Archive for August, 2009

Fitnessstudio und Webauftritt – Was ist wichtig?

Monday, August 31st, 2009

Hallo zusammen,

entschuldigt meine drastische Wortwahl, aber ich stolpere immer wieder über Webauftritte von Studios, die wirklich erbärmlich sind. Und da dachte ich mir, ich schreibe mal ein paar Punkte auf, die mir existenziell erscheinen.

Informationen
Kurz, präzise und doch vollständig, verständlich und _werbewirksam_.
Ein Beispiel, dass ich schon hunderte von Malen gesehen habe:
“BODYPUMP – Kraft- und Ausdauertraining mit einer Langhantel”
Warum sagt ihr euren Kunden nicht, dass es sich um ein weltweit verbreitetes Programm handelt, an dessen Entwicklung ein riesen Team an Trainern und Sportmedizinern beteiligt ist? Dass wöchentlich 1,5 Mio. Menschen an diesem Kurs teilnehmen? Wie soll ein normaler Interessent das wissen?
So ein Webauftritt, wenn er auch nur irgendwie vorteilhaft sein soll, lässt sich nicht “mal so eben” dahinkritzeln; man muss schon ein wenig Zeit investieren.

Übersicht
Je weniger Klicks der Kunde braucht, um zu den von ihm gewünschten Informationen zu kommen, desto besser. Macht nicht den Fehler, alles und Jeden in irgendeine Kategorie unterzuordnen. Anfragen, die immer wieder gestellt werden, sollten direkt von der Homepage erreichbar sein, z.B. der Kursplan, die Öffnungszeiten und die Kontaktdaten. Schaut euch unbedingt mal andere Webseiten an, nicht nur aus der Fitness-Branche! Webseiten können heute ganz anders aussehen als das typische Webseiten-Layout. Lasst eure Phantasie spielen, alles ist erlaubt! :-)

Wer seid ihr denn überhaupt?
Teamvorstellung – finde ich super wichtig. Schon ein Blick auf das Foto und den Namen ein Person, bestenfalls ergänzt mit Angaben zu Tätigkeit und Hobbys, knüpfen soziale Bindung – ob man will oder nicht! Nutzt das aus!!

Sauber machen!
Wenn man die ein oder andere Webseite sieht, kann man fast schon den Staub darauf riechen. Ihr müsst in Bewegung bleiben, auch im Netz! Und wenn es nur ein News-Post ist oder eine kleine Sammlung Trainingstipps, die sich regelmäßig erweitert – zeigt den Menschen, dass bei euch was los ist!

Ich hoffe, hier waren ein paar nützliche Tipps dabei, die den ein oder anderen zumindest ins Grübeln versetzen, wie man den eigenen Webauftritt aus- oder umbauen kann. Ich freue mich über Kommentare und Diskussions-Anstöße.

Hier steht und fällt es im Dienstleistungssektor: Recruitment für den Service

Monday, August 31st, 2009

Kundenservice. Nur wenige Bereiche im Dienstleistungssektor haben so viel Macht, eine echte Abgrenzung zur Konkurrenz zu erzeugen. Aber viele Geschäftsbetreibende erkennen dies scheinbar nicht. Ich sehe es sowohl im geschäftlichen, als auch im privaten Leben immer wieder. Da wird eine Verkäuferin eingestellt, und es wird ihr mit auf den Weg gegeben: “Sag’ guten Tag, wenn jemand rein kommt.” “Frag’ den Kunden, ob du ihm helfen kannst.” “Kümmer’ dich um den Kunden”. Klingt doch gut, oder?
Und dann steht Sie vor mir. Ihr “Guten Tag” klingt eher wie “Oh Gott, Kundschaft!”.  Zügig dackelt sie zu dem Kleiderständer, an welchem ich erst vor 2 Sekunden angekommen bin und es tönt energisch: “Kann ich Ihnen helfen?” Mmm, ich fühle mich ein wenig ungeschätzt. Ist ja nicht so, das ich den Laden ausrauben will. “Ich suche nichts Spezielles; ich sehe mich erstmal ein wenig um.”
Tja, und dann steht sie da. Sie soll sich ja um mich kümmern. Unter so viel argwöhnischer Beobachtung vergeht mir schnell die Lust am Shoppen. Ich meine, würdet ihr der Frau für irgendwas Geld geben wollen? Leute, meine Kiosk-Frau macht besseres CRM!! Soll ich die mal vorbei schicken?

