Archive for February, 2010

Wir ändern unser Leben – Runde 3

Sunday, February 21st, 2010

Wir brauchen mehr Sonnenlicht.

Lichtschutzfaktor 15 in jeder Tagescreme, Sonnencreme ab März, ab April gerne auch mit Hut und im Mai bringen sich die Leute zum BBQ ihren eigenen Sonnenschirm mit. Vorrausgesetzt, sie gehen überhaupt mal raus, versteht sich. Wir denken, dass wir unserem Körper damit einen Dienst erweisen. Schließlich wurden wir alle über die Risiken von den bösen Sonnenstrahlen aufgeklärt. Aber leider, wie so oft: Wir scheinen es zu übertreiben.

Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts haben Kinder zwischen 6 und 11 Jahren durchschnittlich nicht mal 1/3 des vom DGE empfohlenen Wertes an Vitamin D in sich. Es ist der niedrigste Wert aller untersuchten Nährstoffe in Bezug zum jeweils empfohlenen Wert. Und das, obwohl wir in Deutschland jährlich 1 Milliarde Euro für Nahrungsergänzung ausgeben.

Warum ist Vitamin D so wichtig?

  • Vitamin D spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Calciumspiegels und beim Knochenaufbau, sowie bei der Entwicklung und Funktion des Muskel- und Nervensystems
  • Vitamin D-Mangel kann bei Kindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu Osteomalazie führen
  • Eine Unterversorgung ist Risiko-Faktor für Autoimmunkrankheiten wie Multiple Sklerose, Diabetes Typ 1 oder  Rheumatoide Arthritis; für Infektionskrankheiten wie Tuberkolose oder Athemwegsinfekte; für Bluthochdruck, Brustkrebs, Osteopenie oder Osteoporose

Vitamin D entsteht durch Photolyse (verursacht durch UVB-Strahlen) des körpereigenen 7-Dehydrocholesterol. Extremer Sonnenschutz, unser generelles modernes Innenraum-Leben sowie die auf unseren Breitengraden vorherrschenden Wintermonate mit wenig UVB-Bestrahlung sind alles Auslöser für die extremen Vitamin D-Mängel.
In der Nahrung kommt ein nennenswerter Vitamin D -Gehalt nur in Fettfischen vor. Dieser kann nur in hohen Mengen positive Wirkung auf unseren Vitamin D-Gehalt haben. Manchen Lebensmitteln wird Vitamin D zugefügt, zum Beispiel einigen Margarine-Sorten. Auch Nahrungsergänzungsmittel bietet der Markt an.
Das Problem: Eine unregelmäßige oder sogar übermäßige Versorgung mit Vitam D, die z.B. zu Nierenschäden bis hin zur Niereninsuffizienz führen kann.

Warum also nicht doch das Sonnenlicht nutzen?
UVB-strahlen haben noch viele weitere positive Auswirkungen auf uns: Sie regen Atmung, Durchblutung, Stoffwechsel und Drüsenfunktion an, stärken die Abwehrkräfte, senken Blutdruck und Cholesterinspiegel, und sorgen für eine vermehrte Hormonausschüttung, was unsere Laune hebt und entspannend wirkt.
Je nach Hauttyp reichen schon 5 bis 15 Minuten Sonnenbestrahlung (ohne Nutzung von Lichtschutzfaktoren) auf der Haut täglich aus, um den Vitamin D-Bedarf zu decken. Dies übersteigt nicht die Eigenschutzzeit der Haut und kann daher selbst bei der berechtigten Vorsicht vor UV-Strahlung als unbedenklich betrachtet werden.
Und im Winter? Wer die Sommermonate nutzt, hat einen guten Vitamin D-Speicher für den Winter. Der Verzehr von Fettfischen wie Makrele, Lachs und Forelle sowie Kalbfleisch und Eigelb unterstützen, da sie zusätzliches Vitam D liefern.
Beim Thema Solarium scheiden sich die Geister: Mäßiges Sonnen im Solarium (auf hochwertigen, gut gewarteten und UVB-geeigneten Sonnenbänken mit allen wichtigen Schutzmaßnahmen) alle 1 bis 2 Wochen bei niedriger Strahlung und kurzer Zeit soll nach neuen Studien keine Auswirkung auf die Melanom-Bildung (sprich Hautkrebs) haben. Allerdings gibt es Ausnahmen: Menschen mit sehr heller, lichtempfindlicher Haut, bereits eingetretener Melanom-Bildung oder Hautkrebs-Fällen in der Familie sollten keine Solarien besuchen. Generell empfiehlt sich, den Solarien-Besuch nicht als kosmetische sondern medizinische Behandlung zu betrachten und mit entsprechender Vorsicht und Bedacht anzuwenden. In jedem Fall sollte vorher ein Hautarzt konsultiert werden.

