neue Produkte mussten her. “Milka Lila Pause” floppte total – man konnte gegen die Herrscher im Riegelbereich, wie Mars, Milky Way oder Snickers, einfach nicht bestehen. Wie auch? Also kam “Milka Milkinis” auf den Markt. Schokolade für Kinder. An wen denkst du, wenn du das hörst? Genau! Nicht an Milka.
Und so floppten auch die Milkinis. Und die Schokolade mit Alkohol-haltiger Füllung. Denn die gab es auch schon.

Einzigartig sein. Und wenn es auch nur ein einzigartiges Wort oder ein einzigartiges Mission Statement ist, dass sich in den Köpfen manifestiert. Es funktioniert. Auch heute noch. Beispiel gefällig? “Shampoo in Friseur-Qualität zum Vorteilspreis im Drogerie-Markt”. Klingelt’s? In 100 Jahren Shampoo-Geschichte haben wir alles gesehen: Shampoo für langes, kurzes, gefärbtes, blondes, braunes, gelocktes, glattes, stumpfes Haar – aber auf diesen einen Satz war noch keiner gekommen. Syoss hat übrigens kürzlich den Marken Award 2010 in der Kategorie “Bestes neues Produkt” gewonnen. Ist es wirklich das so tolle und auch noch so günstige Shampoo, auf das wir alle sehnlichst gewartet haben? Wohl kaum.

Wenn du eine Marke entwickeln willst, wirb nicht damit, dass dein Produkt Wäsche weißer wäscht als andere. Wirb nicht damit, dass du tollen Kundenservice bietest. Oder ein tolles Preis-/Leistungsverhältnis hast. Lass dir was Neues einfallen.

Business Tipps von den Top Playern

Wednesday, March 10th, 2010

“Verlierer sind die wahren Gewinner. <> Gewinner sind auch Gewinner. Du kannst ihnen diesen Titel nicht wegnehmen, sie haben ja schließlich gewonnen.” Arthur Spooner, King of Queens (TV)

Und deshalb habe ich mir mal die Erfolgsstorys diverser Top Player aus allen möglichen Bereichen angeschaut. Die haben schließlich auch gewonnen. Und ich habe ein paar echte Schätze an Business Tipps gefunden, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Amazon
* Kleine Teams (8 bis 10 Leute) die schnelle Kommunikationswege haben; denen Verantwortung für ihr Feld übertragen wird und die ermächtigt werden, ihre Aufgaben nach ihrem Verständnis zu bewältigen (“Innovation kommt von der Basis” – die Menschen, die das Problem am besten kennen haben die besten Chancen, es zu lösen).
* Verständnis: Unternehmen, die Innovationen hervorbringen möchten, müssen ein wenig “Chaos” akzeptieren können. Gefolgschaft und  Gehorsam stehen der Innovation im Weg.
* Bei Bewerbungsgesprächen zählt vor allem Enthusiasmus, dann Kreativität und Kompetenz.

Red Bull
* Ausgefeiltes, zielgruppenorientiertes und intensives Marketing (2005 wurde ein Drittel des Umsatzes in Marketing und Sponsoring investiert)
* Ausgegeben wird nur, was eingenommen wurde: Die Firma Red Bull hat keine Bankverbindlichkeiten.

MAC Cosmetics
* Marketing Tool: Zufriedene Kunden. Kaum ein Make Up-Unternehmen gibt so wenig Geld für Werbung aus wie MAC.
* Streben nach Erstklassigkeit: Die Produkte wurden ursprünglich für Visagisten erstellt; durch die hohe Qualität fanden sich schnell Anhänger auch außerhalb der Profi-Branche
* “Make up for everybody” – es gibt keine Zielgruppenorientierung im Produktionsprozess.

IKEA
* “Be a little bit weird.” Ikea scheut sich nicht, die Etikette zu verletzten, und mit einer Portion Selbstironie und Witz aufzutreten. Zudem hat das Möbelhaus Traditionen gebrochen: “Möbel zum Selbstaufbau” – daran hatte sich vor Ingvar Kamprad niemand getraut.