Egal ob Restaurant, Fitness Studio, Friseur Salon oder Bekleidungsgeschäft – die Servicewüste Deutschland ist sehr viel größer, als so mancher vermutet. Aber es gibt sie ja, die (wenigen aber umwerfenden) Gegenbeispiele. Wo man den Servicemitarbeiter direkt sympathisch fand, sich gut betreut und beraten fühlte und die Kaufentscheidung so viel leichter war. Wem ist das noch nicht passiert? Das man nur “mal schauen” wollte, und bevor man sich versieht, hat man den neuen LCD-Fernseher schon in den Kofferraum geladen. Und weil einem nichts aufgeschwatzt wurde, sondern der Verkäufer “nur” einen echt guten Job gemacht hat, ist man auch noch happy darüber!

Was muss ich beim Recruitment von Servicepersonal beachten?

  1. Die 30 Sekunden – Chance
    Wie ist das Auftreten der Person, die sich da bei mir vorstellt? Schafft er/sie es, trotz verständlicher Nervosität, offen, freundlich und ohne Scheu auf mich zu zugehen? Ist mir die Person sofort sympathisch? Würde ich dieser Person mein Vertrauen schenken? Schon die ersten 30 Sekunden eines Vorstellungsgespräch treffen eine sehr wichtige Aussage über die Aussichten auf eine spätere, erfolgreiche Performance dieser Person. Alles andere, wirklich alles, was diese Person für den Job können muss, kann man fast ausnahmslos lernen. Aber verschwenden Sie um Himmels Willen keine Energie in dem Sie versuchen, einer Person Freundlichkeit, Zuvorkommenheit und Menschenoffenheit beizubringen. Die Erfolgsaussichten sind undenkbar schlecht.
  2. Umgangsformen und soziale Kompetenz
    Beginnen Sie z.B. mit der Durchsicht des Lebenslaufs. Lassen Sie die Person gewisse Punkte erläutern; stellen Sie Fragen zu den vorherigen Positionen. Worauf Sie hierbei achten sollten: Kann sich die Person schnell, verständlich und präzise ausdrücken? Sind diese Antworten offen und ehrlich, oder klingen Sie eher wie Seite 17 aus einem Buch über Bewerbungsgespräche? Werden Umgangsformen beachtet? Finde ich die Person immer noch sympathisch, aufgeschlossen, freundlich? Wenn ich Fragen stelle, die eine Stresssituation hervorrufen (Warum waren Sie nur 3 Monate bei Ihrer letzten Anstellung? Warum haben Sie kein Arbeitszeugnis von Betrieb XY?); schafft die Person es, Ruhe zu bewahren und die Verhältnisse zufriedenstellend und souverän zu erläutern?
  3. Keine Alleingänge
    Im Anschluss an das Vorstellungsgespräch ist es immer sinnvoll, die Person den Kollegen vorzustellen. Geben sie allen die Möglichkeit, sich und ihre Aufgaben im Betrieb kurz unter vier Augen zu erläutern. Die Person soll ja nicht nur Ihnen sympathisch sein. Diskutieren Sie im Anschluss mit Ihren Mitarbeitern. Wir war der Eindruck? Ist die Person sympathisch? Oder fand jemand das Lächeln zu aufgesetzt, kam die Person eingebildet und desinteressiert rüber? Schien sie interessiert an den betrieblichen Abläufen? Hat sie alles nur abgenickt oder einen echten Beitrag zu den Gesprächen geleistet?

Wenn Sie diese Punkte beachten, stehen Ihre Chancen, einen echten Gewinn für Ihren Kundenservice an Board zu holen, schon relativ gut. Wie Sie die Einarbeitung gestalten sollten, und worauf Sie während der Probezeit unbedingt achten müssen, erläutere ich in einem folgenden Post.

Bis dahin hoffe ich auf Kommentare, die Diskussionen zu diesem Thema anregen.