Zugegeben, dies ist ein etwas kontroverses Thema. Ich freue mich auf Diskussionen und Meinungen! :)

http://de.wikipedia.org/wiki/Autoimmunkrankheit

10 interessante Fakten über das Karnevals-Fest

Monday, February 15th, 2010

Frohen Rosenmontag miteinander!

  • Das Wort “Karneval” stammt vom latainischen Wort “carnelevale” (carne + levare) und heißt frei übersetzt soviel wie “Fleisch leb’ wohl!”
  • Die ersten “Vorläufer” des Karnevals-Festes wurden bereits 5.000 Jahre v.Chr. im Zweistromland gefeiert
  • Beim babylonischen Karneval um 3.000 v.Chr. wurde zum ersten Mal das Gleichheitsprinzip bei großen Festen eingeführt – dies erlaubte Menschen jedes Standes, das Fest gemeinsam zu feiern
  • Die Römer zeichnen sich für die bunten Umzüge verantwortlich. Sie waren es auch, die sich zur Feier mit Rosen überschütteten – der Vorläufer des heutigen Konfettis
  • Schon im Europa des Mittelalters war es Brauch, das “Narrenfest” zu feiern: Rang und Privilegien gingen vorübergehend an das einfache Volk über, die Kirche wurde parodiert, es wurde sogar ein “Pseudo-Papst” gekürt
  • Die Kirche ließ die Narren gewähren – allerdings nur bis zum Aschermittwoch (Beginn der Fastenzeit). So sollte das Fest die Vergänglichkeit des Bösen und die unausweichliche Umkehr zu Gott verdeutlichen. Eine Verlängerung der Narrentage über den Aschermittwoch hinaus wurde verfolgt und schwer bestraft
  • Die Karnevalsfeiern wären nach der Französischen Revolution fast ausgestorben – zwar wurde das Fest noch von den Bürgern gefeiert, aber die Zeiten des Straßenkarnevals waren vorbei. Die Kölner haben das Fest 1823 wiederbelebt
  • Bereits seit 1860 gab es Geisterzüge in Köln – im 1. Weltkrieg verboten, seit 1991 offiziell. Damals unter dem Motto “Kamelle statt Bomben” als Reaktion auf den Golfkrieg hat der Geisterzug heute wieder feste Tradition
  • Die Sache mit dem Nubbel: Der Nubbel ist eine Strohpuppe und wird im Kölner Karneval traditionell am späten Dienstag Abend mit allen Sünden der Karnevalstage beladen und dann verbrannt
  • Der Kölner liebt seinen Karneval, egal ob bei Wind oder Schnee. Erst einmal, nämlich 1868, musste der Kölner Rosenmontagszug wegen schlechtem Wetter entfallen

I heart TED

Friday, February 12th, 2010

Ich mag ja tolle Geschichten, und ich mag tolle Menschen, und genau deswegen liebe ich TED. TED ist eine gemeinnützige Organisation mit dem Motto: Ideas worth spreading – zu deutsch: Ideen die es wert sind, verbreitet zu werden.

Auf ted.com finden sich viele viele unglaublich inspirierende Reden von Menschen, die eine Idee hatten, diese Idee verfolgt haben – und, ob nun im kleinen oder großen Stil, unsere Welt mit ihrer Idee verbessert haben.

Gleichzeitig ist TED eine Quelle an Informationen über die Welt in der wir Leben, die Menschen die wir sind und die Möglichkeiten, die wir haben.
Weitesgehend geht es um die Felder Technologie, Entertainment, Design, Business, Wissenschaft und globale Angelegenheiten. Manche Vorträge erzeugen pures Erstaunen, andere machen nachdenklich, andere sind inspirierend, erklärend, mitreißend.

Hier eine Auswahl an Reden und Vorträgen, die mich wirklich von den Socken gehauen haben:

Geht auf ted.com und lasst euch die Welt erklären!
Aber Vorsicht: Totale Suchtgefahr!

Neue Wege der Preisgestaltung

Thursday, February 4th, 2010

Was berechne ich für meine eigene Arbeitskraft? Wieviele Kunden werde ich haben, auf die ich die Kosten der Vorbereitung umlegen kann? Welche Produktionskosten habe ich? Welche Kosten könnten noch auf mich zukommen? Bleibt am Ende überhaupt was übrig? Was berechnen die eventuellen Konkurrenz-Betriebe?

Viele Unternehmer, besonders im Dienstleistungsbereich, kommen dann leider irgendwann auf einen Betrag, der bei “so wenig wie irgend möglich” liegt; das Resultat aus einer heftigen Kalkulation eines Zwischenwertes von “Das brauche ich zum Überleben” und “Das kann ich nehmen, um konkurrenzfähig zu bleiben”. Andere wiederum setzen bewusst auf ein Top Dog-Image oder bieten besondere Qualität, um höhere Preise rechtfertigen zu können. Beim Stichwort “Marktpositionierung” dreht es sich oftmals zusammengefasst eigentlich nur um eine Entscheidung: Wer soll mein Kundenstamm sein? Arm oder reich?

Jetzt gibt es da aber ein paar junge Wilde in der Welt der Unternehmer, die ihre Preise nach einem ganz bestimmtem Prinzip festgelegt haben: Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Und deshalb bieten sie ihren Kunden verschiedene Module, die auf unterschiedliche Bedürfnisse der Kunden ausgelegt sind.

Vom Prinzip her ist diese Herangehensweise nicht neu: Nicht nur die “neue Medien” wie z.B. die Telefongesellschaften oder Softwareunternehmen bieten seit Jahren verschiedene Modelle ihrer Leistungen. Auch Autowaschanlagen, Krankenhäuser, ja selbst die Bahn hat erkannt: Biete deine Leistung für eine lohnend breite Masse an, aber scheuch’ um Himmels Willen nicht die Kunden weg, die mehr zahlen wollen. Das Ziel: Durch möglichst volle Auslastung aller Ressourcen den maximal möglichen Gewinn erwirtschaften.

Jetzt gehen die “jungen Wilden” aber einen Schritt weiter: Sie bieten ihren Kunden sehr flexible Möglichkeiten zum Wechseln innerhalb dieser Module. Die Kunden können ohne lange Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen die Angebote ändern – sowohl nach oben, als auch nach unten. Und wer nicht mehr Kunde sein will, der darf auch gehen.
Wenn man sich dann mehr mit dieser Art der Preisgestaltung beschäftigt, stolpert man immer wieder über die Berichte von Managern, die genau diese Preisstrategie als einen der Schlüsselpunkte ihres Erfolges bezeichnen.

Was macht dieses Prinzip so erfolgreich?
Zunächst einmal: Unser Leben heute ist eine Achterbahnfahrt. Mein Opa hat damals eine Ausbildung bei der Bahn gemacht, und war bis zu seiner Rente Angestellter der Bahn. Wer erlebt so etwas heute noch? Es gibt keine Jobsicherheit mehr, für niemanden. Ohne “berufliche Umorientierung” geht es heute oft garnicht mehr. Und dies geht einher mit wechselnden Einkommen und nicht selten auch kurzen Engpässen, in denen man den Gürtel einfach mal enger schnallen muss. Auch die Lebensphasen haben sich in den letzten 50 Jahren drastisch verändert: Heute starten viele erst in ihren 30ern mit der Familienplanung, oder bekommen Kinder im Alter von 20 Jahren und dann nochmal mit 40. Gut verdienende Singles im vorangeschrittenden Erwachsenenalter – vor 50 Jahren eigentlich nicht existent, heute fast schon Usus.
Und: Die meisten Menschen leben nicht in den Schubladen, in die sie das Nachmittagsprogramm vieler Privatsender reinschupsen will. Menschen kaufen ihre Lebensmittel im Reformhaus und ihre Schuhe bei Deichmann. Andere Menschen gehen nie auswärts essen, aber haben einen riesen Flatscreen-Fernseher zu hause. Wer ist denn schon “nur Luxus” oder “nur billig”?

