Wir brauchen mehr Sonnenlicht.
Lichtschutzfaktor 15 in jeder Tagescreme, Sonnencreme ab März, ab April gerne auch mit Hut und im Mai bringen sich die Leute zum BBQ ihren eigenen Sonnenschirm mit. Vorrausgesetzt, sie gehen überhaupt mal raus, versteht sich. Wir denken, dass wir unserem Körper damit einen Dienst erweisen. Schließlich wurden wir alle über die Risiken von den bösen Sonnenstrahlen aufgeklärt. Aber leider, wie so oft: Wir scheinen es zu übertreiben.
Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts haben Kinder zwischen 6 und 11 Jahren durchschnittlich nicht mal 1/3 des vom DGE empfohlenen Wertes an Vitamin D in sich. Es ist der niedrigste Wert aller untersuchten Nährstoffe in Bezug zum jeweils empfohlenen Wert. Und das, obwohl wir in Deutschland jährlich 1 Milliarde Euro für Nahrungsergänzung ausgeben.
Warum ist Vitamin D so wichtig?
- Vitamin D spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Calciumspiegels und beim Knochenaufbau, sowie bei der Entwicklung und Funktion des Muskel- und Nervensystems
- Vitamin D-Mangel kann bei Kindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu Osteomalazie führen
- Eine Unterversorgung ist Risiko-Faktor für Autoimmunkrankheiten wie Multiple Sklerose, Diabetes Typ 1 oder Rheumatoide Arthritis; für Infektionskrankheiten wie Tuberkolose oder Athemwegsinfekte; für Bluthochdruck, Brustkrebs, Osteopenie oder Osteoporose
Vitamin D entsteht durch Photolyse (verursacht durch UVB-Strahlen) des körpereigenen 7-Dehydrocholesterol. Extremer Sonnenschutz, unser generelles modernes Innenraum-Leben sowie die auf unseren Breitengraden vorherrschenden Wintermonate mit wenig UVB-Bestrahlung sind alles Auslöser für die extremen Vitamin D-Mängel.
In der Nahrung kommt ein nennenswerter Vitamin D -Gehalt nur in Fettfischen vor. Dieser kann nur in hohen Mengen positive Wirkung auf unseren Vitamin D-Gehalt haben. Manchen Lebensmitteln wird Vitamin D zugefügt, zum Beispiel einigen Margarine-Sorten. Auch Nahrungsergänzungsmittel bietet der Markt an.
Das Problem: Eine unregelmäßige oder sogar übermäßige Versorgung mit Vitam D, die z.B. zu Nierenschäden bis hin zur Niereninsuffizienz führen kann.
Warum also nicht doch das Sonnenlicht nutzen?
UVB-strahlen haben noch viele weitere positive Auswirkungen auf uns: Sie regen Atmung, Durchblutung, Stoffwechsel und Drüsenfunktion an, stärken die Abwehrkräfte, senken Blutdruck und Cholesterinspiegel, und sorgen für eine vermehrte Hormonausschüttung, was unsere Laune hebt und entspannend wirkt.
Je nach Hauttyp reichen schon 5 bis 15 Minuten Sonnenbestrahlung (ohne Nutzung von Lichtschutzfaktoren) auf der Haut täglich aus, um den Vitamin D-Bedarf zu decken. Dies übersteigt nicht die Eigenschutzzeit der Haut und kann daher selbst bei der berechtigten Vorsicht vor UV-Strahlung als unbedenklich betrachtet werden.
Und im Winter? Wer die Sommermonate nutzt, hat einen guten Vitamin D-Speicher für den Winter. Der Verzehr von Fettfischen wie Makrele, Lachs und Forelle sowie Kalbfleisch und Eigelb unterstützen, da sie zusätzliches Vitam D liefern.
Beim Thema Solarium scheiden sich die Geister: Mäßiges Sonnen im Solarium (auf hochwertigen, gut gewarteten und UVB-geeigneten Sonnenbänken mit allen wichtigen Schutzmaßnahmen) alle 1 bis 2 Wochen bei niedriger Strahlung und kurzer Zeit soll nach neuen Studien keine Auswirkung auf die Melanom-Bildung (sprich Hautkrebs) haben. Allerdings gibt es Ausnahmen: Menschen mit sehr heller, lichtempfindlicher Haut, bereits eingetretener Melanom-Bildung oder Hautkrebs-Fällen in der Familie sollten keine Solarien besuchen. Generell empfiehlt sich, den Solarien-Besuch nicht als kosmetische sondern medizinische Behandlung zu betrachten und mit entsprechender Vorsicht und Bedacht anzuwenden. In jedem Fall sollte vorher ein Hautarzt konsultiert werden.
Zugegeben, dies ist ein etwas kontroverses Thema. Ich freue mich auf Diskussionen und Meinungen!
Neulich schien den ganzen Nachmittag die Sonne durch meine frisch geputzten, glasklaren (haha) Fenster, vor lauter Sommerfeeling drehte ich die Heizung runter – nur um eine Stunde später doch lieber eine Strickjacke anzuziehen… Die Sommersonne fehlt mir eindeutig! An dem Tag hab ich wieder mal bewusst festgestellt, wie sehr Sonnenlicht die Laune heben kann.
Zum Eigelb: Funktioniert das auch, wenns im Kuchen steckt?
Bestimmt; aber beim nächsten Besuch auf der Waage dürfte die Laune wieder rapide nach unten gehen.
Ach ja, der Winter nervt… ich will Sonne!
Bei der Bodymedia gab es dazu auch noch einen Bericht: http://www.bodymedia.de/nachrichten/allgemein/2010/02/25/mit-vitamin-d-gegen-diabetes.html
Habe ich etwa ein Spürnäschen?
Und noch mehr Grund, den Vitamin-Speicher aufzufüllen: Forscher der Universität Kopenhagen bestätigen, dass Vitamin D existenziell wichtig für unsere Immunabwehr ist: http://www.physorg.com/news187187075.html