Staples
* Aus eigener Not eine Marktlücke entdecken und nutzen: Staples-Gründer Tom Stemberg hatte Probleme, schnellen Ersatz für ein Drucker-Farbband zu finden. Schon 1 Jahr später eröffnete er den ersten “Megastore” für Büromaterial. Das war 1986. Heute gibt es über 1.600 Filialen auf der ganzen Welt.
* Den hohen Einfluss von gutem Kundenservice erkennen und “Spielregeln” festlegen.

Motel One
* Motto: “Viel Design für wenig Geld”
* Erstklassige, innerstädtische Standorte
* “So viel wie möglich für kleinen Preis bieten”: Doppelbetten als Standard, Getränkeautomat statt Barpersonal, kostenfreies W-Lan, etc.

Burger King
* Durch ein einfaches Rezept gegen den übermächtig erscheinenden Konkurrent antreten: Mach alles anders! Knusprige statt fettige Pommes, flammengegrilltes statt gebratenes Fleisch, “Hausgemachter Geschmack” statt typischer Fast Food-Geschmack – kaum ein “Unternehmerwettkampf” zwischen zwei Konzernen polarisiert so sehr wie dieser.

Otto
* Während die anderen Versandhäuser noch schliefen, wurde bei Otto schon der Online-Shop eingeweiht  – und stetig ausgebaut. Zoom-Funktion, Rundumansicht, Runway-Videos – Otto hat in Sachen Online Distribution neue Maßstäbe gesetzt. 10 Jahre später: Der große (schlafende) Konkurrent ist weg, Otto ist die ungeschlagene Nr. 1.

Welche dieser Strategien sind auch branchenübergreifend sinnvoll? Gibt es Strategien, die bei anderen Firmen böse “nach hinten losgehen” könnten? Ich freue mich über Kommentare und Ergänzungen!

These bestätigt :)

Tuesday, March 9th, 2010

Ihr habt vielleicht meinen Blog “Andere Sprache, anderes Denken?” gelesen. Die Frage: Ist Sprache nicht nur ein Weg, unsere Gedanken auszudrücken, sondern nimmt Sprache auch Einfluss darauf, wie wir denken?

Bei Jecaro wurde dieses Thema aufgegriffen. Da es dort keine Kommentar-Funktion gibt, mache ich auf diesem Wege darauf aufmerksam, wie durch den Artikel die These bestätigt wird.
Es wird auf meinen Blog verwiesen und von “dem Autor”; später von “ihm” gesprochen – Ich bin aber eine AutorIN. :)
Dafür wurde aber mein Corillo-Blog als “Corilla” quasi verweiblicht.

Der Beitrag hat mich sehr gefreut. Lieben Dank an den Verfasser oder die Verfasserin; sowohl für den beabsichtigten, als auch für den unbeabsichtigten Zuspruch. :)

Schluss mit Fraktionszwang!

Tuesday, March 9th, 2010

Achtung Leute, es wird politisch!

Nach Artikel 38 des Grundgesetzes sind die Abgeordneten „Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen“.
Das macht einen Großteil unserer Demokratie aus. Deswegen entscheiden 622 Abgeordnete über Gesetzesentwürfe und -änderungen; nicht 4 oder 5. Keine Alleingänge einiger Einzelner. Das ist es, was uns von den Diktaturen dieser Welt unterscheidet. Unterscheiden sollte.

Wer behauptet, es gäbe keinen Fraktionszwang, der sollte sich z.B. mal mit der Abstimmung zur Internetzensur, Herrn Schröders Neuwahlen oder der Wiederwahl von Herrn Köhler beschäftigen. Hier ging es nicht um die eigene Meinung, oder um eine von Vernunft bestimmte Lösung, oder gar um die Vertretung der Meinung des Volkes; und manchmal ging es sogar gegen Mitglieder der eigenen Reihen. Wie auch immer es gerade in den fraktionspolitischen Kram passt, eben.
Klar, keinem Abgeordneten wird die Pistole an den Kopf gehalten, während er sein Kreuzchen macht. Aber wer den Parteikern gegen sich aufhetzt, kann seine politische Karriere gleich an den Nagel hängen. Und genau deswegen gibt es scheinbar nur noch Ja-Sager im Bundestag: Politiker mit eigener Meinung werden auf dem Weg nach oben systematisch ausgesiebt.