Dies könnte besonders für die Dienstleistungs-Unternehmen eine zukunftsweisende Erkenntnis sein. Egal ob nun Fitnessstudio, Friseur, Restaurant oder Fensterputzer – anstatt sich für eine Richtung entscheiden zu müssen, und schlimmstenfalls damit auf die Nase zu fallen, könnte man seine Kunden langfristig und flexibel auch über wechselnde Lebensumstände und unterschiedliche Prioritäten hinaus begleiten und als nachhaltige und beständige Stammkunden (und Einnahmequelle!) gewinnen. Außerdem kann man genau die Kundenkreise erschließen, die bisher gezögert haben, eben weil sie keine Möglichkeit sehen, sich für Jahre an einen kostspieligen Vertrag zu binden.

Sind diese Preis-Module sinnvoll, und wie könnte eine Umsetzung in die Praxis für die verschiedenen Branchen aussehen?
Diskussion bitte! :)

Streitpunkt Pausenzeiten

Tuesday, February 2nd, 2010

Wenn jemand von uns mal die Antwort nicht wusste, sagte unser Mathelehrer in der Grundschule gerne “Steh’ mal auf; du scheinst auf deiner Leitung zu sitzen.” Und obwohl wir das für einen blöden Spruch gehalten haben, hat es meistens funktioniert.

Den klassischen Stechuhr-Firmen stehen Unternehmen gegenüber, für die das Streben nach Steigerung der Produktivität einhergeht mit der Steigerung der Lebensqualität am Arbeitsplatz. Da gibt es eine Wii im Gemeinschaftsraum, im Sommer wird die Terrasse mit Liegestühlen und Eiskühlern zum Sonnendeck erklärt. Niemand wird schief angeguckt, wenn er sich genüsslich einen Obstsalat zusammen schnippelt, und wenn das Privathandy klingelt, darf man raus gehen und den Anruf entgegen nehmen. Pausen und Bewegung werden geradezu gefordert. Und komischerweise funktionieren diese Firmen.

Während der Arbeit kleine Pausen einzulegen, in denen man mal kurz den Kopf frei macht und die müden Knochen bewegt, hat viele positive Eigenschaften auf den Organismus:

  • Durch das Anregen des Kreislaufs nimmt die Konzentration wieder zu, was die Arbeitskraft steigert
  • Regelmäßige Bewegung beugt Verspannungen und Rückenschmerzen vor
  • Trotz hohem Arbeitspensum kommt es seltener zum Burn out

Wenn man sich mal anschaut, welche Firmen so geführt werden, stellt man schnell fest: Es sind hauptsächlich die Neuen aus der Informationswirtschaft, wie IT-Unternehmen oder Marketing-Agenturen, oder Firmen, die ein junges Management haben. Traditionsbetriebe mit einer solch “lockeren” Haltung zur Arbeitszeit finden man leider (noch) viel zu selten.

Dieser Stechuhren-Wahn nimmt in manchen Betrieben sogar noch zu. Regeln bezüglich des Handys, des Internets oder der Pausenzeiten werden nicht selten noch strikter als früher. Da muss es funktionieren wie in einem Bienenstock; da gibt es Vorgaben und Regeln und Verbote für alles.

Ich bin ja mal gespannt, wer bezüglich Erfolg und Produktivität langfristig die Nase vorn haben wird. Ich habe da so eine Vermutung…

Mehr zum Thema Pausen und Wie? Wann? und Warum? findet ihr hier bei Lerntipp.at. Und wer es richtig professionell machen will, sollte sich unbedingt dieses Video ansehen. :)