Ich habe mal ein bisschen gegoogelt, und bin unter anderem hier auf einen Kommentar gestoßen, wo von “Fraktionsdisziplin” gesprochen wird und es heißt, man “bräuche sonst ja keine Parteien mehr”. Vielleicht gar kein schlechter Ansatz, meiner Meinung nach. :P
Aber mal ehrlich: Das ist doch Quatsch. Die Welt ist nicht nur schwarz und weiß. Warum sollte ein CDU-Abgeordneter nicht gegen die Internetsperre stimmen können, wenn er doch verstanden hat, dass hier in keinster Weise Probleme gelöst werden? Damit verrät er doch weder seine politischen noch seine religiösen Ansichten. Er würde einfach nur das Richtige, das Vernünftige, tun.

Eine auch gerne vorgeschobene Ausrede ist, Abstimmungen müssen in gewisser Weise vorhersehbar sein, da die Parteien andernfalls ihre Interessen nicht voran bringen können. Aber wenn doch die Mehrheit der Partei eben nicht diese Meinung vertritt (oder vertreten würde), wie kann eine Partei dann überhaupt von “ihren Interessen” sprechen?! Demokratie sieht für mich anders aus.

Wofür zahlen wir denn für 622 Abgeordnete, wenn nur 5 Meinungen zählen? Da könnte man auch pro Partei einen Vertreter einsetzen, dessen Stimme einfach mit Faktor X multipliziert wird. Man würde das gleiche Ergebnis erhalten, aber Millionen sparen. Wie viele Hartz 4 – Empfänger wir “durchfüttern” könnten, lieber Herr Westerwelle, wenn ihre eh nur zu 50% anwesenden Vertreter ihren Hut nehmen würden!

Aber: Es gibt eine einfache Lösung!
Mein Freund hatte die Idee, Abstimmungen nur noch anonym durchzuführen. Ich war erst dagegen: Ich will eigentlich schon wissen, welchem Abgeordneten ich in die Kniescheibe treten muss, wenn wir uns in der Hölle treffen. ABER: Es ist eine Möglichkeit, endlich mit dem Fraktionszwang Schluss zu machen. Ohne lange Vorbereitung, ohne Investments, von heute auf morgen problemlos umsetzbar.
Wir haben damals in der 6. Klasse unseren Klassensprecher in einer geheimen Wahl gewählt, damit eben nicht der Meinung der Kids gefolgt wird, “die am lautesten brüllen können”. Das waren die Worte unserer Lehrerin.

Anonyme Abstimmungen – klingt für mich nach einer verdammt guten Lösung. Das ist ja nun auch nichts, was nur den Interessen einer bestimmten politischen Richtung entspricht. Egal ob konservativ, liberal oder überhaupt nicht politisch interessiert: Vom Prinzip her müssten wir doch alle ein Interesse daran haben, dass nicht ausschließlich die Meinung einzelner Parteibosse zählt.
Übersehe ich hier was? Ist irgendwas an dieser Idee fundamental schwachsinnig? Ich freue mich über eure Meinung!

Überblick über Nahrungsergänzung

Thursday, March 4th, 2010

“Anekdoten sagen nichts über die Statistik aus”.

Wer sich mal mit Nahrungsergänzung aus wissenschaftlicher Sicht beschäftigen will, aber weder Zeit noch Lust hat, die endlosen Studien und Nicht-Studien zu studieren, dem wird – mal wieder – bei Information is beautiful weitergeholfen.
Hier findet ihr eine aufschlussreiche Übersicht über die bewiesenen, die zumindest vermuteten und die unbewiesenen Wirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln.